Do 20. Mai 2021

Medienförderung für Freie Medien? Bitte warten!

Seit Jahren fordert der Nichtkommerzielle Rundfunk in Österreich eine Erhöhung seiner Basis-Förderung, analog wie es schon ÖVP-FPÖ noch in der Vorgängerregierung für den kommerziellen Rundfunk-Fördertopf gemacht haben. Noch kurz vor Ibiza wurde nämlich dieser Fördertopf von 15 auf 20 Mio Euro erhöht. Damit endlich wieder das Missverhältnis beseitigt ist. Schauen wir uns den RTR-Entscheid 2021 an. Alleine beim ersten Antragstermin 2021 bekommt die Fellner-Gruppe (Fernsehen und Radio) für 2021 2.886.388 Mio Euro nur an Rundfunkförderung zugesprochen (ohne Werbeaufträge, Printförderung etc.). Der Betrag für alle 14 nichtkommerziellen Radios und 3 TV-Stationen zusammen ist mit max. 3 Mio Euro pro Jahr gedeckelt. Und diese Deckelung besteht seit Einführung des nichtkommerziellen Rundfunkfonds vor mehr als einem Jahrzehnt.
Im Koalitionsabkommen zwischen ÖVP und Grünen ist die
„Überprüfung der Dotierung des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds (NKRF) mit dem Ziel einer Erhöhung im Hinblick auf Entwicklung innovativer Medienformen.“
verankert. Die Überprüfung habe schon stattgefunden, so Eva Blimlinger, Kultur- und Mediensprecherin der Grünen im Nationalrat. Bloß bei der Erhöhung selbst, bremst der Koalitionspartner ÖVP. „Es ist grad schwierig“ mit der ÖVP, so Blimlinger. Für die Freien Radios und deren Finanzierung übrigens grad auch!
Jedenfalls hört euch das FROzine von meiner Kollegin Marina Wetzlmaier an. Es geht primär um Kulturpolitik und Kulturförderung. Die Fragen zur Medienpolitik hab ich zum Interview beigesteuert. Hier gibt’s das Interview in voller Länge zu hören:

Ist möglicherweise ein Bild von 2 Personen, Personen, die sitzen und Text „„Es ist momentan schwierig. Ich hoffe, dass es uns so bald wie möglich gelingt, dieses Missverhältnis zwischen der Förderung für kommerziellen und nichtkommerziellen Rundfunk zu beseitigen. Ich kann nur leider keinen Zeitraum versprechen." Eva Blimlinger, Kultur- und Mediensprecherin der Grünen im Nationalrat im Gespräch mit FROzine- Redakteurin Marina Wetzlmaier FROzine am Do 6. Mai 18:00 jetzt hören: https://cba.media/499216 100 RADIO FRO“
 
Mi 10. Feb 2021

Kein Platz für Verschwörungen und Fakenews

Liebe Sendungsmachende, Liebe Zuhörer*innen, Liebe Radio FRO Freund*innen!

In den letzten Jahren sind Fakenews Bestandteil in unser aller Wirklichkeit geworden. Auch Verschwörungsmythen sind nicht erst eine Erfindung dieser Pandemie, in der wir stecken – aber diese für uns alle schwere Zeit, bringt leider vieles ans Licht, das wir bis jetzt immer mit einer Handbewegung abgetan haben. Wir haben uns keine Gedanken darüber gemacht. Doch nun ist es wichtig alle „Bewegungen“, die derzeit zu ihrem persönlichen Zenit finden – mit all dem unsolidarischem Verhalten, mit all den Fehlinformationen, dem entbehren jeglicher Fakten, bzw. dem Stützen auf nicht untermauerte Einzelmeinungen – zu erkennen. Es gilt sich diesem Vorgehen entschieden entgegenzustellen.

Als freies Radio berufen wir uns auf die Charta der Freien Medien, sie liegt uns als Fundament zugrunde und ist unser Werkzeug und unser Ideal in unserm Handeln und Tun als Medienmacher*innen.

Ich wähle hier bewusst den Begriff Medienmacher*innen, denn als Redakteur*in auf Radio FRO trägt man seine Verantwortung weit über die Frequenzen 105,0/ 102,4 und der Homepage von Radio FRO hinaus. Du und ich wir sind auf Facebook, auf Twitter, auf Instagram, WhatsApp, und in vielen anderen sozialen Netzwerken und Nachrichtendiensten unterwegs. Wer sich Radio FRO auf die Fahnen schreibt, die/der hat auch den Spirit der Charta in sich verinnerlicht.

Wir haben uns zu Beginn dieser Pandemie schon mal mit folgendem Aufruf an unsere Sendungsmacher*innen gerichtet:

Wir sind ein Medium, das intensiv gegen Fake-News (etwa aus den sozialen Medien), gegen autoritäre Tendenzen und gegen Panik antritt sowie seine Informationspflicht und den kulturellen Auftrag erfüllt, auch gemäß einem Rundschreiben der KommAustria-RTR für “die besondere Bedeutung von Audiomedien und audiovisuellen Medien in Krisenzeiten”. Wichtig ist beim Berichten über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Krise: auf Quellen achten, keine Panik verbreiten und keine Falschmeldungen. Journalistische Sorgfaltspflicht ist oberstes Gebot!

*Wenn ihr also in euren Sendungen auf die Pandemie und ihre Auswirkungen Bezug nehmt, so macht dies bitte sachlich und entlang der Fakten. Als öffentliches Medium haben wir die Verantwortung, die Solidarität und die Demokratie in unserer Gesellschaft zu unterstützen und zu fördern und für nichts anderes steht unser Programm. Dies ist umso wichtiger, weil einerseits in einigen Privat-TV Sendern (in den Online-Foren sowieso) krause und krude (Verschwörungs)Mythiker*innen immer mehr zu Wort kommen, was deren Ansichten zwar nicht richtiger leider jedoch salonfähiger macht. Diesbezüglich bedenkliche Initiativen breiten sich auch in Oberösterreich aus. Diese stellen nicht die Frage, wie die Pandemie ohne Maßnahmen bewältigt werden soll und ersparen sich damit bequem, die Suche nach Antwort(en) und Lösungen dieser komplexen Problemlage. 

Nun schreibe ich dies alles natürlich nicht ohne Grund. In der letzten Zeit hat es bei Radio FRO zwei Anlassfälle gegeben, weil sich die Redakteur*innen weder an die Haus- und Studioregeln, noch an die journalistische Sorgfaltspflicht gehalten haben.

