Feed Me & Radical Broadcast
In Feed Me werden Mensch-Technologie Interaktionen beleuchtet. | DorfTV macht unvorhersehbare Sendungen mit Publikumsbeteiligung.
Von der Maschine einverleibt werden
Die Ausstellung der Ludwig Maximilian Universität in München hat man am JKU Med Campus ansehen können. Interaktive Arbeiten haben sich damit beschäftigt, wie Menschen mit künstlicher Intelligenz umgehen, sich damit austauschen, wie wir mit Datenverarbeitung umgehen und welche Auswirkungen die digitale Welt auf Menschen haben kann. Aylin Yilmaz hat mit den Studierenden der LMU zwei Werken gesprochen. Sie stellen ihre Arbeiten vor und sprechen über eine kritische Auseinandersetzung mit KI und die Wichtigkeit von Datenschutz.
In Conditional Entry von Xara Beitinger wird man mit der Situation einer Grenzkontrolle konfrontiert. Ein Automat entscheidet, ob man passieren darf oder nicht. Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten, wie der Algorithmus entscheidet, merkwürdigerweise werden kaum mehr Leute eingelassen, merkt Beitinger an, obwohl die Verteilung eigentlich gleichmäßig programmiert wurde. Es geht um die Ausnahmesituation der Grenzkontrolle, dass man eigentlich keine Wahl habe, die eigenen Daten zurückzuhalten, man kommt nicht umher, das preiszugeben, was von einem verlangt wird.
In Tarotally von Nicolai Maus und Felix Lindenmeier werden einem die Karten gelesen. Man legt echte Tarotkarten auf eine Maschine und die künstliche Intelligenz von ChatGPT liest die Bedeutung vor. Nachdem man eine Frage gestellt hat, wird auch noch ein bisschen die Zukunft prophezeit. Das soll nicht nur als Partytrick dienen, sondern eine kritische Auseinandersetzung damit, was Personen für persönliche Details an KI verraten und welches Vertrauen sie auch in sie stecken. Maus und Lindenmeier war es deswegen auch wichtig, die Aussagen der Wahrsagerei positiv zu halten, die KI soll in diesem Fall bestärkend sein und keine negativen Szenarien spinnen.

Manchmal braucht´s ein bisschen Mut,…
um eine gute Sendung auf die Beine zu stellen. So auch beim Radical Broadcast von Dorf TV, bei dem sich der Campus der Kunstuni Linz am 9. September ab 16 Uhr für anderthalb Stunden in eine experimentelle und unvorhersehbare Live-Sendezone verwandelte. Bibi Finster – Programmleiterin bei DorfTV – und Praktikant Linus Brandstätter moderierten das Geschehen vor Ort. Im Studio nahmen Kunstuni-Studentin und HV-Mandatar*in Morna N. Bodner und Drag-Künstlerin La Nonchalant spontane Live-Anrufe aus der Telefonecke vor der Kunstuni 6 entgegen und bewerteten den Wagemut den die Anrufenden an den Tag legten. Doch auch auf technischer Seite verließ man die altbekannten Gefilde: neue Setups, spontane Bildwechsel und das bewusste Verlassen sicherer Abläufe- all das gehörte zum Radical Broadcast.
Was daraus entstand war eine Sendung die gleichermaßen Mutprobe war und eine gehörige Prise Risikobereitschaft und Waghalsigkeit benötigte.
Doch warum es manchmal nur Mut braucht, um den ersten Schritt zu wagen, hören Sie im Interview von Bibi Finster, Linus und Dogus mit Sophia Tietjen.
Zuletzt bearbeitet am 28.10.26, 08:05 Uhr
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