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Rauchzeichen - Tabakfabrik on air

Gärkessel statt Heizkessel

Als monumentale Skulptur der Moderne steht es im Mittelpunkt des Areals und zieht alle Blicke auf sich: das 1933 bis 1935 erbaute Kraftwerk der Tabakfabrik Linz. Nun werden seine Turbinen wieder angeworfen. Der Kreativbraumeister Martin Simion und die Tabakfabrik haben gemeinsam ein Konzept zur Renovierung und künftigen Nutzung des Kraftwerks erarbeitet. Insgesamt werden rund sieben Millionen Euro in die Revitalisierung des denkmalgeschützten Industriejuwels investiert. Im Kraftwerk der Tabakfabrik Linz entstehen ein multifunktionaler Hörsaal, ein Gastronomiebetrieb und eine Brauereianlage für Linzer Bier.

Dort, wo die Rohre einst Gas oder Schweröl transportierten, soll künftig Gerstensaft mit einer ganz speziellen Rezeptur sprudeln. Um das Kraftwerk als einen historischen Ort der Produktion zu erhalten, werden die übrigen Bereiche für eine Craftbier-Brauerei genutzt. Es handelt sich um eine kleine, feine Brauereianlage, bei der kein nennenswerter Zu- und Ablieferverkehr gegeben ist. So werden die ehemaligen Heizkessel in der imposanten Kesselhalle des Kraftwerks durch Gärkessel und Lagertanks ersetzt.

In den alten Gemäuern des Kraftwerks sollen sowohl klassische Linzer Biervarianten als auch wechselnde kreative Biersorten mit außergewöhnlichen Zutaten abseits der Massenware kreiert werden, die an jahrhundertealte Brautraditionen anknüpfen und diese konsequent weiterentwickeln.

Mit der Ansiedlung der Linzer Brauerei im Kraftwerk der Tabakfabrik erhält die oberösterreichische Landeshauptstadt ein Stück Identität zurück – nach rund 40 Jahren wird erstmals in Linz wieder Bier gebraut.

https://www.linzerbier.at/

Motor der Wissenschaft

Einst wurde das Kraftwerk der Tabakfabrik Linz mit Kohle gespeist, später mit Öl und Gas – heute soll es mit Innovationskraft betrieben werden und in Zukunft intellektuelle Energie für die Gesellschaft produzieren. Seit dem Jahr 2016 widmen sich die Kunstuniversität Linz und die Johannes Kepler Universität gemeinsam mit der Tabakfabrik der Aufgabe, das Kraftwerk als Triebwerk der interdisziplinären Forschung zu positionieren. Ziel ist die Schaffung eines Umfelds, das die inter- und transdisziplinäre Forschung ebenso wie die Entfaltung und Analyse kreativer Prozesse im Kraftwerk fördert.  Im Geist seiner alten Funktion wird das Kraftwerk so zur treibenden Kraft für Forschungsprojekte, die Kreativität, Experiment und Austausch zwischen den Universitäten, Disziplinen und Praxisbereichen ermöglichen und unterstützen.

Als Motor der Wissenschaft dient die Kesselhalle des Kraftwerks, die in einen multifunktionalen Hörsaal verwandelt wird. Die Kesselhalle ist mehrere Stockwerke hoch und bietet als spektakuläre Eventlocation mit unterschiedlichen Ebenen eine einzigartige Atmosphäre für Vorlesungen, Kongresse oder Abendveranstaltungen.

Um den facettenreichen Veranstaltungsreigen in der Kesselhalle gastronomisch zu versorgen, wird das Erdgeschoss des Kraftwerks dem leiblichen Wohl gewidmet sein und Platz für eine neue Gastronomieeinheit bieten.

Wir sprachen mit Braumeister Martin Simion von der Brau Union und mit dem Direktor der Tabakfabrik Chris Müller.

v.l.n.r. Johannes Mayerbrugger, Martin Simion und Erich Tomandl

Redaktion Jonannes Mayerbrugger und Erich Tomandl

 

Zuletzt geändert am 10.02.20, 16:37 Uhr

Gesendet am Di 11. Feb 2020 / 17 Uhr

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