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Weltempfänger: Die Sea Watch 3 Kapitänin ist frei

Die deutsche Seenotretterin sitzt nicht mehr unter italienischem Hausarrest // 6.000 Klimaaktivist*innen setzten sich in Deutschland für den Kohlausstieg ein // In Spitzbergen ist sowohl Massentourismus als auch der Klimawandel deutlich sichtbar.

Sea Watch: Carola Rackete nicht mehr unter italienischem Hausarrest

Die deutsche Kapitänin eines Schiffes der  Seenotrettungsorganisation „Sea Watch“ wurde festgenommen. Der Grund dafür: 40 Migrant*innen am Bord, die über zwei Wochen auf See waren, wurden schlussendlich unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gesteuert. Von der italienischen Regierung wurde sie anschließend unter Hausarrest gestellt.
Daraufhin gab es massenhafte, internationale Demonstrationen, die sich für die Kapitänin und ihren Mut eingesetzt haben.

Letzten Dienstag – am 2. Juli 2019 – wurde es dann offiziell: Carola Rackete wurde freigelassen. Doch der italienische Innenminister Salvini sieht in den Aktionen der Sea Watch Organisation nach wie vor große Gefahren und will die Kapitänin ausweisen. Morgen, am 9. Juli soll es bei der italienischen Staatsanwaltschaft noch eine Anhörung geben.

Die weitere Vorgangsweise ist unklar. Eine nicht anhaltende hitzige Debatte über Grenzen, Migration und Seenotrettung ist entfacht.

Der Redakteur Jenz Steiner vom freien Radio coloRadio in Dresden fasst die Ereignisse der letzten Stunden und Tage in aller Kürze zusammen. Hier können Sie den einzelnen Beitrag direkt nachhören.

Auf gehts, ab gehts – Rückblick auf Proteste im rheinischen Braunkohlerevier

Die internationalen „Fridays for Future“ Schulstreiks gehen weiter, so auch zahlreiche andere Aktionen zum Thema Klima- und Umweltschutz. Am letzten Juni-Wochenende setzten sich Aktivist*innen der Bewegung „Ende Gelände“ im rheinischen Braunkohlerevier für den Kohlausstieg ein. 6.000 Aktivist*innen blockierten über 40 Stunden den Betriebsablauf. Die Polizei hat bis zum frühen Sonntagmorgen versucht die Demonstrant*innen zu räumen.

Über das ereignisreiche Wochenende wird vom freien Radio Corax berichtet. Hier können Sie direkt die Sendung anhören.

Kein Eisbär in Sicht – Tourismus in Spitzbergen heute

In den letzten Jahren stieg der Tourismus in Spitzbergen massiv an – eine bewusste Entscheidung der Regierung. Neben den beiden anderen Wirtschaftszweigen Forschung und Kohlebergbau boomt der Tourismus momentan.

Die Klimaerwärmung schlägt in der Arktis zu. Sie ist hier fünfmal so hoch als der globale Durchschnitt. Seit 1971 sind die Temperaturen schon um 4° C gestiegen, im Winter sogar um 7°C. Das sind Temperaturen, die man sich nicht vor dem 22. Jahrhundert hat vorstellen können.

Dies hat zur Folge, dass die Natur, der Schnee und das Eis schmilzt. Schnell. Eisbären und andere Giganten leiden sehr darunter und werden immer weniger. Mitunter ein Grund, warum heute Tourist*nnen in Massen in die Arktis fahren und Abenteuer und pure Wildnis suchen. Diese Massen haben jedoch ihre Auswirkungen.

Ein Beitrag und Gespräch von der FROzine Redakteurin  Astrid Dober  mit Ursula Enzenhofer, einer Gletscherforscherin und Tourist*nnenführerin in Svalbard.

Ein großer Dank geht an alle freien Radios mit ihren wertvollen Radio-Beiträgen!

Moderation: Maria Wegenschimmel

Musik:
„Strawberry Fields Forever“ – Beatles
„I am the Walrus“ – Beatles

Zuletzt geändert am 08.07.19, 19:25 Uhr

Maria Wegenschimmel

Verfasst von Maria Wegenschimmel

Sozialarbeiterin, Studentin, Podcasterin und Radiomacherin.
Themenschwerpunkte:
Soziale & Gesellschaftspolitische Themen.
Internationale Entwicklung & Entwicklungszusammenarbeit

1995 in OÖ geboren,
seit 2014 in Wien.
Podcast: Wiener-Sozial-Pod
Volontärin FROzine seit Mai 2019

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Gesendet am Mo 08. Jul 2019 / 18 Uhr

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