Made in Linz, NORDICO
Reinhard Haider
Zu hören am Do. 28. Mai 2026 / 17:30 Uhr
Lentos / Nordico on Air

Made in Linz

Das Stadtmuseum NORDICO öffnet unseren Blick auf die Dinge und die Welt der Waren: Made in Linz. Die Ausstellung fokussiert auf Linz und zeigt doch: Alles hängt mit allem zusammen.


Dinge. Es gibt eine Idee, einen Plan, die Herstellung, den Vertrieb und den Handel, bis das Produkt eingekauft, verwendet, sozusagen: konsumiert wird. Alle diese Dinge fordern unsere Aufmerksamkeit, dadurch, dass wir sie benutzen oder schlichtweg im täglichen Leben benötigen.

Kuratiert von Andrea Bina und Michaela Nagl stehen mehr als 115 Produkte aus Linz im Zentrum der Ausstellung Made in Linz – von historischen Waren bis zu aktuellen Erzeugnissen. Gemeinsam mit Fotografien, Modellen, Interviews und zahlreichen weiteren Objekten entfaltet sich eine vielfältige Warenwelt: Dinge, die viele Linzer:innen aus ihrem Alltag kennen, die Geschichten von Betrieben und Arbeitsplätzen erzählen und ein lebendiges Bild der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt entstehen lassen.

Made in Linz Standort für Handel, Industrie und Handwerk. Heute haben Menschen wieder Interesse und das Bedürfnis nach dem Handwerk. Während in den 1930er-Jahren noch mehr als 340 Schuhmacher in Linz tätig waren, sind es heute nur noch drei. Gleichzeitig wächst wieder das Interesse an handwerklicher Qualität, an Reparatur statt Wegwerfen und an individuell gefertigten Produkten – sichtbar etwa in Initiativen und Netzwerken rund ums Reparieren. Es geht auch um das Sammeln und erinnern. Wir machen einen Straifzug durch neue Einkaufsstraßen, Seitenstraßen zwischen Kuriostäten und Erinnerungswürdigem.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag Anton Pustet, Salzburg, das gleichnamige Buch Made in Linz, herausgegeben von Andrea Bina und Michaela Nagl. Der 352 Seiten umfassende Band versammelt wissenschaftliche Beiträge über die Geschichte und Gegenwart von der Kulturstadt Linz als Standort mit Perspektiven auf die Historie und den Wandel, aber auch wer aus dem Wirtschaftsleben verschwunden ist, und das das man sich erinnern will.

Am 18. Juni im Nordico, heisst es wieder: Wir öffnen die Box. Das Format „Wir öffnen die Box“ lädt ein, sich auch heiklen Fragen rund um die eigene Zeigeschichte zu stellen und in einer offenen Runde mit unterschiedlichen Impuls zu verhandeln. Am 18. Juni mit dem Sozialwissenschaftler Michael John, wo das Verschwinden jüdischer Geschäfte in Linz das Thema sein wird, von dem auch im Katalog zulesen ist.

Neben der Ausstellung und einem umfangreichen Vermittlungsprogramm, wie „Wir öffnen die Box“, stehen auch Exkursionen in Linz auf dem Plan. Die nächste Reise durch Linz führt am Freitag, am 12. Juni in die Wienerstraße. In der Wienerstraße erwarten die Teilnehmer:innen zuerst die seit 1935 bestehende Traditionsbuchbinderei Strandl, die letzte ihrer Art in Linz. Im Anschluss folgt ein Besuch im mehrfach ausgezeichneten SOMA Sozialmarkt.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Nordico: Made in Linz – Standort für Handel, Industrie und Handwerk ist noch bis 4. Oktober 2026 zu sehen.

In der Sendung zu hören sind die beiden Kuratorinnen, Andrea Bina, ihres Zeichens Direktorin des Nordico Stadtmuseums und die Gast-Kuratorin Michaela Nagl, sowie der junge Antiquar Kajetan Mayrwöger, der über das Sammeln von Dingen und über die Veränderung der Stadt Linz etwas zu sagen hat.

Fotocredits: Reinhard Haider, Norbert Artner, Archiv der Stadt Linz.

Zuletzt bearbeitet am 27.05.26, 15:38 Uhr

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