e092308ff5f94c4dc706a277f3288ae7.jpg Erich Klinger
Erich Klinger
Wegstrecken

Von Lambach über Vorchdorf nach Gmunden

Wer mit der Eisenbahn von Linz nach Gmunden fährt, wird in erster Linie die "schnelle Variante" - mit direkten Verbindungen bzw. Umsteigeverbindungen IC/R und REX über Attnang-Puchheim wählen.

Für Reisende, die etwas mehr an Zeit aufzubringen imstande sind, kommt jedoch auch der Schienenweg über Vorchdorf-Eggenberg in Betracht.

Bei diesem „Drei-Bahnen-Weg“ wird die Strecke von Linz Hbf bis Lambach mit R und REX der ÖBB zurückgelegt. Ab Lambach fährt man – ebenfalls auf normalspurigem Gleis – über Stadl-Paura und Wimsbach nach Vorchdorf, bis zum Bahnhof Vorchdorf-Eggenberg.

Dieser Fahrt mit der „Dschungeltramway“ (ich weiß nicht mehr, woher dieser Ausdruck stammt, möglicherweise von der längst verblichenen „Flocki“ alias Florianer Bahn) schließt sich, nach unkompliziertem Umsteigen, die Fahrt mit der Traunseebahn bis Gmunden an. 

Auf dieser, ebenfalls von Stern und Hafferl betriebenen, Strecke in 1.000 m Spurweite gelangt man – u.a. mit niederflurigen Leihfahrzeugen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe – über Kirchham, Eisengattern, Gschwandt und Engelhof nach Gmunden.

Momentaner Endpunkt ist Gmunden-Traundorf, die ehemalige Endhaltestelle Gmunden-Seebahnhof wird derzeit etwa 150 m entfernt neu als Zwischenhaltestelle auf dem Weg zum Klosterplatz errichtet und am 18. Juni 2014 in Betrieb genommen.

Bereits verschwunden sind die Gleise am „alten Seebahnhof“, dem früheren Endpunkt der ÖBB-Bahnlinie Lambach – Stadl-Paura – Steyrermühl – Laakirchen – Engelhof – Gmunden Seebahnhof. Diese Strecke war der Nachfolger des Südastes der Pferdeeisenbahn Budweis – Linz – Gmunden, die einstmals bis zum Gmundner Rathausplatz führte, wo beispielsweise Salz auf die Wagen verladen wurde. 

Die künftige Stadt-Regio-Tram (ein Dank allen, die entgegen der gerade in Gmunden spürbaren Autolastigkeit dazu beigetragen haben, die Gmundner Straßenbahn vor der Einstellung zu bewahren und deren Hartnäckigkeit es zu verdanken ist, dass die schon sehr alte, aber durchaus zeitgemäße Vision der Verbindung von Traunseebahn und Gmundner Straßenbahn Wirklichkeit wird) wird über den Klosterplatz (nächste Ausbaustufe) und eine neu zu errichtende Traunbrücke über den Rathausplatz (den in einem ersten Schritt wieder die Straßenbahn erreichen wird) und den Trassenverlauf der Gmundner Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof Gmunden führen. 

Abgesehen von der für genußvoll Reisende empfehlenswerten Annäherung an Gmunden und den Traunsee über das hügelige Voralpenland: Ein „Umweg“ – im Sinne einer größeren Entfernung – ist die Fahrt über Vorchdorf jedenfalls nicht, das Zentrum von Gmunden ist abgesehen von der Traunbrückenüberquerung auf angenehme Weise entlang des Sees zu Fuß zu erreichen. Bei Anreise über Attnang-Puchheim und Ankunft am „großen Gmundner Bahnhof“ benötigt man ja auch noch die Straßenbahn für den Weg ins Zentrum (der Fußweg ist hier zumindest bis zur Hst. Gmundner Keramik eher nicht zu empfehlen!).

Die Wegstrecken haben die Strecke über Vorchdorf nach Gmunden in den letzten Monaten einige Male bereist und dabei interessante Eindrücke gewonnen, so am Bahnhof Vorchdorf-Eggenberg, aber auch am Lambacher Bahnhof, wo immer noch einiges an Gütern zusammen kommt und ÖBB/Rail Cargo bzw. Stern und Hafferl auch im Verschub vorbildlich zusammenarbeiten.

Mehr darüber in der Sendung.

Weiters ein Kommentar zur Situation bei den Wiener Linien, wo in jüngster Zeit einige gewalttätige Attacken auf Straßenbahn- bzw. Buspersonal bekannt wurden. 

Sowie Kurzmeldungen und eine Vorausschau auf die Schienenersatzverkehre – mit Schwerpunkt OÖ – in den kommenden Monaten.

 

Erich Klinger, 24.04.2014

 

 

 

Zuletzt geändert am 24.04.14, 00:00 Uhr

Erich Klinger

Verfasst von Erich Klinger

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Gesendet am Di 29. Apr 2014 / 19 Uhr

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