Dies führte in einem Fall zum Entzug der Sendezeit. Weder ich noch der Programmausschuss von Radio FRO, welchem solche Entscheidungen obliegen, haben es sich bezüglich der Diskussion und Entscheidung dazu einfach gemacht.

Die Fälle wurden in mehreren Schleifen diskutiert und unter Bezugnahme und Beratschlagung von außen entschieden.

Radio FRO wird auch in weiteren Fällen die Entscheidung hinsichtlich dieser Thematik auf die Grundfeste stützen, dass Coronaleugner*innen, Verschwörungsmythiker*innen und Verbreiter*innen von Falschmeldungen keinen (Sende-) Platz auf Radio FRO haben.

Bitte nicht falsch verstehen, natürlich kann man über Ereignisse, wie Coronademos berichten, sie sind schließlich Geschehnisse in unserer Gesellschaft – aber eben nur unter Berücksichtigung der Faktenlage, dem Augenmerk der journalistischen Sorgfaltspflicht und unter Betrachtung aller vorhandenen Aspekte.

*Tragisch und alarmierend zugleich ist die Mixtur der Teilnehmer*innen solcher Demos. Gemeinsam ist diesen Initiativen und Netzwerken, dass sie einerseits mit vereinfachenden populistischen (allemal hinterfragungswürdigen) Botschaften und Heilsversprechen operieren und andererseits Vokabular und bislang positiv besetzte Symbole der Zivilgesellschaft verwenden (wie z.B. Brecht-Zitate, Lichtermeer, ja sich sogar mit Sophie Scholl vergleichen …). Sie nützen diese Methodik, um „demokratisch“ konnotiert und keinesfalls „aus dem rechten Eck kommend“ in Erscheinung zu treten.

*Ob zwischen den Zeilen, zweifelnd, subtil oder auch offensichtlich vorgebracht und/oder geteilt – es sind Beiträge zur aktiven Verbreitung von rassistischem und antisemitischem Gedankengut, wenn man Ursache und Verlauf der Pandemie dort verortet, wo es von den Rechten ganz ungeniert ausgemacht wird und wenn man zulässt, gemeinsam mit Rechtsextremen in Erscheinung zu treten. Bilder von Demonstrationen bei denen Neonazis, „unpolitische“ Normalverbraucher*innen, Nationalisten und Linke gemeinsam mit gleichen oder ähnlichen Slogans gegen Covid-Maßnahmen, Impfung und dergleichen protestieren, zeugen von dieser Entwicklung, die uns nicht egal sein darf und zu denken geben muss.

Darum der Appell hier und jetzt, achten wir gemeinsam darauf, dass diese Gesellschaft, in der wir leben, nicht von Angst und Panikmache getrieben wird. Tragen wir gemeinsam dazu bei, dass wir auch noch nach dieser Pandemie in einer solidarischen und menschlichen Gesellschaft leben.

Im Anhang möchte ich noch zwei Links und eine Orientierung mittels Aufzählung zum Verschwörungsmythen-Check posten.

Des Weiteren bedanke ich mich bei meinem Team von Radio FRO, beim Verwaltungsausschuss von Radio FRO, dem Land der Freien Medien und dem Verband der Freien Medien über Hilfestellung, Diskussionen, Text den ich verwenden und anpassen durfte (*Radio Agora), das Empowerment und die gewissenhafte Beratschlagung zu diesem sehr komplexen Thema!

Bleibt gesund und respektvoll im Umgang miteinander
Mit lieben Grüßen

Michaela Kramesch

 

** Kennzeichnend für Verschwörungsmythen sind Merkmale wie:

  • das Fehlen überprüfbarer Quellen
  • der Gebrauch des Prinzips „Wem nützt es?“ ohne hinreichenden Kontext
  • die Interpretation von zeitlicher Koinzidenz als ursächliche Verknüpfung ohne hinreichenden Kontext
  • moralische Urteile ohne Tatsachenbelege
  • Verweis auf eine geheime, jeder sachlichen Nachprüfung und logischen Evaluation entzogene Interessenlage
  • Ignoranz wissenschaftlicher Ergebnisse oder ausschließlicher Gebrauch von wissenschaftlichen Einzelmeinungen
  • die Annahme, die Welt könnte von Einzelnen oder einzelnen Mächten in ihrer Totalität gelenkt werden
  • das Ersetzen gesellschaftlicher Verhältnisse durch das Handeln weniger Akteure
  • das Fehlen einer Unschuldsvermutung
  • strukturelle Übereinstimmung mit bekannten Verschwörungsmythen vorallem aus der antisemitischen Ecke
  • offene oder versteckte Anspielungen auf eine jüdische Verschwörung
  • der Gebrauch von sogenannten Dogwhistles, d. h. von Wörtern, die einen öffentlich nicht opportunen Inhalt wie etwa Antisemitismus verschleiern, für einen Kreis von Eingeweihten aber verständlich sind, wie z. B. in den USA „Ostküste“ für die angebliche Beherrschung der USA, bzw. ihrer Medien durch Juden
  • Bezugnahme auf Quellen, die durch die notorische Verbreitung nachweislich falscher Behauptungen bekannt sind.

** Merkmale Verschwörungsmythen: Radio Dreyeckland

 

Links:

FROzine
Verschwörungen und Polarisierung – Zerreisproben für die Demokratie Teil 1
Verschwörungen und Polarisierung – Teil 2 

Ein sehr informativer Beitrag unseres Infomagazines FROzine. Kollegin Sigrid Ecker, sprach mit Politikwissenschafterin Nadja Meisterhans.
Woher kommt das Phänomen Corona-Leugner*innen überhaupt? Was wollen sie? Stellen sie eine Bedrohung dar für die Demokratie? Wo endet denn Kritik, wo fängt Verschwörung an?
Ist die Corona-Debatte zu eindimensional? Wer profitiert von der Impfung innerhalb Österreichs und global gesehen?

