Do 19. Sep 2019

Extrablatt! Extrablatt! Land der Freien Medien – Edition 2019

Michaela Kramesch

Wenn Sie sich jetzt fragen, was ist dieses „Land der Freien Medien“? Dann sind Sie sicher nicht alleine, aber ich habe mich ja zur Tastatur gesetzt, um dies zu beantworten.
In keinem anderen Bundesland ist die
Dichte an Freien Medien – oder auch Community Medien genannt – so groß wie in Oberösterreich. Wir, das Land der Freien Medien, sind: Dorf TV, Freies Radio Salzkammergut, Freies Radio Freistadt, Radio B138 und Radio FRO! Community Medien, die nach der Charta der Freien Medien handeln, die den offenen Zugang pflegen und die jenseits von Kommerz und Quotendruck versuchen, die Medienlandschaft um unabhängige, offene und freie Berichterstattung zu ergänzen.

Diese fünf Medien haben sich uns zu diesem Bündnis zusammengeschlossen und vor gut einem Jahr die Idee geboren, sich wieder auf eine andere Art und Weise Gehör zu verschaffen. Obwohl Gehör angesichts einer Printausgabe wohl der falsche Ausdruck ist. Ja wir haben unsere Aufnahmegeräte, Mikrofone und Kameras in unsere Technikkammerl gelegt und unsere Bleistifte gespitzt.

Abseits von TV und Radio haben wir uns eine Partnerin gesucht, die von Printmedien mehr versteht als wir und so danken wir der KUPF OÖ, dass sie mit uns gemeinsam diese Streit… ähm Zeitschrift auf den Weg gebracht hat, als Sonderausgabe in ihrer regulären Printausgabe.

In Vertretung für Radio FRO haben Ingo Leindecker , Sigrid Ecker und Michael Diesenreither die Stifte zur Hand genommen.

Sigrid Ecker z.B. reflektiert ihre Arbeit als Chefredakteurin des Infomagazins FROzine. Unter dem Titel „Wider die große Gereiztheit – Über die Notwendigkeit einer Freien Redaktion, wie diese arbeitet und warum wir sie alle brauchen.“  wird dargelegt, warum es Medien braucht, die keinem kommerziellen Leistungsdruck unterliegen, aber gleichzeitig das Damoklesschwert der Kürzungen darüber schwebt.

Michael Diesenreither, FROzine-Redakteur und Verantwortlicher für die Bereiche PR & Kultur und Bildung, stellt sich dem Thema: „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ und macht damit ein Thema auf, über das nicht so gerne offen gesprochen wird. Prekäre Arbeitsverhältnisse sind im Kunst- und Kultursektor an der Tagesordnung, aber ist uns beim Dilemma zwischen eigenen Produktionsansprüchen und dem sozialem Raum, den wir bieten wollen, zweiterer abhanden gekommen?

Ingo Leindecker, Vorsitzender des Radio FRO-Verwaltungsausschusses und Mitentwickler des CBAs, schreibt über die „Freien Medien und ihre neuen Notwendigkeiten.“ Er diskutiert hier die Veränderungen der Rahmenbedingungen.  Hierzu meint er: „Neue medien- und netzpolitische Anstrengungen sind nötig, um Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt unter veränderten Rahmenbedingungen dauerhaft zu gewährleisten.“  Diese neuen Anforderungen, so schreibt er in seinem Artikel, hat er schon vor 10 Jahren zur Diskussion gestellt … aber lesen Sie doch bitte selbst!

Dies sind lediglich drei Artikel, die von FRO-Redakteur*innen verfasst wurden, drei von vielen kritischen, selbstreflektierenden Beiträgen aller Community-Medien in Oberösterreich, die Denkanstoß sein sollen. Auch außerhalb unserer Bubble wurden Meinungen und Statements mittels Interviews eingeholt, und im Herzen der Ausgabe befinden sich unsere gemeinsam formulierten Forderungen an die Politik. Erstaunlich, wir konnten sie auf zwei Seiten zusammenfassen, aber nach über 20 Jahren wissen wir, wo die Reise hingehen soll!

Am Ende bleibt mir nur noch ein Danke an alle engagierten Menschen zu richten, die diese Ausgabe auf den Weg gebracht haben!

Lesen Sie alles, hinterfragen Sie alles und reden Sie mit uns drüber oder noch besser, machen Sie doch Ihre eigene Sendung!

Den Link zur Zeitschrift gibt es hier:

Land der freien Medien – Edition 2019

 

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