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Jeden 2. Sonntag im Monat, 20 - 21 Uhr | Wiederholung jeweils: | Jeden 4. Sonntag im Monat, 20 - 21 Uhr

Flaneur und Distel

Wir verbringen immer mehr Lebenszeit in Zimmern, Wohnungen und Häusern. Die Sendereihe „Flaneur und Distel“ durchbricht diese Mauern und begibt sich einmal im Monat auf wilde Streifzüge durch die Landschaft vor der Haustür.

Zu den akustischen Fundstücken am Wegesrand zählen Gespräche mit WissenschafterInnen und AnrainerInnen, Geschichten und Entdeckungen zu Stadtwildnis und Landstrichen, Tieren, Ruinen, Pflanzen, Flüssen, Wäldern und dem Niemandsland zwischen Ortsrand und Einkaufszentren. Dazu passend gibt es Zitate und Ausschnitte aus Film, Literatur und Musik.

Video: Flaneur und Distel

 

Verantwortliche/r: Daniela Lipka und Hartmut Schnedl
Kontakt: daniela.lipka@gmx.at
Sprachen: Deutsch

Kommende Sendetermine

Jun
14
20 - 21 Uhr
Jun
28
20 - 21 Uhr
Jul
12
20 - 21 Uhr

RedakteurInnen

Daniela Lipka, Hartmut Schnedl

Vergangene Sendungen

Grünzeug: Von grünen Lügen und echt veganen Bauern (Wiederholung vom...

Filmmacher Werner Boote fühlt mit seinem Dokumentarfilm „The Green Lie – Die Ökolügen der Konzerne und wie wir uns dagegen wehren können“ den grünen Heilsversprechen großer Konzerne auf den Zahn. Im Interview erklärt er, warum man das Wort „Nachhaltigkeit“ am besten aus seinem Wortschatz streichen soll, und er erzählt von seinem persönlichen Zugang zu den Themen seiner Filme. Außerdem gibt es einen kurzen Ausflug in die Symbolik der Farbe Grün und einen Besuch auf dem veganen Bauernhof „Rinderwahnsinn“ im Waldviertel. Stefanie Buchinger und Hubert Gassner stellen ihre Kühe und Schweine vor, die nicht mehr geschlachtet werden und Hubert, der früher Rinderzüchter gewesen ist, berichtet von seiner Wandlung zum veganen Bauern.

Spuren (Wiederholung vom 15.2.2016)

In dieser Sendung geht es um Spuren von Tieren, Spuren von Menschen und um jene Spuren, die spätere Generationen von unserer Zivilisation vorfinden werden. Michael Wagreich, Professor für Sedimentologie und Stratigraphie an der Universität Wien erklärt, warum Sedimente aus Plastik, Aluminium und Beton ein neues Erdzeitalter definieren könnten. Berufsdetektiv Peter Pokorny verrät, welche Spuren er verfolgt, um verschwundene Personen zu finden und Simone Singh Sondhi von der Wildnisschule Wild Sprouts berichtet über ihre Leidenschaft, das Spurenlesen. „Distel“ Daniela Lipka hat den Film „All the Little Animals“ mit Christian Bale und John Hurt aus den Archiven ausgegraben. Sie stellt dieses vergessene Meisterwerk als Film-Tipp vor. „Flaneur“ Hartmut Schnedl hat das Buch „Die Welt ohne uns“ von Alan Weisman gelesen und schlägt eine Brücke zum Film „Homo Sapiens“ von Nikolaus Geyrhalter, der auf dem Filmfestival Berlinale gezeigt wurde. Die musikalischen Fährten kommen von The Pretenders, Nick Cave and the Bad Seeds, Miles Davis, Mike Ness, Laura Veirs, Ronnie Spector, Rachel Unthank and the Winterset und Delany Davidson.

Kampfzonen (Wiederholung von 12.11.2017)