Quarks.de:
Darum verbreiten sich Verschwörungsmythen so leicht – quarks.de

Ingrid Brodnig über ihr Buch „Einspruch“:
Erstpräsentation: „Einspruch! Verschwörungsmythen und Fake News kontern“ von Ingrid Brodnig

 
Di 02. Feb 2021

Overruled

Jugendliche werden von der Fremdenpolizei in Nacht- und Nebel-Aktionen und bewacht von Polizei-Hunden abgeschoben. Er kann die Justiz nicht overrulen, sagt Innenminister Nehammer und verwendet in seiner Argumentation eine durchaus sportive Sprache, die an die Zeit der Zero-Tolerance-Politics des Trump-Freunds und damaligen Bürgermeisters Rudy Giuliani im NYC der 1990er Jahre erinnert: Three-Strikes-And-You-Are-Out – ein Begriff aus dem Baseball.

Andererseits “spaziert” wenig später der verurteilte Neonazi Gottfried Küssel stundenlang durch Wien und befeuert unter dem Motto “Frieden-Freiheit-keine Diktatur” bei der per Notverordnung und nach dem Epidemiegesetz verbotenen Demonstration, nicht nur das Virus, sondern auch die Demokratie- und Pressefeindlichkeit.

Doch Nehammer soll in einem Punkt rechtbehalten: Es zeigt sich ein verheerendes Bild. Das meinten aber auch Aktivist*innen letzten Samstag in Linz.

 
Mi 11. Nov 2020

Zur Systemrelevanz von Kulturarbeit

Ein offener Brief des Kulturverein KAPU vom 10.11.2020:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Sebastian Kurz,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin Andrea Mayer,
sehr geehrter Herr Bundesminister Rudolf Anschober,
sehr geehrte Mitglieder der Parlamentsklubs!

Im Zuge der Verordnungen zum neuerlichen Lockdown in Österreich wurde auch gegen die Kulturbetriebe sowie die Kunstschaffenden in Österreich ein physisches Erscheinungsverbot in der Öffentlichkeit verhängt. Im humanistischen Sinne und der Vernunft folgend, akzeptieren wir diese Entscheidung. Im Gegensatz zum Frühjahr können wir es diesmal jedoch nicht unkommentiert und widerspruchslos hinnehmen.

Warum?

Bereits Ende des Frühjahres wurde vonseiten der Bundesregierung darauf hingewiesen, dass, mit Vorausblick auf den zu erwartend schwierigen Herbst und Winter, wirksame Sicherheitskonzepte zur Vermeidung der Verbreitung von SARS-Cov2 entwickelt werden müssen, um den Kulturbetrieb aufrecht zu erhalten. Außerdem wurde von der Bundesregierung in Aussicht gestellt, für diese ohnehin originäre Aufgabe selbst Sorge zu tragen.

Basierend auf den Erkenntnissen des ersten Lockdowns, haben unzählige Kulturbetriebe Veranstaltungskonzepte entworfen, die so effektiv sind, dass mit ihnen mittelfristig ein geregelter Betrieb stattfinden konnte. Das war in sehr vielen Fällen nur unter erhöhtem Engagement unzähliger Freiwilliger, Vorsicht und Voraussicht, sowie dem Mut zum Bekenntnis, dass “die Dinge nun einmal anders sind” durchführbar.

Dies verlangte von den meisten Einrichtungen auch den Mut, ihr Publikum mit Umständen zu konfrontieren, die normalerweise diametral zum Anspruch der Einrichtung stehen, vor allem im Alternativen Kultur- und Kunstbereich. Nicht wider Erwarten, sondern aufgrund von unserem Vertrauen auf die Vernunft des Publikums, erfuhren all diese Einrichtungen positive Reaktionen und Bekenntnisse zu den veränderten Bedingungen.

Während alle Bereiche der Gesellschaft, in denen nicht konsequent Solidarität GEFORDERT und DURCHGESETZT wurde, mit Clusterbildungen und steigenden Infektionszahlen zu kämpfen hatten, konnte sich die Kulturszene als “safe spot” in der SARS-Cov2 Situation etablieren. Und zwar schlicht deshalb, weil konsequent die selbst entwickelten Konzepte durchgesetzt und eingehalten wurden.
Konzepte, die der Österreichischen Bundesregierung sogar als Blaupause für ein wirksames Konzept für ALLE ÖFFENTLICHEN RÄUME (Schulen, Büros, Kulturbetriebe und Dienstleistungswirtschaft) dienen könnten, wie zum Beispiel im Präventionskonzept von Das Werk die Lüftungsanlage mit Ionisierung, oder, als Interimslösung, mobile Ionisierungsgeräte, wie in der ZDF Heute Show vom 30.10. vorgestellt.

Darauf begründet sich unsere Fassungslosigkeit gegenüber der aktuellen Entscheidung:

Während Sie damit beschäftigt waren, alle populären Klüngel von der Leine zu lassen und weitestgehend den überholten Status Quo wiederherzustellen, haben Sie die tatsächlich und langfristig wirksamen Konzepte, die in der Kulturszene entworfen wurden, ignoriert, obwohl sie am Präsentierteller liegen!

Konzepte, die einen erfolgreichen Umgang mit der Pandemie und ihren gesellschaftlichen Konsequenzen garantieren. Nicht nur haben wir unsere Aufgabe der intellektuellen und emotionalen Erweiterung der Gesellschaft weiterverfolgt, sondern nachweislich gezeigt, dass wir uneitel, flexibel und dynamisch an die reellen Gestaltung eines neuen Alltags herangehen können. Somit leisten Kunst und Kultur hier einen greifbaren und praktisch nachvollziehbaren Beitrag zu einer positiven Entwicklung unserer Gesellschaft. Den wirtschaftlichen Nutzen weitgehend ungestörter öffentlicher und privater Betriebe brauchen wir hier nicht auch noch vorzurechnen.

Wenn Sie, Herr Bundeskanzler, also von “Kulturverliebtheit” so abschätzig sprechen, sollte das eigentlich mit Dankbarkeit verknüpft sein, denn wir Kulturbetriebe lieben tatsächlich unsere Gesellschaft, in aller Vielfalt und Widersprüchlichkeit. Unser Erfolg basiert auf Respekt. Denken Sie darüber nach und staunen Sie.

Hochachtungsvoll,
Kulturverein KAPU

links:
https://www.daswerk.org/covid-19-praeventionskonzept-2-0/
https://www.zdf.de/comedy/heute-show/heute-show-vom-30-oktober-2020-100.htm

zur Systemrelevanz von Kunst und Kulturarbeit:
https://www.youtube.com/watch?v=uohOnYX3ZaM

 
Sa 24. Okt 2020

Medien zwischen Wandel, Krise und Chancen

Vorweg- den Medienwandel hat es immer gegeben. Nehmen wir als Beispiel die Einführung des Buchdrucks, des Radios oder Fernsehens. Auch damals hat die ältere Generation wahrscheinlich zuerst gezögert, die mittlere war teilweise an Bord und die Jungen, die damit aufwuchsen, für die war es normal, die waren into it.

