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Jeden 2. Sonntag im Monat, 20 - 21 Uhr | Wiederholung jeweils: | Jeden 4. Sonntag im Monat, 20 - 21 Uhr

Flaneur und Distel

Wir verbringen immer mehr Lebenszeit in Zimmern, Wohnungen und Häusern. Die Sendereihe „Flaneur und Distel“ durchbricht diese Mauern und begibt sich einmal im Monat auf wilde Streifzüge durch die Landschaft vor der Haustür.

Zu den akustischen Fundstücken am Wegesrand zählen Gespräche mit WissenschafterInnen und AnrainerInnen, Geschichten und Entdeckungen zu Stadtwildnis und Landstrichen, Tieren, Ruinen, Pflanzen, Flüssen, Wäldern und dem Niemandsland zwischen Ortsrand und Einkaufszentren. Dazu passend gibt es Zitate und Ausschnitte aus Film, Literatur und Musik.

Video: Flaneur und Distel

 

Verantwortliche/r: Daniela Lipka und Hartmut Schnedl
Kontakt: daniela.lipka@gmx.at
Sprachen: Deutsch

Kommende Sendetermine

Jun
14
20 - 21 Uhr
Jun
28
20 - 21 Uhr
Jul
12
20 - 21 Uhr

RedakteurInnen

Daniela Lipka, Hartmut Schnedl

Vergangene Sendungen

Gift, Gefahr, Genuss (Wiederholung vom 12. Juni 2016)

Eine Sendung über todbringende Pflanzen, us-amerikanisches Naturverständnis zwischen Kreationismus und Schutz der Wildnis und über einen österreichischen Tabakbauern und Zigarettenfabrikanten. Reinhard Hohenegger vom Botanischen Garten Wien erzählt von wehrhaften Pflanzen und warum es keine gute Idee ist, zu einem Grillabend einen Spieß aus Oleanderholz mitzubringen. Shane Schoolman, ein Biologe aus Colorado, spricht über us-amerikanische Biologiebücher, die in Texas zensuriert werden, über die Gefahren in der amerikanischen Wildnis und über den Kultautor und Ökoaktivisten Edward Abbey, dessen Leichnam in der Wüste Arizonas verbuddelt wurde. Warum man hierzulande mit einer Schaufel in den Wald gehen soll, erfährt ihr im Gespräch. Reinhard Leitner baut auf einem kleinen Feld im Weinviertel Tabak an und will mit seinen “Tschick” die Rauchkultur in Österreich wiederbeleben. Er erklärt, was seine kleine Ein-Mann-Firma von den großen Tabakkonzernen unterscheidet, und warum die Feldhasen seine Pflanzen nicht anknabbern. Die gefährlich-genüssliche Musik kommt von The Stranglers, King Dude, The Coasters, Lou Rawls und Nick Cave and the Bad Seeds.

Wenn Elefanten „rumblen“- die Erforschung der Tierlaute

Angela Stöger-Horwath ist Bioakustikerin. Sie erforscht die Laute der Tiere und was sie dadurch mitteilen. Sie hat das Buch "Von singenden Mäusen und quietschenden Elefanten - Wie Tiere kommunizieren und was wir lernen, wenn wir ihnen zuhören." geschrieben. Es ist jüngst zum Wissenschaftsbuch des Jahres gewählt worden. Wir haben die Forscherin im Department of Cognitive Biology an der Uni Wien zum Interview getroffen. Zum Bild: (c) Privat Angela Stöger-Horwaths Spezialgebiet ist die Erforschung der Elefantenlaute.

Interview mit hackedepicciotto zum neuen Album The silver threshold

Alexander Hacke, der Bassist der "Einstürzenden Neubauten" und Danielle de Picciotto, die Mitbegründerin der Loveparade, sind ein Ehepaar, das als Duo unter dem Bandnamen hackedepicciotto auf der Bühne steht. In ihrem neuen Album "The silver threshhold" geht es um die Schwelle, auf der sich die Menschheit momentan befindet. hackedepicciotto liefern dazu den mutmachenden Soundtrack, ein Stärkungsmittel aus exotischen und hypnotischen Sounds, spoken word poetry und Kehlkopfgesang. Im Interview mit Daniela Lipka erzählen die beiden unter anderem, wie sie per Zug auf Tournee gehen, warum eine Drehleier ramponiert am besten klingt und wie es zu ihrem ersten Liebesduett kam.