Eine Sendung über Gladiatoren in Carnuntum, über Menschen, die sich in das Jahr 1278 hineinversetzen und die Schlacht bei Dürnkrut nachstellen, über den Kampf der Eschenbäume mit einem asiatischen Pilz und über einen Soziologieprofessor, der Duelle in der Wiener Unterwelt erforscht. Gladiatoren waren im antiken Römischen Reich die Stars der Unterhaltungsindustrie. Sie wurden vom Publikum geliebt und von den Veranstaltern der Gladiatorenkämpfe als Investition betrachtet, die Rendite bringen sollte. Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter des archäologischen Parks Carnuntum, wo jüngst Reste einer Gladiatorenschule entdeckt wurde, erzählt vom Alltag und vom Sterben der antiken Berufskämpfer. In Dürnkrut fand 1278 die zweitgrößte Ritterschlacht der Geschichte statt. Günter Baumgartner und der Verein Prima Nocte schlüpfen in Rüstungen und selbstgewebtes Tuch, um wie die Menschen des Jahres 1278 das Mittelalter hautnah zu spüren. Ein asiatischer Pilz namens Falsches Weißes Stängelbecherchen hat die Eschenbäume in ganz Europa befallen. Für viele Waldgebiete gibt es wegen der erkrankten und absterbenden Bäume bereits ein Betretungsverbot. Die hierzulande zweithäufigste Laubbaumart könnte bald für immer aus den Wäldern verschwinden. Die Erhaltungsinitiative „Esche in Not“ möchte die Eschen in letzter Sekunde retten. Der Genetiker Univ. Prof. Dr .Dr. Thomas Geburek vom Bundesforschungszentrum für Wald ist maßgeblich an der Aktion beteiligt und erzählt, wie die Eschen den Überlebenskampf gewinnen können. Roand Girtler, Soziologieprofessor an der Universität Wien, schreibt in seinen Büchern von Säbel- und Pistolenduellen unter „Feinen Leuten“ und von Duellen mit Messern und Fäusten in der Wiener Unterwelt. Er selbst war auch schon in Duelle verwickelt. Im vierten Beitrag der Sendung erzählt er mehr davon. Dazu passende Musik kommt von Eliza Carthy, Fieux Farka Touré & Julia Easterlin, Alexandra, Ella Fitzgerald und Nick Cave & The Bad Seeds. Gestaltung: Daniela Lipka und Hartmut Schnedl

Hardegg an der Thaya: In einer kleinen Stadt (Wiederholung von 11.1.2016)

Hardegg an der Thaya ist die kleinste Stadt Österreichs mit an die 80 ständigen Einwohnern. In den Wäldern rund um Hardegg lebt die europäische Wildkatze. Nur: Gesehen hat sie noch niemand. Lediglich ein paar DNA-Proben beweisen, dass sie hier heimisch ist, erzählt Förster Wolfgang Riener vom Nationalpark Thayatal. Einfacher, als das geheime Leben der Wildkatze Felis silvestris silvestris zu erforschen, ist es, die gesprächigen Bewohner von Hardegg kennenzulernen. Anton Sackl ist der vermutlich letzte Bäcker des Ortes und wirkt manchmal auch als Seelsorger. Seine Frau Ilse betreibt eine Greißlerei, die den sozialen Mittelpunkt des kleinen Ortes bildet. Harald Riedl, ein pensionierter Biologe aus Wien hat sich vor einigen Jahren in Hardegg angesiedelt und berichtet von seiner Leidenschaft, dem Barfußgehen und von tierischen Besuchern an seiner Haustür. Hartmut Schnedl stellt das Buch „Die seltsamsten Orte der Welt“ von Alastair Bonnet  vor. Der Buchtipp von Daniela Lipka heißt „In einer kleinen Stadt“ Needful Things von Stephen King. Die Musik kommt von The Tokens, Hop Trop, Tom Waits, Calexico, Patti Smith, Buena Vista Social Club und Soap & Skin.

Sloweniens wilder Süden. Von Selbstversorgern und Menschen, die auf...

In dieser Sendung machen wir eine Landpartie nach Bela Krajina und besuchen ein Ehepaar aus Laibach, das es in ein kleines Dorf verschlagen hat. Und wir befragen die Wildtier-Fotografen Marc Graf und Christine Sonvilla, die das Zusammenleben von Menschen und Bären in Slowenien erforscht und dokumentiert haben. Ihre Erlebnisse, Erkenntnisse und Fotos haben sie im beeindruckenden Bildband „Unter wilden Bären“ verewigt und sie beweisen damit, dass ein Zusammenleben von Mensch und Bär in Mitteleuropa möglich ist. Wir machen uns auf zu eine Bärenbeobachtungstour und warten auf den großen Auftritt von Meister Petz im nächtlichen Wald.

Was von uns bleibt – Memory of Mankind

Für ArchäologInnen von heute sind die Funde aus dem Salzbergwerk Hallstatt ein reiche Quelle des Wissens über die Bronze- und ältere Eisenzeit. Und vielleicht werden ArchäologInnen einer zukünftigen Zivilisation das Bergwerk auch als Quelle des Wissens über das 21. Jahrhundert entdecken. Das liegt an einem Projekt, das der Künstler und Keramiktechniker Martin Kunze 2012 ins Leben gerufen hat.

