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Internationaler Frauentag 2019

„Fierce wo/men*“ | „Mutige/wilde Frauen“ – Live aus dem Studio

Mutige/wilde Frauen die mit Gewaltfreier Kommunikation sich für ein friedlichers Miteinander einsetzen. Und plötzlich öffnet sich eine Tür und Verbindung entsteht und aus Konflikt und Krieg wird Frieden. am Arbeitsplatz, Zuhause, in "Kriesengebieten".

Trainer*innen, Alltagspraktikant*innen aus dem deutschsprachigen Netzwerk der Gewaltfreien Kommunikation und Frauen aus der Frauenkreisgemeinschaft sind zu Gast im Studio und Online. Heute sprechen wir vor allem über Erfahrungen mit Frau*sein in unserer Zeit, Erfahrungen, Gemeinschaft, Schwestern*schaft, über Konflikte und Ehrlichkeit. Was hat sie auf diesen Weg gebracht und was sind ihre „LieblingsTools“, Welche Frauen/Männer* haben sie bestärkt auf ihrem Weg, warum Gewaltfrei ein Weg für sie zu  mehr Mut und Selbstbewusstsein ist/war… und warum sie glauben, dass das ein Weg zu einer gerechteren, offeneren Welt ist.

Gäst*innen:
Kirsten Heidler (D)
Kersten Kloser-Pitcher (A)
Andrea Scheuringer (A)

Gestaltung und Moderation: Rosvita Kröll

Mutige, wilde und gewaltfrei lebende und gewaltfreiheit weitergebende Frauen* treffen sich. Ist friedlich sein nicht mit „lieb“ und „nett“ übersetzt? Kann das wirklich ein Weg sein um mutig zu werden und für sich ein zu stehen? In diesem Studiogespräch haben sich 5 Frauen aus dem Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation (D, A) getroffen um am internationalen Frauen*tag um über ihre Erfahrungen mit Frau*sein und Mensch*sein zu sprechen.

Vorab noch einige Infos zu Struktureller und personeller Gewalt.

Gesellschaftliche Strukturen, Regeln und Gesetze prägen unser eigenes Handeln. Vor 100 Jahren gingen Frauen* auf die Straßen, um sich für ein „Allgemeines Wahrecht“ einzusetzen, bis dahin durften nur Männer* wählen. In den 1970er Jahren sollte eine Frau* nur mit dem Einverständnis ihres Mannes einer „Erwerbsarbeit“ nachgehen dürfen. Vergewaltigung in der Ehe war bis in die 1980er Jahre „kein Verbrechen“. Bestimmte Rollenbilder und Klischees zeugen davon. Sexualität von Frauen war kein Thema. In der Filmdokumentation „Viva la Vulva“ von Gabi Schweiger, wird u.a. Mithu Sanyal (Kulturwissenschaftlerin und Authorin des Buches „Vulva“ von 2009 ) zitiert. Sie beschreibt einen Biologie-Lehrer, der als Interviewpartner sagte, er habe kein Bild von der Klitoris gehabt und es sei ihm nicht bewusst gewesen und er hat dieses Vulva-Bild dadurch auch nicht weitergegeben hat. Das alles prägt unsere Gesellschaft und gleichzeitig verändert sie sich ständig.

Wie Gewalt erfahren wird und was als Gewalt anderkannt ist, ist ebenfalls gesellschaftlich geprägt. Hier Zitiert aus der Plattform gewaltinfo.at

„Gewalt an Frauen (Männer) kann in physischer, psychischer, sexueller, ökonomischer oder sozialer Form ausgeübt werden. Nach Schätzungen der Polizei werden 90 Prozent aller Gewalttaten in der Familie und im sozialen Nahraum begangen. In ebenfalls rund 90 Prozent der Fälle sind die Opfer Frauen und die Täter die jeweiligen männlichen Beziehungspartner.