Gehen auf alten Wegen und in der Lobau

Martin Burger ist den Spuren der Römer, Pilger und Händler durch Niederösterreich gefolgt und hat darüber einen Reiseführer geschrieben. Wir haben ihn ein Stück begleitet und mit ihm über sein Buch "Gehen auf alten Wegen" gesprochen.  Im zweiten Teil der Sendung schlendern Flaneur und Distel durch die Lobau und sinnieren über das Gehen mit einem Holzstock, über das barfuß und bei Nacht draußen sein, über Begegnungen am Wegesrand und über Bücher von Menschen, die weite Distanzen zu Fuß zurückgelegt haben.

Die Besetzung der Hainburger Au – vom Blutigen Mittwoch zum...

Zwischen Wien und Bratislava liegt eine der letzten frei fließenden Flussstrecken der Donau. Die Auwälder, welche die Flussstrecke begleiten, sind heute zum großen Teil geschützt und Teil des Nationalpark Donauauen. Wäre es nach den Plänen der Österreichischen Bundesregierung gegangen, sähe es heute anders aus. Statt eines Nationalparks gäbe es ein Kraftwerk, dessen Stauraum bis nach Wien zurückreichen würde. Im Dezember 1984 sollten in der Au bei Stopfenreuth erste Rodungsarbeiten beginnen. Aktivist*innen besetzten die Au, um Baumfällungen zu behindern. Es war eine der größten Protestaktionen welche die Republik Österreich je gesehen hatte. Eine breite Allianz von Anwohner*innen, Student*innen, Naturschützer*innen, Bürgerinitiativen, Prominenten und Politiker*innen verschiedener Couleur beteiligten sich am gewaltlosen zivilen Ungehorsam. Manfred Rosenberger ist Zeitzeuge und Aktivist der ersten Stunde. Er erzählt von den Auseinandersetzungen mit der Polizei, vom Übernachten im Wald bei 24 Grad unter Null, von der einzigartigen Stimmung im Protestcamp und schließlich vom Erfolg der Naturschützer*innen.

Die Nacht (Wiederholung vom 10. September 2015)

Expert*innen der Nacht und der Dunkelheit sprechen über Dinge, die man ohne Licht tun kann, die man nur in der Nacht sieht, und denen man nach Sonnenuntergang begegnet. Helmut Schachinger, Geschäftsführer der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ erzählt wie Blinde gärtnern. Er beschreibt, welche Empfindungen er beim blind im Schwimmen im Meer hat,  wie er Menschen anhand ihrer Schritte einschätzen kann und was das alles mit dem Gefühl der Geborgenheit zu tun hat. Der Astronom Günther Wuchterl, Leiter der Kuffner Sternwarte, spricht über Lichtverschmutzung, das Verschwinden der Sternbilder am Großstadthimmel und über den Reiz, gefährliche Orte bei Nacht zu betreten. Der Fledermausforscher Ulrich Hüttmeir erinnert sich an seine nächtlichen Streifzügen durch Großstädte und Wälder, bei denen er mit Eicheln beworfen wurde und er erklärt, warum Fledermäuse ihre Umwelt wie Discotänzer wahrnehmen. Wilhelm Gabler, Gründer und Obmann der Vienna Ghosthunters berichtet wie er paranormalen Phänomenen mit technischen Mitteln auf den Grund geht und warum es so schwer ist, eine Geistererscheinung nachzuweisen. Daniela Lipka und Hartmut Schnedl, die Gestalter der Sendereihe „Flaneur und Distel“ sprechen über das Gemälde „Sternennacht“ von Vincent van Gogh. Sie berichten von ihren Erfahrungen beim Schlafen in Wäldern und Wiesen. Die Nacht-Musik kommt von Les Nubians, Bonnie Prince Billy, Don McLean, The Cure, Blacktop, Cat Power und Eddie Vedder.

In memoriam Ben Wagin: Berlin- Kunst zwischen Underground und...

Zur Erinnerung an Ben Wagin bringen wir ein Interview mit ihm, das wir 2019 bei einem spontanen Besuch in seiner Wohnung aufgenommen haben. Flaneur und Distel hat es nach Berlin verschlagen: Wir besuchen den Maler, Aktions- und Landartkünstler Ben Wagin in seinem Haus im Tiergarten und schauen uns das Tier-Theaterstück „Hirundo rustica – Die Rauchschwalbe“ von „Fräulein Brehms Tierleben“ an. Wir sprechen mit der Musikerin und Künstlerin Danielle de Picciotto über die Leichtigkeit des Seins in Berlin am Ende der 1980er und 90er Jahre. Sie hat darüber das Buch „The beauty of transgression – a berlin memoir“ geschrieben.

