Fr 05. Okt 2018

Eine umtriebige Zeit

Michaela Kramesch

Warum umtriebig, fragen Sie sich vielleicht, aber ein Blick in die Nachrichtenwelt reicht – es tut sich was. Gleich drei Volksbegehren gibt es, die auf den Weg geschickt wurden, zwei davon finde ich unterschreibenswert.

 

Welches wohl nicht?

Die Antwort hat drei Buchstaben: GIS! Ja ich bin für GIS-Gebühren, auch wenn sie mir in jungen Jahren zwischen Studium und prekären Arbeitsverhältnissen aus rein finanzieller Sicht ein Dorn im Auge waren. GIS-Gebühren bedeuten trotzdem noch immer eine unabhängige Berichterstattung und vergessen Sie bitten den Bildungsauftrag nicht! (ok da war jetzt vielleicht etwas Sarkasmus dabei) Natürlich, darüber würde der eine oder die andere jetzt gerne diskutieren, aber in Zeiten, in denen vom Innenminister Schreiben rausgehen, die definitiv Zensur bedeuten, ist die Unabhängigkeit eines öffentlichen Rundfunks zu verteidigen und dies ist nur möglich, wenn der öffentliche Rundfunk, der im Namen enthaltenen Öffentlichkeit, also uns gehört!

Apropos Innenminister Kickl, dazu gibt es Seitens der Freien Radios Österreich auch eine Stellungnahme und zwar hier:

https://www.freie-radios.at/artikel.php?id=991

Frauenvolksbegehren

Zum Frauenvolksbegehren gibt es meinerseits nur zur sagen: Bitte nehmen Sie Ihre Beine in die Hand und unterschreiben Sie dieses! Radio FRO hatte ja vor kurzem einen Beitrag in „Kultur und Bildung Spezial“ zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht und ich bitte darum, reinzuhören. Einhundertjahre sind in der Menschheitsgeschichte ein Augenzwinkern – ein kurzer Zeitraum in dem es zuvor laaaaange gebraucht hat, ein Wahlrecht für Frauen durchzusetzen.

Aber bis zur Gleichstellung ist es noch ein langer Weg, siehe allein anhand des Equal Pay Days (EPD). Stellt man das Gehalt der Männer und das der Frauen aufs Jahr gesehen gegenüber, dann arbeiten Frauen ab dem EPD quasi gratis. Dieser Tag ist übrigens dieses Jahr in Linz am 23. Oktober. Somit arbeiten die Linzerinnen 70 Tage „gratis“, das entspricht einem Einkommensunterschied von 19,1 % auf Basis ganzjähriger Vollzeiteinkommen.

Und bitte – das ist kein Volksbegehren Frauen gegen Männer, das ist kein von „frustrierten Kampf-Feministinnen“ (bähhh ich kanns nicht mehr hören) initiiertes Volksbegehren, es geht um uns und dass sich jede*r selbst die Frage stellt: In welcher Gesellschaft möchte ich denn leben? In welcher Gesellschaft möchte ich, dass meine Frau/Freundin/Oma/Tochter/… lebt?

Don’t Smoke

Dem dritten Volksbegehren sei ebenso meine Empfehlung zum Unterschreiben gegeben. Dazu möchte ich anmerken: Ja, ich bin Raucherin! So sehe ich es auch meine eigene Verantwortung, dass ich die Verpestung der Luft und die Schädigung meiner Gesundheit als selbstbestimmter Mensch, alleine für mich in der Hand habe und nicht meine umliegenden Mitmenschen da hineinziehen muss. Österreich ist auch bestimmt mit Nichtraucher*innenschutz, ein gastfreundliches Land!

Links:

100 Jahre Frauenwahlrecht K&B Spezial

FROzine: Frauenvolksbegehren = Gesellschaftsvolksbegehren

Die Forderungen des Frauenvolksbegehrens

Infos zum Don’t smoke Volksbegehren

 

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