Natürlich ist viel passiert seither und das immer schneller! 

Der technologische Schritt zu einer online global vernetzten Welt war natürlich ein riesiger. Die Erfindung der Sozialen Medien, den es erst zu verarbeiten und dessen Schattenseiten zu bewältigen gilt- ein gewaltiger. Im Printbereich wie im Rundfunk ist seit längerem eine wachsende Medienkonzentration im Gange. Große Medienkonzerne werden immer dominanter. Parallel dazu verschieben sich die Werbeausgaben von der Presse ins Internet, die Zeitungsnutzung ist rückläufig und auch der lineare Medienkonsum verliert immer mehr an Bedeutung.

Macht das was mit den nichtkommerziellen, den Freien Medien?

Eher nicht. Heute schauen immer mehr Menschen dann fern und hören Radio, wenn es in ihren Zeitplan passt. Sie richten sich nicht mehr nach der Vorgabe eines Senders, sondern suchen gezielt in den Archiven. Das trifft die kommerziellen, auf Werbung angewiesenen Medien hart. Nicht so die Freien, die generell werbefrei zu sein haben.

Freie Radios haben schon sehr früh mit einem Podcast-System begonnen. Seit 2000 gibt es das Cultural Broadcasting Archive (CBA)- ein Archiv, für alles Produzierte zum Nachhören. Wir profitieren eher vom Podcast-Aufwind.

Auch was die Medienkonzentration angeht spielt uns die Entwicklung in die Hände, denn dadurch schätzen die Leute noch mehr unsere Unabhängigkeit.

Immer mehr

Doch auch wir sind Kinder dieser Zeit und wollen gehört werden. Wir agieren schließlich in einer Nische. Daher müssen wir als Produzent*innen  auch  zumindest ein Stück weit dem Zeitgeist entsprechen. Das machen wir unter anderem durch die schon vor einigen Jahren begonnene Öffnung im Bereich der Crossover-Medien-Produktion (also Audio/Video/Text).

Es geht bei uns zwar nicht um die Verkleinerung der Redaktionen und um Schaffung von kostengünstigeren Nachrichtenzentralen, aber ein*e Redakteur*in des Infomagazin FROzine von Radio FRO macht heute nicht nur eine Radiosendung. Es braucht auch einen Blogeintrag (also Text und Bildsprache). Bei Talks wird aus dem Ton- auch ein Fernsehstudio. Ankündigungs-Videos mit dem Smartphone sind zu produzieren. Die Sendung soll natürlich auch auf möglichst vielen Kanälen und im Netz, den Sozialen Medien und sonst wie beworben werden. Es soll am besten mit der Crowd in Kommunikation getreten werden.

Das entspricht wohl sicher einer Verdoppelung des Arbeitsaufwands- was sich monetär natürlich nicht entsprechend ausgleichen lässt, weil die Förderungen unseres Sektors ja seit Jahren sinken, nicht steigen.

Der Neoliberalismus und die damit einhergehende Ausbeutung und Optimierung des eigenen Selbst, hat also auch bei uns Einzug gehalten. Freilich gehen wir mit einer anderen Haltung heran, als viele der Medienhäuser.

Medienkrise?

Der heutige Journalismus hat sich verändert durch das Ausrichten an höheren Gewinnen. Das bringt eine höhere Orientierung am Massenpublikum mit sich. Damit geht die verstärkte Skandalisierung und Personalisierung in der Politikberichterstattung einher. Der gestiegene Entertainment-Anspruch lässt viele eher von einer Medienkrise als vom Wandel sprechen. 

Indirekt übt das auch Druck auf die Freien Medien aus. Stichwort: Nutzungsgewohnheiten. Da wir gehört werden wollen, müssen wir uns auch teilweise am Zeitgeist orientieren. Oder die Kraft aufbringen uns zu verweigern und eigene Wege zu gehen. Die Unabhängikeit von wirtschaftlichen Zwängen ermöglicht diese eigenen Wege.

Außerdem sind Community-Medien lokal verankert. Im Konkreten, der Lokalität liegt eine Stärke. Sie sind offen: Wer sich selbst in diesem Rahmen eine Stimme geben will, bekommt die nötige Unterstützung, Aus-und Weiterbildung und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. 

Können Community-Medien ein Prototyp einer redaktionellen Gesellschaft sein? Es können online heute ja die meisten Menschen publizieren- aber ohne redaktionelle Richtlinien erzeugt diese Freiheit leider eben auch Polarisierung, Hatespeech und Sybermobbing etc. 

Doch Freie Medien geben einen Rahmen. Es wird ein Mehrwert für die Demokratie geschaffen durch das Zusammenspiel der drei Ebenen: Produzent*in (kreative Person) – Community – und Öffentlichkeit.

Apropo Demokratie

Eine zentrale Frage lautet doch seit jeher:

Wie muss die Medienlandschaft einer Demokratie beschaffen sein, dass sie zu deren Stärkung und zu Entwicklung und Wandel einer Gesellschaft beiträgt?Dafür braucht es Medien-Vielfalt. Das bedeutet, dass es möglichst viele unterschiedliche Player in möglichst vielen verschiedenen voneinander unabhängigen ökonomischen Händen braucht: öffentlich-rechtliche, nicht-kommerzielle, privat kommerzielle.

Und das macht deutlich, wie wichtig auch kleine Fische sind, die gegen den Strom schwimmen, die abseits der medialen Showbühnen ihrer Arbeit nachgehen. Das ist vergleichbar mit der Landwirtschaft: es ist wichtig, dass es möglichst viel kleinteilige Betriebe gibt, nicht nur große Agrarkonzerne, wenn wir Unabhängigkeit und Vielfalt gewährleisten wollen.

Grundsätzlich jedenfalls stellen Medien Öffentlichkeit her und sind damit von zentraler Bedeutung in einer Demokratie. Medien sind als sogenannte vierte Gewalt zuständig für Kontrolle der Politik. Doch es kommt zunehmend zu Rollenverschiebungen. Das Demokratiezentrum Wien sagt, dass es in der heutigen Mediengesellschaft statt der früheren Trennung von Politik und Medien, immer mehr zu einer Überlagerung der beiden Systeme komme.