Wer rettet die Lobau? Der langsame Tod eines Nationalparks (Wiederholung...

Die Lobau trocknet aus. Wo bleibt das Wasser? Der Anblick blühender Seerosen ist für viele Menschen ein schönes Naturerlebnis. In der Lobau sind Seerosen ein alarmierendes Zeichen für das langsame Sterben einer Wasserlandschaft. Der Au geht das Wasser aus. Wir befragen den Wildtier-Fotograf und Anrainer Kurt Kracher, den Lokalhistoriker Robert Eichert, Jutta Matysek  von der BürgerInitiative „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“  sowie Univ. Prof. Dr. Thomas Hein vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement ( Universität für Bodenkultur Wien) über die Hintergründe und über mögliche Rettungsmaßnahmen. Der historische und aktuelle Zustand der Lobau wird im Blog Lobaumuseum dokumentiert.

Costa Rica – das verlorene, gekaufte und wiedergefundene Paradies...

Daniela Lipka und Hartmut Schnedl stellen in dieser Sendung einen Regenwaldretter vor, lassen Auswanderer zu Wort kommen und heften sich an die Fersen von Osa-Blindwühle und Gladiatorfrosch. Sie haben das Land im Dezember 2016 bereist. Der Naturalist-Guide Ely Lopez erklärt, warum der Regenwald für ihn ein Boxring ist. Der Initiator vom „Regenwald der Österreicher“, Michael Schnitzler schildert, welche Strategien ein erfolgreiches Umweltprojekt vorantreiben. Mit seiner Hilfe können Betriebe, die einen CO2-Emissionsausgleich machen wollen, die Wiederbepflanzung von Regenwaldflächen in Costa Rica unterstützen. Link: www.regenwald.at Martin Wild ist Zivildiener und hat sich für den Auslandsdienst in Costa Rica entschieden. Er wohnt und arbeitet in der Tropenstation La Gamba, wo er als Nicht-Biologe und ehemaliger Florianer-Sängerknabe lernt, mit giftigen Lanzenottern, bissigen Ameisen und schimmligen Unterkünfte zu leben. Er erzählt von dem (gar nicht so große) Mentalitätsunterschied zwischen Costa Ricaner*innen und Österreicher*innen und dass er sich trotz ewigen Sommers nach dem Wechsel der Jahreszeiten sehnt. Heinz Müller lebt seit 18 Jahren in Costa Rica und führt eine Fremdenpension nahe dem pazifischen Strand. Er braucht zwar weder Heizöl noch Winterstiefel, reich geworden ist er hier allerdings auch nicht. Rund um die Tropenstation La Gamba unternimmt der Biologe Michael Franzen nächtliche Streifzüge. Er beobachtet seltsame Lebensformen und nimmt ein Regenwald-Klischee unter die Lupe. Hartmut Schnedl hat den Geräuschen in Costa Rica gelauscht und zieht den Schluss: Hier herrscht eine Angst vor Stille – sowohl im Regenwald als auch in den Städten.

Gespräch mit Willy Puchner: der Künstler, sein Kater und das Netzwerk...

Willy Puchner schreibt und malt phantasievolle Bilderbücher für Kinder und für Erwachsene, die im Herzen Kind geblieben sind. Es sind teils magische, teils naturkundliche und immer sehr persönliche Betrachtungen der Welt und des Lebens. Seine Fotografien sind dokumentarisch, aber nicht weniger persönlich. Es geht ums Reisen, ums Altern und immer wieder um die Natur. Willy Puchner lebt mit seinem rotweißen Kater Tiger in einem umgebauten Bauernhof im Südburgenland und verwandelt seine Umwelt Stück für Stück in ein Gesamtkunstwerk. Er webt an einem Netzwerk des Schönen und ist überzeugt davon, dass niemand so intellektuell und abgebrüht ist, dass er sich nicht über ein wenig Glitzer freut.

Wie Käfer und Bürger *innen Natur retten können

Wir sprechen mit Christian Schuhböck von der Natur- und Landschaftsschutzorganisation „Alliance for Nature" über Fledermausleichen unter Windrädern, über einen Käfer als Saboteur eines Tunnelprojekts und über das mögliche Ende eines Nationalparks. Was für Indien der Bengal-Tiger, das ist für die Lobau der Einhorn-Trüffelkäfer. Nach Jahren eines Lebens im Verborgenen wurde er vom Käferexperten Alexander Dostal wiederentdeckt. Er erzählt uns, was den Einhorn-Trüffelkäfer zum Star der Lobau macht.