Frauen aus allen sozialen Schichten, unabhängig vom Bildungsstand, religiöser und ethnischer Zugehörigkeit, Einkommen, Alter und Familienstand können von Gewalt betroffen sein. Sie ist unabhängig vom Familienstand und betrifft Ehepaare, Lebensgemeinschaften und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gleichermaßen.

Neben der personalen Gewalt, die direkt von einem Täter ausgeübt wird, ist auch strukturelle Gewalt für die Lebensbedingungen relevant. Diese geht nicht von einem handelnden Subjekt aus, sondern ist in das Gesellschaftssystem eingebaut. Sie äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und folglich ungleichen Lebenschancen von Frauen und Männern.“

Waurm Gewaltfreiheit als Weg? Wo ist das „sich wehren“ und „für sich einstehen“ da möglich?

Weil Gewalt meiner Ansicht nach ganz klein beginnt und weil Frauen* lt. Studien viel öfter in ihrem nahen Umfeld von Gewalt betroffen sind als Männer (Männer eher in öffentlichen Bereichen). Und weil es mutige und wilde Frauen braucht, die sich miteinander vernetzen und füreinander sorgen und so auch für sich einstehen und aufrichtig und ehrlich auch mal Unangenehmes sagen, Weil ich merke, wie wichtig es ist, dabei die Menschlichkeit des (auch gewalttätigen) Gegenübers nicht zu „vergessen“ oder zu „verleugnen“.  Weil es eine tiefe und grundlegende Haltung ist, mit der ich die Welt betreten kann und diese Art der Kommunikation Handlungsspieleräume eröffnet, die vorher vielleicht nicht sichbar waren. Es ist ein (radikaler) Weg um das Gemeinschaftliche in unsere Gesellschaft zurück zu bekommen.

Zu Gast im Studio waren:
Andrea Scheuringer (A)
Kersten Kloser-Pitcher (A)
Kirsten Heidler (D)

Wir haben uns mit folgenden Fragen an uns Ausgetauscht und beschäftigt.
Dazwischen Musik von starken Frauen* und Frauen*gruppen: Caitlin Clare, Nina Simone, Cesaria Evora, Cafe Olga Sanchez, Chicks on Speed.

  • Was ist Besonders für dich, als Frau* auf dieser Welt zu sein?
    Wenn Du in die Welt, durch den Filter Deines Frauen* -Körpers betrachtest – welche (Beobachtungen) berühr(t) en Dich am meisten und wie fühlst Du Dich dabei – wie erlebst das, als Zeugin und Beteiligte zu sehen (teilen und zuhören) und welche Bedürfnisse werden durch diese Beobachtungen berührt? Welche Gewaltfreie Kommunikations – Werkzeuge sind hilfreich damit um zu gehen? Was sind Deine stärksten Gewaltfrei – Ressourcen?
  • Was ist Deine Definition einer mutigen/wilden Frau?
    Welche Frauen haben Dich auf Deinem Weg (Gewaltlosigkeit) inspiriert?
    Was sind Deine inspirierenden Vorfahren?
    Was bedeutet Gemeinschaft / Schwesternschaft * für dich?
  • Abgeschlossen haben wir den Frauen-Zirkel mit den Fragen:
    Was bedeutet dabei radikale Ehrlichkeit für Dich in dieser Partnerschaft/Beziehung?
    Was sind die Herausforderungen dabei.

Links:
Gewaltinfo.at
Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation Österreich
D A CH Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation
Interantional Center for Nonviolent Communication

Film Dokumentation: „Viva la Vulva“
Buch: „Vulva“

Andrea Scheuringer
Kersten Kloser-Pitcher
Kirstin Heidler
rosVita Kröll

Musik in der Sendung

I put a spell on you by Nina Simone ©
n.n. by Caitlin Clare ©
n.n. by Cesaria Evora ©
n.n. by Cafe Olga Sanchez ©
Glamourgirl by Chicks on Speed ©

Zuletzt geändert am 18.03.19, 14:12 Uhr

Gesendet am Fr 08. Mär 2019 / 15 Uhr

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