Wie ein Direktorenzimmer zum Radiostudio wird

An einem späten abend im Herbst 2009 findet sich ein Dutzend Menschen in einem Gasthof in Regau ein. Hierher luden die RadiomacherInnen an der Vöckla mangels geöffneter Lokale in Vöcklabruck, zu einem Infoabend. Wenn auch symptomatisch für die Region, nehmen die Anwesenden diesen Umstand mit Humor.

Es liegt nämlich Aufbruchsstimmung in der Luft: Der Tisch wird zu klein, der Andrang ist viel größer als erhofft und das Infotreffen offensichtlich längst überfällig. Die Freude darüber steht allen ins Gesicht geschrieben. Dieser Abend wird wenig später als wesentlicher Schritt für das Außenstudio in Erinnerung leiben. Was bis zu diesem Zeitpunkt geschah, war eine Melange aus Vernetzung und Beharrlichkeit. Ausgangspunkt und Beschleuniger in diesem Prozess spielte das Bock Ma’s Benefizfestival vom Kulturverein Freiwerk in Timelkam: ein antirassistisches Kulturprojekt, das auf Partizipation gesetzt und damit per se Synergien mit dem Freien Radio Salzkammergut (FRS) geboten hat. Ein Nährboden, der schnell ein neues Radioteam in Vöcklabruck  hervorbrachte – emanzipiert vom Freiwerk.

Die weitere Voraussetzung für kontinuierliche, freie Radioarbeit war schnell klar: Raum und Infrastruktur müssen her. Denn obwohl das FRS im Großraum Vöcklabruck ohnehin empfangbar ist, war die Zahl an SendungsmacherInnen aufgrund der geografischen Distanz nach Bad Ischl noch verhältnismäßig klein.
Doch wie ohne ausreichende finanzielle Mittel einen geeigneten Studioraum finden? Just zu diesem Zeitpunkt ergab sich mit dem OTELO Offenes Technologielabor in der alten Landesmusikschule der ideale Rahmen für ein FRS-Außenstudio: ein  autonomes Arbeiten und kostenloses Nutzen von bestehenden Räumlichkeiten. Im ehemaligen Zimmer der Musikleitung sitzen jetzt die RadiomacherInnen an Mischpult und Mikrofon. Am 8.Mai 2010 fand der erste Tag der offenen Tür mit über 100 Gästen statt, die Radio-Community wuchs und neue Sendungen gingen on air. Der erste Meilenstein war gesetzt und somit ist aus dem Traum schneller Realität geworden als erhofft: so schnell, dass der an das FRS Logo angelehnte Arbeitsname Radionest für das Außenstudio einfach blieb.

So wird an dieses erfreuliche Kapitel quasi nahtlos angeknüpft und der nächste Meilenstein wird gemeißelt: denn gemeinsam mit den Freien Radios in OÖ und dorftv bildet das Radionest die Medienkarawane – Reisende Radios am Festival der Regionen.
Zweifelsohne eine riesige Chance, sich mit den anderen Radios auszutauschen, neue SendungsmacherInnen zu begeistern und das Radionest weiter in der Region zu verankern. Wir werden sie nützen!

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Johanna Ramacher und Richard Schachinger sind im Radionest Vöcklabruck aktiv.

Zuletzt geändert am 16.07.12, 00:00 Uhr

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