Diese Entwicklung wird in der Wissenschaft auch als Mediendemokratie bezeichnet, die nach Thomas Meyer die Parteiendemokratie, in der die wichtigsten Entscheidungen von Parteien getroffen wurden, abgelöst habe. Mediendemokratie zeichnet sich nach ihm durch eine „professionelle Selbstmediatisierung der Politik nach den Regeln theatraler Inszenierungslogik“ aus. Während in der Parteiendemokratie die Medien die Politik beobachten sollten, beobachten nun die politischen Akteure das Mediensystem, um von ihm zu lernen, wie sie die Kontrolle über die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft zurückerlangen. (Zitat von der Website)

Schattenseiten der Kommerzialisierung des www

Doch heute stellen nicht nur Medien Öffentlichkeit her, sondern auch Social-Media-Anbieter. Politiker*innen berufen sich auf die sogenannte öffentliche Meinung aus Sozialen Medien und richten ihr Wirken danach aus. Unabhängig davon, ob nur einige wenige laut schreien oder ob es tatsächlich ein Diskurs der vielen ist.

Die einseitige Politisierung durch mediale Echokammern schafft Gegensätze in der Gesellschaft. Hier entgegenzuhalten ist für jede*n einzelne*n entscheidend, wie auch für alle Medien- und seien sie noch so klein, was die Reichweite betrifft.

Auch Freie Medien müssen sich immer wieder die großen Fragen stellen: Wie machen wir das bestmöglich? Bedienen wir uns beispielsweise der Sozialen Medien der großen Plattformen und den Big Playern wie Google, Youtube etc. um ihren negativen Auswirkungen gleichzeitig entgegenzuhalten- oder nicht? Welche Art von Gegenwirklichkeit können wir im Bereich Creativ Commons erzeugen?

Denn das World Wide Web hat ohne Zweifel eine Demokratisierung der Meinungsäußerung gebracht und ein Zusammenwachsen der Welt, aber es bringt auch gleichzeitig eine neue Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte mit sich. Echokammern, Algorithmen, die Ökonomisierung von Daten, um nur einiges zu nennen, stellen uns vor große Herausforderungen.

Freie Medien sind niederschweflige Kompetenzzentren, in Ausbildung und Produktion. Darum braucht es sie noch, obwohl ohnehin jede*r im Internet publizieren kann. Und solange es keine Alternativen zu FB, Twitter, Insta und Co gibt, muss man sich dieser Plattformen bedienen, um sich der Gesellschaft näher zu bringen und an diesem Diskurs teilzuhaben. Allerdings nehmen wir das nicht auf die leichte Schulter und versuchen unseren Teil beizutragen damit rasch sinnvolle Regelungen geschaffen werden, die Demokratie und Gemeinwesen stärken.

Vielfalt und Teilhabe

Was auch viel mit Demokratie zu tun hat, ist wie gut eine Gesellschaft die ganze Bandbreite von Bürger*innen in den Medien abbildet und am öffentlichen Diskurs teilhaben lässt. 

Freie Medien, wie Radio FRO stellen jedenfalls eine Integrationsmöglichkeit und Sprachrohr für Minderheiten wie Migrant*innen dar. Einerseits bekommen sie in der Medienberichterstattung Raum, wodurch sich soziale Vorurteile und vielleicht sogar Diskriminierungen abschwächen lassen. Andererseits können Minderheiten auf einfache Art und Weise selbst zu Medienmacher*innen werden.

Konstruktiver Journalismus

Innerhalb von Radio FRO beschäftigen wir uns noch mit einem etwas anderen Wandel: Die Berichterstattung zwischen 2015 und heute über die Fluchtbewegungen durch den Krieg in Syrien machen gut deutlich, dass Medien Meinung machen, selbst wenn sie nur abbilden. Denn indem ich immer wieder über Probleme und Katastrophen berichte, verstärke ich diese- wenn vielleicht auch ungewollt.

Daher heißt für mich ein wichtiger und dringend nötiger Medienwandel, den wir im FROzine schon des Längeren anstreben: Konstruktiver Journalismus. Wir streben dabei das Abbilden von Lösungs- und Heilungsprozessen und Handlungsspielräumen an- weg vom Sensations- und Dramaturgie-Journalismus.

Abschließend sei zu sagen: Freie Medien sind wichtiger denn je! Da von undemokratischen Kräften gerade versucht wird auch diesen Begriff einzunehmen sei an dieser Stelle noch klar festgehalten: damit sind nicht-kommerziell agierende Community-Medien gemeint, die in ihrer Ausrichtung ein klares Bekenntnis zu den Menschenrechten (der Vereinten Nationen) haben.

Es braucht viel Ressourcen für Lobbying bei der Politik, damit die das auch erkennt und Förderungen bereit stellt.

 
Di 30. Jun 2020

Mehr Öffentlichkeit?!

Das Erscheinen der neuen KUPFzeitung unter dem Titel „MEHR“ nahm die Kulturplattform Oberösterreich zum Anlass für eine digitale Diskussion zu „Mehr Öffentlichkeit?!“ für Kunst und Kultur. Ich wurde eingeladen einen Impuls beizusteuern….

Mehr Öffentlichkeit?! Kulturelle Zumutungen anlässlich Corona.

Die Frage nach MEHR Öffentlichkeit zu stellen, bedeutet grundsätzlich mal die Frage nach Wachstum zu stellen. 

Alles wächst

Wenn ich an Wachstum denke, fällt mir neben Kapitalismus Natur ein. Sie ist üppig nach dem Ende des Winters. Alles wächst und sprießt, Vielfalt entsteht. Nichts bleibt ungenützt. Es ist ein Miteinander, manchmal auch ein Gegeneinander.

Doch die Pflanzen rings um mich wachsen nicht ins Unendliche. Ein Baum wächst bis zu einer bestimmten Höhe. So wie auch Tier und Mensch, wird er nicht stetig höher. Wie der Baum weiß, wann er zu wachsen aufhören soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber der Baum- oder die Natur- weiß es offenbar. Genau diese Parameter muss die Politik für das wirtschaftliche Wachstum des Menschen festlegen. Wachstum braucht Begrenzung in einer Welt mit endlichen Ressourcen. Das ist ein natürliches Prinzip, über das sich der Mensch hinweg gesetzt hat und so den Planeten vernichtet.

