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Kultur & Bildung spezial

Sharing Cities

sind mehr als nur "smarte" Städte. Unter dem Motto "Meines, deines, unseres – Teilen in einer individualisierten Gesellschaft" fand kürzlich der vierte Open Commons Kongress in Linz statt. Digitale Stadtentwicklung bildete einen der Schwerpunkte des international besetzten Kongresses.

Smart Cities werden häufig als die Zukunft der Stadtentwicklung betrachtet. Vernetzte Bürgerinnen und Bürger, mit sogenannter „smarter“ Technologie ausgestattete Wohnräume und „intelligente“ Verkehrssysteme sind nur einige der geläufigsten Schlagworte, die in diesem Themenfeld zu nennen sind.

Duncan McLaren zeichnet beim Open Commons Kongress in Linz ein erweitertes Bild. Er spricht über mehr als nur „smarte“ Städte, über sogenannte Sharing Cities. Mit seiner Keynote Sharing Cities: An urban commons for the digital age eröffnete er kürzlich die vierte Ausgabe des Kongresses rund um digitale Gemeingüter.

„Die Zukunft der Menschheit ist urban – gleichzeitig ermöglicht und erfordert die Natur von urbanen Räumen das Teilen von Ressourcen, Gütern, Dienstleistungen und Erfahrungen. Während in modernen Städten die traditionellen Formen des Teilens durch gesellschaftliche Fragmentierung und Kommerzialisierung von öffentlichen Bereichen ausgehölt wurden, tauchen mehr und mehr neue Formen davon in unserem digitalen Zeitalter in den hochvernetzten physischen und digitalen Räumen von Städten auf.

Vor diesem Hintergrund erforscht McLaren die Möglichkeiten und Risiken im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Solidarität und Gerechtigkeit. Dabei schlägt er ein neues Paradigma für ein kommunales Teiles vor, das tiefer geht als die kommerzielle Begeisterung für eine Sharing Economy à la Uber oder Airbnb. Zugleich muss dabei das Teilen der Stadt selbst wieder in den Mittelpunkt der städtischen Regierungen rücken. McLaren skizziert dabei, wie Städte, die authentisch teilen, Werte und Normen in Richtung Vertrauen und Kollaboration prägen, bürgerschaftliches Engagement und politischen Aktivismus ermächtigen und zum Wiederaufbau der urbanen Gemeingüter beiträgt. Wirkliche Smart Cities können dadurch der Absenkungsspirale von Wettbewerb und der Abgrenzung und gesellschaftlichen Teilung entkommen, indem sie Sharing Cities werden.

Duncan McLaren, ehemaliger Geschäftsführer von Friends of the Earth Scotland, ist Leiter von McLaren Environmental Research and Consultancy. Er berät private, öffentliche und gemeinnützige Organisationen zu den Themen Energie, Klimawandel, die Zukunft der Städte und nachhaltige Entwicklung. McLaren arbeitet zudem Teilzeit als PhD an der Universität Lancaster. Er ist zusammen mit Julian Agyeman Co-Autor von „Sharing Cities: A case for truly smart and sustainable cities“, das Ende 2015 in MIT Press veröffentlicht wird.“

OPEN COMMONS LINZ

 

Kultur & Bildung spezial sendet die Aufzeichnung der Keynote mit freundlicher Genehmigung von OPEN COMMONS LINZ

Die Musik in der Sendung stammt von Cosmic Analog Ensemble (CC-BY), Peter Rudenko (CC-BY) und Salmo (CC-BY).

Sendungsgestaltung: Sabina Köfler

Zuletzt geändert am 08.05.15, 00:00 Uhr

Verfasst von Sabina Köfler

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Gesendet am Fr 15. Mai 2015 / 17 Uhr

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