bb16df6572f31f23a524da87345cfd08.gif

Zehn Jahre Radio FRO

10 Jahre Freies Radio in Österreich - 10 Jahre Freies Radio in Linz auf 105.0 MHz.

Freies Radio als urbane Hörfunkalternative - ein komplexes Programm, das von jeder und jedem mitgestaltbar ist.

Ein kurzer Rückblick

1997 war es in Österreich erstmals möglich, dass sich private kommerzielle sowie private nicht-kommerzielle, sprich Freie Radios um eine Sendelizenz bemühen konnten. 

Bis dahin war die Rundfunklandschaft gesetzlich dem Monopol verschrieben. Österreich war eines der letzten europäischen Länder mit staatlichem Rundfunkmonopol. Die Vergabe von Lizenzen an private RundfunkbetreiberInnen beschränkte sich allerdings auf lokale und regionale Frequenzen. Radio FRO ging als eines der ersten Freien Radios in Österreich im September 1998 legal on Air und sendet seither 24 Stunden auf der Frequenz 105.0 MHz Programm, das den meisten Hörgewohnheiten widerspricht und damit nicht eine Nische sondern viele Nischen zu bedienen vermag.

Dem Lizenzantrag und dessen positiven Bescheid durch die Rundfunk-Regulierungsbehörde, gingen Jahre des Ringens und politischer Aufklärungsarbeit voran. Die Strategien, die dabei zum Einsatz kamen, waren ebenso vielfältig, wie die verschiedenen Formen des Widerstands gegen die Bestrebungen das Rundfunkmonopol zu brechen und die Menschrechte selbst bestimmt und selbstbewusst einzufordern. Es gab auch eine Phase, in der illegal gesendet worden ist.

Anfang der 1990er Jahre gab es in ganz Österreich, gleichzeitig und dezentral entstehende Gruppen, die „Piratenradios“ gründeten und betrieben. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die heutigen Freien Radios gelegt. Die Phase des lizenzlosen, illegalisierten Radiomachens aber führte weiter: Es fanden sich immer mehr AktivistInnen, die nicht länger damit zufrieden waren, hin und wieder kurze Sendungen auf kleinste Räume auszustrahlen. Gleichzeitig verschärfte die Funküberwachung das Augenmerk auf die Piratenradios und eine Gesetzesänderung führte dazu, dass sich neue Bündelungen von Kräften ergaben.

Aus romantischem Widerstandsradio auf Basisniveau und mit äußerst begrenzten Mitteln und Reichweiten, entstanden „Pressure Groups“, die, aufbauend auf der Tatsache, dass es offen-hörbar Menschen gab, die aktiv an der Gestaltung der Medienlandschaft und der Gesellschaft mit eigenen Medien teilhaben wollten das Ziel verfogten die Medienlandschaft zu verbreitern und zu verändern. Politisches Lobbying, „Ochsentour“ und „Klinkenputzen“, Netzwerke bilden, „interne“ Diskussions- und Strukturierungsprozesse über die anzuwendenden Mittel und Wege etc, gehörten ebenso zu den Strategien, wie aktives selbstbestimmtes Handeln, und die Generierung von Situationen bzw. die Beeinflussung von Prozessen.

Aktives Handeln, Fakten setzen, um dann deren „Macht des Faktischen“ zu nutzen gehörten zu den wichtigsten nächsten Schritten. Die Gründung des Vereins zur Förderung des Zugangs zu Medien in Oberösterreich, war ein erster Schritt, die Gründung der „Freier Rundfunk Oberösterreich GesmbH“ – FRO – einer der letzten. Zwischen diesen lagen viele größere und kleinere Schritte, die dann zur behördlichen Erteilung der Lizenz und zum Programmauftrag für Radio FRO führten.

2001 wurde Radio FRO, drei Jahre nach dem Sendestart, grundlegend neu strukturiert, ohne zu Grunde liegendes über Bord zu werfen. Das ist geradezu symbolisch für Radio FRO, das ein Selbstverständnis generiert hat, das Veränderungen sucht und zulässt, und sich selbst dabei in der im ständigen Wandel befindlichen Medienlandschaft bewahrt, und Änderungen provozierend und fordernd sucht. Radio FRO ist ein ständiger Prozess und der permanente Versuch die Hörbarkeit, die akustische und journalistische Qualität zu verbessern ohne jedoch zu einem konsumierbaren Mainstreammedium zu werden. 2002, wurde das Infomagazin FROzine neu gsetartet, ohne, die Offenheit der freien Redaktion des Magazins aufzugeben.

In den 10 Jahren seit 1998 hat sich die Radio FRO Ausbildungsabteilung entwickelt, ausgeweitet, immer wieder verändert und als eine zentrale Säule des Freien Linzer Stadtradios, etabliert. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist unabdingbar den Zielen der Ausweitung und Förderung der Medienvielfalt sowie der kritischen Medienauseinandersetzung verbunden. – Be the Medium!

Aufmischen – ein Radio studiert sich selbst!

Nach 10 Jahren Freies Radio in Linz fragen wir nach den Spuren, die dieses Radio in der Stadt und in der Medien- und kulturpolitischen Landschaft in Linz hinterlassen hat und wie haben die Menschen, die Radio FRO täglich 24 h Stunden mit aktuell 122 Sendungen in 17 Sprachen auf die ursprünglichen Ziele von 1998 eingewirkt. Daher möchten wir alle einladen uns ihre Meinung zu sagen und zwar auf der Mediathek, die 10 Jahre Radio FRO dokumentiert. Den Frageborgen zum Ausfüllen, gibt es demnächst hier auf der Homepage unte: „Deine Meinung zählt“

 

 

Zuletzt geändert am 26.10.07, 00:00 Uhr

Verfasst von

zur Autorenseite

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden von der Redaktion moderiert. Es kann daher etwas dauern, bis dein Kommentar hier erscheint. Wir behalten uns vor, diskriminierende oder diffamierende Kommentare, sowie solche, die straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, zu entfernen.