Über das Zuviel

Es ist nicht einfach das richtige Maß des GENUG zu finden. Sich nicht überessen im Überfluss. Der Kaufsucht widerstehen. Der permanenten Ablenkung und Zudröhnung entgegen halten. Wir haben in Österreich von allem sehr viel. Nicht für alle, aber die meisten. Wenige haben noch viel mehr. Es gibt Länder, da haben sie von allem zu wenig. Wir schaffen den Ausgleich nicht. Im Gegenteil- das exponentielle Wachstum, auf dem unser Wirtschaftssystem beruht und das Streben des Menschen nach immer MEHR, spitzt die Spannungsfelder zusehends zu. VIEL Konsumgüter, Viel Müll, viel Lärm, viel Geschwindigkeit, viel Dreck, viel Information, viel Bewegung, viel Kommunikation, viel Essen, viel Trinken, viel Kultur- kann es ein ZUVIEL an Kunst und Kultur geben?

Wer oder was ist zuviel? Darauf gibt man vielleicht vorschnell eine höchst subjektive Antwort. Im Bereich des Radiomachens zum Beispiel: Sollen die Zugriffszahlen bzw. die Einschaltquoten darüber entscheiden wer und was gesendet und produziert wird? Hat ein Satz nur Berechtigung gesprochen zu werden, wenn er gehört wird? Oder ist es nicht gerade das Charakteristikum für Kunst und Kultur Dinge zu sagen oder zu erschaffen, weil sie gesagt oder erschaffen werden müssen? Andererseits ist ein Produzieren um des Produzieren Willen gerechtfertigt in einer Welt des Überflusses?

In den Freien, nicht kommerziellen Medien haben wir den Luxus uns nicht nach Einschaltquoten oder privatwirtschaftlichen Sponsoring richten zu müssen. Dieser Luxus hat das Präkariat im Gepäck. Es gibt immer weniger öffentliche Förderungen für immer mehr Arbeit. Trotzdem sind wir getrieben vom MEHR: mehr Kooperationen, mehr Projekte, mehr Verbreitung der Inhalte. Dieses MEHR führt unweigerlich zum WENIGER auf der Seite der persönlichen Ressourcen und des Stundenlohns letztendlich.

Über das Zuwenig

Um wieder zum anfänglichen Vergleich mit der Natur zurückzukehren. Wir leben in einer faszinierenden Umwelt von Kreisläufen und Ausgleich. Der Mensch stellt eine große Herausforderung dafür dar. Würden wir dieses natürliche System wirklich verstehen, wie könnten wir es auf unsere menschliche Existenz umlegen? Wie könnten wir das Wachstum fördern und es gleichzeitig begrenzen? Wie das Miteinander und die Vielfalt an erste Stelle bringen im Sinne eines Leben und Lebenlassens, auch wenn es in manchen Situationen und Bereichen ein Gegeneinander gibt, womöglich braucht? 

Öffentlichkeit

Sind bedingungsloses Grundeinkommen und Fairpay bloß unrealistische Sozialromantik- oder doch grundlegende Elemente eines größer zu denkenden Plans, um die Menschen aus der kapitalistischen Wachstumssackgasse zu holen? Dafür braucht es jedenfalls eine starke Zivilgesellschaft. Diese lebt von der Öffentlichkeit.

Sie ist ein Kernelement von Demokratie – sie ist aber nicht automatisch ein Querschnitt der Meinungen und Wünsche des Volkes. Das Internet und mit ihm die Social Media haben den Öffentlichen Raum um ein Spielfeld erweitert. Ob sie zur Demokratisierung oder eher dessen Gegenteil beitragen hängt wieder von der Begrenzung – den Spielregeln ab, die es noch zu finden gilt. Jedenfalls ist es wichtig, möglichst viele verschiedenen Möglichkeiten des Austauschs untereinander zu bewahren und pflegen. Es braucht unterschiedliche Möglichkeiten und Anreize, die kommunikativen Blasen zu verlassen: ein möglichst vielfältiges Mediensystem von großen und kleinen Playern und allem dazwischen, eine lebendige Kunst- und Kulturszene. Und verstärkte zivilgesellschaftliche Einbindung in die Politik.

Noch eine Frage zum Schluss: Kann es ein Zuviel an Öffentlichkeit geben? Fest steht, dass es ein Zuwenig an Transparenz und Vielfalt geben kann.

 

 
Di 05. Mai 2020

Studiobetrieb NUR mit Voranmeldung

Liebe Sendungsmacherin! Lieber Sendungsmacher!

Vorab: DANKE, dass wir mit euch die erste COVID-19 Phase gut überstanden haben. Danke an euch für das fleißige produzieren eurer Sendungen und für die Bereitstellung von Wiederholungen in unserem Programm.

Ab 11. Mai öffnen wir den Studiobetrieb wieder. Allerdings mit gewissen Richtlinien. Wir bitten euch diese, im Sinne einer solidarischen Gesellschaft, einzuhalten und setzen hier auf eure Eigenverantwortung.

Damit wir aufeinander schauen und aufeinander acht geben.

 

STUDIOBETRIEB

Radio FRO wird ab Montag 11. Mai 2020 die Studios wieder öffnen, allerdings mit diversen Einschränkungen. Wer live senden möchte muss dies in jedem Fall (unbedingt!) drei Werktage im Vorhinein unter programm@fro.at oder 0732/ 71 72 77 100 mit Dorota ausmachen.

Wer kann, produziert bitte weiterhin zuhause. Wer sich krank fühlt bleibt bitte zuhause!

Wer unbedingt ins Studio will oder muss, darf das nur unter Voranmeldung, damit wir Kollisionen beim Sendungswechsel im Studio vermeiden.

