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Nachspann

„Tübingen ist meine Heimat“ – Gespräch mit Irmgard Perfahl, lange Fassung

In Folge 7 der Sendereihe "Nachspann", die als inhaltlich offene Sendung konzipiert ist, wird es von 20 bis 22 Uhr die Langfassung* eines Gesprächs geben, das ich am 14. Jänner dieses Jahres mit der Autorin Irmgard Perfahl führte.

In diesem insgesamt über zwei Stunden dauernden Gespräch rückte die 90-jährige Irmgard Perfahl in ihrer lebendigen Art des Erzählens etliche Male lange bzw. länger Zurückliegendes in eine größere Nähe zur Gegenwart, als es dem zeitlichen Abstand entsprochen hätte. In diesen Zeitreisen erweckter, in die Gegenwart geholten, Erinnerungen kamen natürlich Eindrücke und Erlebnisse ihrer langen Zeit in Tübingen zur Sprache, jenem Ort, den sie vor etwa 10 Jahren, wie mir aus ihrer Beschreibung heraus vorkam, vor allem aus „altersbedingten Sachgründen“ verließ.
 
Der Umzug nach Leonding und die Zeit seither war auch mit einer Neuorientierung als Schriftstellerin verbunden, kam ihr doch mit diesem Ortswechsel und der Rückkehr nach Österreich auch die in Tübingen wahrgenommene Anerkennung als Schriftstellerin abhanden und nur langsam wurde die Autorin auch „hier“ wahrgenommen. Dies ist sicherlich auch Walter Pilar zu verdanken, der Perfahl zweimal als Vortragende in seine Reihe „Dichter über Dichter“ eingeladen hatte. Zuletzt war Perfahl im April 2011 mit Gedichten aus dem Band „Worte balsamisch“ bei der „Langen Nacht der GAV OÖ“ in der Linzer Studienbibliothek präsent, weiters bei einer Lesung (mit Richard Wall als zweitem Lesenden) im Dezember 2011 im Alten Schlachthof Wels, wo sie aus ihrem Roman „Mosaik“ las.
 
Perfahl skizzierte im Gespräch ihren Weg als Schriftstellerin, streute Episoden über bekannte(re) Kollegen in deren Umgang mit Verlagen ein, erzählte ausführlich von Reisen und Unternehmungen, sie berichtete von Arbeitsverhältnissen, die sie auch als Bibliothekarin und Lektorin an die Kepler-Universität geführt hatten.
Über „Privates“ sprach sie auch, beispielsweise über ihre Ehe oder darüber, dass ihr Umzug nach Leonding auch damit zu tun hatte, dass sie ihren dort lebenden Sohn näher kennenlernen wollte.
Mit einer gewissen Sprunghaftigkeit beiderseits langten wir zwischendurch bei den Rating-Agenturen, der Bedeutung, die dem Unglück von Fukushima in deutschen Medien beigemessen wurde und bei Barack Obama an, den Perfahl noch vor seiner Wahl ziemlich illusionslos wahrnahm.
Naheliegend war dann auch die Frage, ob und wie sehr sie sich als „politischen Menschen“ sehe.
 
Und, am Ende des Gesprächs, ausgelöst von der letzten Frage, der Frage nach ihrem Umgang mit der Angst in ihrem Leben, eine gut 20-minütige Sequenz, die ich nahezu ungeschnitten auf Sendung bringen werde, weil darin einiges zum Vorschein kam, das berührend, traurig und auch erschütternd war, vom schlechten Umgang beider Eltern mit ihrer Tochter könnte man auch schreiben.
Oder vom Leben, das von Irmgard Perfahl dennoch gemeistert wurde.
 
*Eine deutlich kürzere Fassung des Gesprächs, eigentlich die geschnittene Wiedergabe der ersten Hälfte des Gesprächs, war am 11.04.2012 in „Summerau,96“ zu hören.
 
Nachspann wird nicht wiederholt, ist aber über das Archiv von Radio FRO unter cba.fro.at nachhörbar.
 
Erich Klinger

Zuletzt geändert am 31.07.12, 00:00 Uhr

Erich Klinger

Verfasst von Erich Klinger

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Gesendet am Di 31. Jul 2012 / 20 Uhr

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