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Tag der Freien Medien

Im Jahr 2000 wurde der 15. Juni als Tag der freien Medien in Österreich ausgerufen. Anlass war die damals und zum größteils bis heute anhaltende prekäre Situation von Freien Medien in Österreich.

Radio FRO bringt daher am Sonntag von 14 bis 15:30 eine Sondersendung zum Tag der Freien Medien

10 Jahre freie Radios: 12 nicht-kommerzielle Radiosender senden österreichweit Ungewohntes bis Experimentelles
Helmut Peissl wünscht sich dreigeteilte Rundfunklandschaft und kritisiert Umgang mit Frequenzen.

Zwar dürfen nicht-kommerzielle Radios bereits zehn Jahre, exakt seit 1. April 1998, per Gesetz auf Sendung gehen, die Bedingungen für die Freien sind aber noch entschieden verbesserungswürdig. Das meint der Obmann des Verbandes Freier Radios Österreichs, Helmut Peissl: Wir wünschen uns eine Verbesserung der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Österreich, die einerseits eine dreigeteilte Rundfunklandschaft mit nicht-kommerziellen Radios als eigene Kategorie vorsieht und andererseits Strukturfinanzierungen bietet, um die Sendungsmacher seriös zu betreuen.

Medienförderung in Schwebe

Freie Radios sind derzeit nicht gesondert im Gesetz verankert.

Das Konzept für die Medienförderung ist entwickelt und wartet auf Absegnung der Regierung. Bisher werken bei den 12 freien Radios in Österreich 40 angestellte Mitarbeiter, die hauptsächlich für Organisatorisches zuständig sind. Rund 2.500 Redakteure und Sendungsmacher, sind ehrenamtlich tätig. Das soll auch so bleiben, meint Peissl. http://www.medianet.at/content14529-44.html

Die finanziellen Mittel für Ausbildungsmaßnahmen und Infrastrukur stecken zurzeit für viele Freie Radios noch immer in den Kinderschuhen. Für Helmut Peissl ist dieses Thema eine Schlüsselfrage, da freie Radios ohne Werbung arbeiten. Lediglich Sponsoring und Patronanzen frischen die Mittel etwas auf.

Der Rest teilt sich auf Subventionen der Länder auf, die aber stark vom jeweiligen Bundesland abhängen. Die Förderung des Landes Vorarlberg zum Beispiel ist lächerlich und rein symbolisch. Wien sorgt wiederum für eine gute und seriöse Finanzierung und zeigt damit auch ein Commitment zu dem Freien Radio vorort und der Medeinvielfalt in Österreich.

Zurzeit gehen 12 freie Radios österreichweit on air: In Niederösterreich senden Campusradio 94,4 und Radio Y, Hollabrunn; in Wien Radio Orange 94.0; Radio Helsinki 92.6 und Radio Freequenns gehen in der Steiermark on air; in Kärnten sendet Agora 105.5; sehr umtriebig sind die Freien in Oberösterreich: Radio FRO 105.0, FRS – Freies Radio
Salzkammergut und FR 107.1 – Freies Radio Freistadt; und in der näheren Zukunft auch eine 4. Sender in der Umgebung von Kirchdorf. Die Radiofabrik 107.5 wird in Salzburg ausgestrahlt, in Tirol sendet Freirad 105.9 und im Ländle ist Proton 104.6 aktiv.

Zum Tag der Freien Medien hat Radio FRO daher für Sonntag von 14 bis 15:30 eine Sondersendung mit einem Potpurii an Interviews und Beiträgen zusammengestellt. Sie hören Interviews zum Thema Freie Medien im internationalen und europäische Kontext, einen Beitrag zu Civilmedia vom Herbst 2007, Wortspenden von diversen AktivistInnen und der Politik zum Thema freie Medien.

Auch Radio Helsinki bringt ein 24 Stunden Programm am Tag der Freien Medien.

Infos unter:http://www.helsinki.at/tag-der-freien-medien/


EU-Parlament thematisiert die Unterstützung Freier Radios und anderer Community Medien

(Presseaussendung vom 5. Juni 2008)

Der Verband Freier Radios Österreich (VFRÖ) begrüßt die Annahme des Berichtszur Unterstützung von Community Medien auf Europäischer Ebene. Der von derösterreichischen EU-Abgeordneten Karin Resetarits eingebrachte Bericht wurdeam 2. Juni vom Ausschuss des EU-Parlaments für Kultur und Bildung mit großer Mehrheit angenommen. Im beschlossenen Bericht wird die EU-Kommission aufgefordert für mehr Anerkennung und Unterstützung Freier Radios und
anderer Community Medien zu sorgen und ihrem Beitrag zu Medienpluralismus und Kultureller Vielfalt mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

„Alternative Medien begünstigen nicht das Sich-Abschotten einer Gruppe; im Gegenteil: sie fördern eine bessere soziale Integration, indem sie über Rechte, Ausbildung, Zugang zu öffentlichen Diensten etc. informieren und gleichzeitig ihren Zuhörern/Zuschauern eine direkte Teilnahme und Erörterung ihrer Probleme ermöglichen. Alternative Sender sind Ausdrucksmittel von Personengruppen; sie dienen dem Projekt sozialer und kultureller Integration“ hielt die EU-Abgeordnete Karin Resetarits in diesem Zusammenhang fest.

Der Bericht fordert technische (Zuordnung von Frequenzen), rechtliche (legale Anerkennung und Verankerung) und wirtschaftliche Unterstützung ein – nicht nur von der Kommission sondern auch von den Mitgliedsstaaten. Ziel des
Berichtes ist es auch, dass die Kommission in ihrer für 2009 geplanten Mitteilung zur Festlegung der Indikatoren für Medienpluralismus den wichtigen Beitrag der Community Medien zur Informationsvielfalt anerkennt
und berücksichtigt. In der gleichen Sitzung beschloss der Kulturausschuss auch einen Bericht der estnischen EU-Abgeordneten Marianne Mikko zur Medienvielfalt.

Helmut Peissl, Obmann des Verbandes Freier Radios hält dazu fest: „Diese aktuellen Initiativen auf EU-Ebene sind für die Freien Radios in Österreich von großer Bedeutung, und helfen Anerkennung für die Leistungen der vielen
Tausend engagierten SendungsmacherInnen zu gewinnen. In Österreich soll im Herbst die rechtliche Anerkennung Freier Radios sowie ihre Unterstützung auf Bundesebene geregelt werden. Österreich hat damit nicht nur die Chance einen
entschiedenen Beitrag zur Förderung der Medienvielfalt zu tun, sondern auch zu beweisen, dass es das Engagement aktiver BürgerInnen ernst nimmt.“

Rückfragen bei:
Verband Freier Radios Österreich
Helmut Peissl, Tel: +43 650 49 48 773
helmut.peissl@freie-radios.at

Zuletzt geändert am 14.06.08, 00:00 Uhr

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Verfasst von Sabina Köfler

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