Folgende Richtlinien gelten bis auf Widerruf:

  • Für den Aufenthalt bei Radio FRO, gilt Maskenplficht beim betreten und verlassen des Studios oder bei Terminen mit Mitarbeiter*innen.
  • Maximal drei Personen gleichzeitig im Studio 1. Im Studio 2 nur zwei Person.
  • Sicherheitsabstand mindestens 1 Meter einhalten (Sitzplätze, also wer wo sitzen darf – sind gekennzeichnet.)
  • Vor und nach dem Betreten des Studios Hände waschen ODER Hände desinfizieren (Spender hängt im Studio 1)
  • Wir empfehlen eigene Kopfhörer (große Klinke) mitzunehmen. Natürlich können auch die vorhandenen benützt werden. Diese gehören aber vor und nach dem Gebrauch desinfiziert. (mit einem Desinfektionstuch)
  • Den Schaumgummi-Popschutz der Mikrophone, bitte mit den im Studio vorhandenenen „Jausensackerl“ schützen. (Audioqualität wurde von uns getestet!)
  • Bitte nach der Studionutzung, Mikroarme, Mischpult, Tastatur, Flächen, CD-Player… (kurz: Alles, was ihr berührt habt) mit Desinfektionstuch abwischen. „Jausensackerl“ vom Popschutz entsorgen. (Mülleimer vorm Studio)
  • Die Packung mit den Tüchern bitte sorgfältig wieder verschließen, diese trocknen sonst sehr schnell aus.
  • Wann immer möglich: Lüften. Wenn niemand nach euch ins Studio kommt, bitte das Fenster gekippt lassen.
  • Wenn nach euch eine Livesendung kommt (das erfahrt ihr bei der Anmeldung von Dorota) , bitte die Übergabezeit auf mindestens 10 Minuten verlängern (fünf am Anfang, fünf am Schluss – Musik abspielen), damit sich das mit Reinigung und Übergabe und dem Abstandhalten gut ausgeht.
  • Für Bürotermine gilt folgendes: Termin NUR nach Voranmeldung. Es gilt natürlich auch bei Radio FRO Maskenpflicht. Auch bei Gesprächen ist Abstand zu halten.
  • FoROm: Wir bitten darum, den Besprechungsraum derzeit NICHT zu benutzen.

Die Programmierung geht davon aus, wenn sich Sendungsmachende NICHT zur Live-Sendung anmelden, dass eine vorproduzierte Sendung drei Werktage vor Ausstrahlung an steuerung@fro.at gesendet wird.

D.h. das Studio wird nicht automatisch für eine Live-Sendung freigeschalten.

Wir bitten euch um Einhaltung der Richtlinien um euch selbst, das Team von Radio FRO und alle anderen Studiobenutzer*innen nicht unnötig zu gefährden.

DANKE

Euer Radio FRO-Team

 

 

 

 

 
Do 30. Apr 2020

Studiobetrieb

Das Warten auf den Studiobetrieb hat bald ein Ende!

Wir sind gerade dabei alles zu managen und wollen, dass ihr ab spätestens 10. Mai wieder live senden könnt. Dazu werden natürlich ein paar Dinge eingehalten werden müssen. Was das genau sein wird und wie wir das regeln folgt im Laufe der nächsten Woche.

In diesem Sinne wünschen wir euch allen, ein schönes verlängertes Wochenende!

Euer Radio FRO Team!

 
Do 12. Mär 2020

COVID-19 und unser Studiobetrieb

Liebe Programmmachende!

Aufgrund der derzeitigen Situation zur Corona-Pandemie wird auch RADIO FRO den LIVE-Studiobetrieb einstellen. Wir bitten Euch bezüglich der derzeitigen Umstände auf LIVE SENDUNGEN zu verzichten.
Gerne programmieren wir euch Wiederholungen eurer Sendungen.

Weiters wird auch der Betrieb von Radio FRO eingeschränkt d.h. die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Radio FRO werden ihre Arbeiten von zuhause aus erledigen und NICHT in der Kirchengasse 4 anzutreffen sein.

Bei Anfragen  bitten wir euch telefonisch mit uns in Kontakt zu treten: 0732/71 72 77 – 100 oder  0660/ 71 72 771

oder jeweils an die betreffende Stelle eine E-Mail zu richten:

* für’s Sendungen programmieren: steuerung@fro.at

* für Fragen zum Programm: programm@fro.at

* für allgemeine Fragen: fro@fro.at

* alle auf einem Blick: FRO-TEAM

Natürlich hat Freies Radio aber auch einen Vorteil, wenn ihr eure Sendung  selbst fresh von daheim produziert, sorgen wir natürlich dafür, dass sie  „On Air“ geht oder
als Podcast auf der CBA zur Verfügung steht.

Auch hier bitte – einfach eine Nachricht an uns!

Allem vorweg ist noch von Radio FRO  festzuhalten:

Wir sind ein Medium, das intensiv gegen Fake-News (etwa aus den sozialen Medien), gegen autoritäre Tendenzen und gegen Panik antritt sowie seine Informationspflicht und den kulturellen Auftrag erfüllt, auch gemäß eines Erlasses der KommAustria-RTR für “die besondere Bedeutung von Audiomedien und audiovisuellen Medien in Krisenzeiten”. Wenn ihr über aktuelle Entwicklungen berichtet, achtet auf Eure Quellen, verbreitet keine Panik und keine Falschmeldungen. Journalistische Sorgfaltspflicht ist oberstes Gebot!


Wir bitten euch in diesen noch nie dagewesenen Zeiten um gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis.

Mit lieben Grüßen

Michaela Kramesch
und das gesamte Radio FRO-Team!

—————————————————-
Mag.a Michaela Kramesch
Geschäftsführung
Mail: gf@fro.at
Mobil: +43 (0) 660 71 72 771

 

 
So 08. Mär 2020

8. März – Solidarität!

Unsere Auszubildende Tina Weinberger hat sich für den 8. März, den Weltfrauentag, ein schönes Projekt ausgedacht. Sie hat dazu aufgerufen, sich Gedanken zu machen, was der 8. März für jede und jeden persönlich für eine Bedeutung hat. Alle sollten sich dazu ein Wort suchen, dieses erklären und dann knipste Tina von allen ein Foto. (Diese Fotos werden auf unserer Facebookseite gepostet.)

Mein Wort dazu ist: SOLIDARITÄT

… und das meine ich natürlich in allen Bereichen eines gesellschaftlichen Zusammenlebens. Aber am 8. März gilt es einfach gesondert zu betonen, welche Unterschiede noch immer zwischen den Geschlechtern gemacht werden.

Der Einkommensunterschied in Österreich betrug 2019 – 20 %! 20 % weniger Einkommen. Womit ist dies gerechtfertigt?

Noch dazu kommt, dass an Frauen nach wie vor die Care-Arbeit hängen bleibt. Dass Frauen daher oft nur Teilzeitjobs ausüben können, dass so wiederum wertvolle Pensionsjahre verloren gehen, dass somit Altersarmut vorprogrammiert ist, ist ein verheerender Kreislauf, den unsere Gesellschaft institutionalisiert hat und duldet.

