Kunst und Kultur
Wer könnte das sein? Und was ist mit
“anderen Welten” gemeint?
Begriffsbestimmung: Ein Botschafter (naturgemäß auch eine Botschafterin, wie auch immer – hey,
ein Botschafty, um das
nach Hermes Phettberg zu entgendern) ist also jemand, der wichtige
Mitteilungen überbringt. In der
Ringsumwelt sind das meist
Diplomaten aus einem
anderen Land. Wenn wir jedoch
in unserer Innenwelt wichtige
Mitteilungen empfangen (etwas, das uns berührt oder bewegt, in Resonanz versetzt und verwandelt), dann haben wir zunächst den Eindruck, derlei dringe
“aus einer anderen Welt” zu uns.
Ihr Ursprung scheint in Bereichen zu liegen, die uns
(noch) weitgehend unbekannt sind (wobei wir hier außer Acht lassen wollen, inwieweit diese
“anderen Welten“ sich nicht vielleicht
aus unserem eigenen Unterbewusstsein gemeldet haben). Auf jeden Fall hat uns
eine Botschaft erreicht …
In unserer nächsten
Perlentaucher-Nachtfahrt mit dem Titel
“Wer du bist” werden wir mit einigen dieser
Botschaften spielen, und zwar mit solchen, die
unsere Vorstellungen von einem festgefügten und klar abgegrenzten “Ich” in Bewegung bringen können, unser
Ichkonzept oder
das,
was wir gemeinhin für unsere Persönlichkeit zu halten gewohnt worden sind. Und daher packe ich
in dieser Sendung ein paar Beiträge aus dem Nachtfahrtvorbereitungsprozess aus, auch um euch damit
Appetit zu machen aufs demnächstige Mitfahren,
Selbsttauchen – und Zuhören. Könnte es nicht sein, dass unser
“Ich” viele sind? Dass es ein nach allen Richtungen offenes
Resonanzorgan ist, das sich noch dazu
fortwährend verändert, je nachdem mit wem oder was es gerade
kommuniziert? Dass es nicht nur
mit unserem Körper verbunden ist und so
in regem Austausch mit ihm steht, sondern genauso
mit der gesamten uns umgebenden Natur und auf diesem Weg
mit der spirituellen Welt?
Das “Ich” als Instanz der Bewusstwerdung einer einzigen,
universellen Welt,
die sich in immer wieder anderen
Aspekten ihrer selbst zum Ausdruck bringt. Und wir könnten
antworten,
mitreden und ja,
wirklich mitgestalten, wenn wir nicht glaubten, unser jeweiliges
“Ich” sei nichts anderes als ein
Aufbewahrungsort für irgendwelche Eigenschaften.
Ein Adjektivspeicher für die (möglicherweise irrige)
Vorstellung von der eigenen Einzigartigkeit – nach dem
Bild von wem auch immer. Glaubst du noch oder lebst du schon? Als Einführung in die
Zwiesprache mit sich selbst:
Werbistich?
Das wär schon mal unser erster
Botschafter. Dann gäbe es da noch jemand, der uns erinnert:
“Etwas besseres als den Tod finden wir überall.” Und jemand, der seine schlaflose Prinzessin
“Ach, geh mir doch weg!” sagen lässt (woraufhin auch wir die
aktuelle Weltlage poetisch kommentieren wollen).
Geheime Zauberworte, mit denen wir
unsere Welt verwandeln.
“These Words” (wie schon
im vorigen Artarium zitiert).
Und die Magie der allumfassenden
Liebe, wie sie die wunderbare
Zaho de Sagazan verwendet, um
“Menschen zum Weinen und zum Tanzen zugleich zu bringen.”
Modern Love