Summen und Schnuppern. Von Wildbienen und der Welt der Gerüche

Die Wildbienenexpertin Sabine Schoder erzählt vom ausgefallenen Kopfschmuck, den manche wilde Bienen-Arten tragen  und mit welchen Pflanzen sich Wildbienen in den Garten locken lassen. Wir erfahren von ihr, welche weiblichen Gäste in ein Insektenhotel einchecken und welche lieber am Sandboden campieren. Der Geruchsforscher Johannes Frasnelli erklärt, warum Menschen manchmal besser riechen können als Hunde und welche Gerüche aus unserer Welt verschwunden sind. Sein aktuelles Buch heißt "Wir riechen besser als wir denken: Wie der Geruchssinn Erinnerungen prägt, Krankheiten vorhersagt und unser Liebesleben steuert". Am 21. September 2020 präsentiert er es im Kepler Salon, Linz. 

Soundsucher am englischen Strand: Portrait über Hackedepicciotto und...

Alexander Hacke, Bassist der „Einstürzenden Neubauten“ und Danielle de Picciotto, Multimediakünstlerin und Mitbegründerin der Love Parade, sind ein Ehepaar und als Musiker-Duo „Hackedepicciotto“ weltweit auf der Suche nach alten Instrumenten und neuen Sounds, die sie zu ihrem selbsternannten Genre „cinematic drone“ verarbeiten. Ihr aktuelles Album heißt „The current“. Vor ihrem Auftritt im Wiener Rhiz am 21. Februar 2020 erzählten sie Daniela Lipka im Interview, was Heinrich Heines „Loreley“ mit der Gier unserer Gesellschaft zu tun hat, warum das englische Blackpool ein idealer Ort ist, um fernab von Hipstertum und Gentrifizierung neue Sounds zu finden, wie Alexander Hacke ein Set mit Tarotkarten vertont und ein Berliner Eissalon ihre Musik in vegane Schlemmereien verwandelt hat. „The current“ kommt als Energie-Infusion, die dabei hilft, den Kopf zu heben und Grenzen zu durchbrechen. Let’s dance auf Ruinen am Seventh day! Video: https://www.youtube.com/watch?v=3XBsHi47Kxs

Peter Iwaniewicz – über Stadtmenschen und andere Tiere

Was haben Spinnen, Käfer, Asseln und Silberfischchen mit einem urbanen Wochenjournal für Politik, Kultur und Stadtleben zu tun? Das Bindeglied heißt „Tier der Woche“. Eine Kolumne, die der Biologe und Kulturökologe Peter Iwaniewicz seit vielen Jahren für die Wochenzeitschrift „Falter“ schreibt. In unserer Sendung erklärt Iwaniewicz, warum er sich auf Insektenkunde spezialisiert hat, anstatt durchs Unterholz zu springen, um dort Schlangen mit der Hand zu fangen. Er erzählt vom spezifischen Humor der BiologInnen und von Katzen, die zu Scherzen aufgelegt sind. Er führt aus, wie eine Fernsehkolumne in der „Kronen Zeitung“ dazu beitragen kann, besser verständliche und unterhaltsamere Texte für die Naturvermittlung zu verfassen und fordert, dass die Politik mehr auf Fachleute hören soll. Dazu gibt es Blues und Jazz – handverlesen von unserem Gast. Sein aktuelles Buch „Menschen, Tiere und andere Dramen“ ist im Kremayr & Scheriau Verlag erschienen.

Höhenangst (Wiederholung 17.5.2017)

In dieser Sendung geht es um die Kunst, auf einem schmalen Band einen Abgrund zu überqueren, um künstlich erzeugte Höhenangst aus dem Labor und Filme am Rande am Abgrunds. Reinhard Kleindl ist theoretischr Physiker, Krimiautor und professioneller Slackliner aus Graz. Er erklärt, warum Slacklining ein Gentleman’s Sport ist und Athleten mit Höhenangst mehr Spaß daran haben. Anna Felnhofer und Oswald Kothgassner haben im Virtual Reality Laboratory der Universität Wien erforscht, ob sich Höhenangst künstlich erzeugen lässt. Ihre Forschungsergebnisse haben sie im Interview mit Daniela Lipka preisgegeben. Hartmut Schnedl hat sich auf die Suche nach Filmen gemacht die Höhenangst verursachen. Er ist fündig geworden und stellt acht Beispiele vor, von der Stummfilmkomödie bis zum 3D-Biopic. Fremdmaterial in Höhenangst The Man on the Burning Tightrope by Firewater © Der Berg by Wolfgang Ambros © Where is my Mind by Pixies © At the ball by Laurel and Hardy © The Nightmare and the Dawn by Bernard Hermann © Time Lapse by Michael Nyman © Waves of Fear by Lou Reed © Falling (Twin Peaks) by Julee Cruise ©