In Sachen Weltfrauentag mit dem Schlagwort „Kampftag“ ist es mir persönlich wichtig zu betonen, dass sich die Paradigmen und Standpunkte seit den ersten Frauenbewegungen verändert haben und ich – für mich – sehr wohl merke, dass Emanzipation und Feminismus nicht mehr allein „Frauensache“ ist.

Ich möchte hier Hanna Herbst zitieren
„Männliche Herrschaft zu einer weiblichen Herrschaft machen zu wollen, ist nichts als die Aufrechterhaltung dessen, was jetzt schon beschissen ist.“ (aus ihrem Buch „Feministin sagt man nicht“)

Oder – wenn wir schon bei den Zitaten sind – das wohl bekannteste von Johanna Dohnal, die ihrer Zeit mehr als voraus war:
„die Vision des Feminismus ist nicht eine „weibliche Zukunft“. Es ist eine menschliche Zukunft.“

Wobei wir wieder bei meinem Ausgangswort, für den 8. März sind: Solidarität.

Dem derzeitigen Erstarken von sogenannten männlichen Wertehaltungen, von einem konservativen Frauenbild in dieser neoliberalen, kapitalistischen, rechts-konservativen „Angst-Gesellschaft“ muss Einhalt geboten werden.

Wir müssen erkennen, dass wir Strukturen, Meinungen, Wertehaltungen, etc. nicht machtlos gegenüber stehen, sondern, dass wir nur reden müssen, aufstehen müssen, NEIN sagen müssen! Wir sind viele und jene die – so wie du und ich hier – auch das Privileg haben, ungeahndet das Wort ergreifen zu können – wir müssen einstehen dafür, laut sein und alle anderen an der Hand nehmen. Damit dieser dumpfe Populismus, Nationalismus, Sozialabbau, Sexismus, die Aushöhlung von Rechtsstaatlichkeit und die Ungleichbehandlung ein Ende haben.

Es wird ein langer Weg sein, aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir ihn gehen müssen: GEMEINSAM!

 
Fr 10. Jan 2020

Zivilgesellschaft stärken!

Ein gutes, neues Jahr 2020! Auch 2020 wollen wir als Freies und unabhängiges Medium die politischen Entwicklungen im Land kritisch begleiten, der Zivilgesellschaft notwendigen Raum bieten und Themen zur Sprache bringen, die ansonsten kaum oder gar nicht behandelt werden. Im Infomagazin FROzine legen wir den Fokus momentan auf die neue Bundesregierung mit mehreren Sendungen zu Themen wie Klimapolitik und einem politischen Ausblick.

Mit der 8-teiligen Veranstaltungsreihe #itsup2us zu demokratiepolitischen Themen wollen wir zivilgesellschaftliches Engagement sichtbar machen. Start der monatlichen Reihe ist am 30. Jänner 2020 zum Thema „Demokratie und Menschenrechte stärken“.

Ebenfalls spannend wird das Projekt Hörpfade binational, in Kooperation mit der Bewusstseinsregion Mauthausen-Gusen-St. Georgen und dem Bayerischen Rundfunk. Sind die deutsche Kleinstadt Dachau (bei München) und die österreichischen Gemeinden Mauthausen, Langenstein/Gusen und St. Georgen/Gusen Orte wie alle anderen? Ein einwöchiger Workshop wird dazu vom 1.3. bis 7.3.2020 in der Bewusstseinsregion Mauthausen und bei Radio FRO in Linz stattfinden. Mediencoaches vom Bayerischen Rundfunk und Teilnehmende aus München und Dachau werden zu Gast sein. Das Ziel ist es, die NS-Geschichte und ihre Nachwirkungen auf die Region als Podcasts hörbar zu machen.

Spannend wird auch, ob und wie sich der freie Mediensektor weiterentwickeln wird. Im Regierungsprogramm der neuen Bundesregierung von ÖVP und Die Grünen findet findet sich auch ein Satz zum nichtkommerziellen Rundfunk, also zu den Freien Radios und Freien Fernsehstationen. Dieser lautet:

Überprüfung der Dotierung des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds (NKRF) mit dem Ziel einer Erhöhung im Hinblick auf Entwicklung innovativer Medienformen.

Ob es also tatsächlich eine Erhöhung des 2010 geschaffenen Nichtkommerziellen Rundfunkfonds geben wird, oder nur eine „Überprüfung“ stattfindet, und was die Definition „innovativer Medienformen“ sein wird, ist also noch vage. Zu den bundespolitischen Forderungen der Freien Medien siehe auch unsere Publikation Land der Freien Medien Edition 2019

Der VCFÖ als österreichischer Verband der Community TVs ( Okto, FS1 – Freies Fernsehen Salzburg und Dorf TV) fordert ab dem Jahr 2020 eine Anhebung der Förderungen für den nichtkommerziellen Sektor von derzeit 3 auf 10 Millionen Euro. Die detaillierte Begründung dieser Forderung lässt sich im Positionspapier vom November 2019 nachlesen.

 

 
Do 09. Jan 2020

Der Rückblick aufs FRO-Jahr 2019

Auch 2019 war ein herausforderndes Jahr für Radio FRO. In finanzieller, aber auch persönlicher Hinsicht. Schließlich haben wir mit Juni 2019 durch das Auslaufen der Aktion 20.000 drei wertvolle Mitarbeiter verloren. Auch wenn uns Johannes, Erich und Erich als Sendungsmacher erhalten blieben, so fehlen sie doch im Arbeitsalltag. Mehr dazu hier: Sag zum Abschied leise Servus!

Das „Land der Freien Medien“ war 2019 sehr aktiv. Dorf TV, Freies Radio Salzkammergut, Freies Radio Freistadt, Radio B138 und Radio FRO haben gemeinsam eine Zeitschrift herausgegeben, die sich sehen, hören & vor allem lesen lassen kann! In der Podiumsdiskussion „Schluss mit der Medienkrise!“ im Presseclub wurde die Publikation vorgestellt und medienpolitische Forderungen der Freien Medien diskutiert.

Darüber hinaus noch ein kleiner Rückblick auf unsere Aktivitäten und Projekte im Jahr 2019 ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ein besonderes Dankeschön geht an unsere Mitglieder im FRO Freundeskreis! Ohne euren wertvollen Beitrag wären Investitionen und Projekte oder die unabhängige Berichterstattung im Infomagazin FROzine nicht möglich.