11df17147864d6093920b93d75ec844d.jpg Kunstuniversität Linz
Kunstuniversität Linz
Kunstuni on air

Facing Culture with Interactivity

Vor zehn Jahren wurde das Masterstudium Interface Cultures von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau an der Kunstuniversität Linz ins Leben gerufen.

Im Laufe der letzten Jahre haben sich auch Medienkunst und zeitgenössische Kunst enger zueinander hinentwickelt und technologiegestützte Kunst hat endlich den Weg auf den Kunstmarkt gefunden. Die Pioniere der digitalen Kunst, kinetischen Kunst und reaktiven kinetischen Kunst, des Expanded Cinema sowie der elektronischen und interaktiven Kunst werden endlich von der Kunstgeschichte anerkannt. Im akademischen Kontext ist Medienkunst zu einer eigenständigen Kunstform mit eigener Geschichte und Ästhetik, mit eigenem Diskurs und eigenen Prinzipien geworden.

Die schnelle und ununterbrochene Integration von Medien- und Kommunikationstechnologien in unseren Alltag hat in den letzten Jahren tiefgreifende Folgen für die Gesellschaft mit sich gebracht. Die Beziehung zwischen Mensch und digitaler Technologie wird immer enger – man könnte auch sagen, immer undurchsichtiger. In unserer Prosumenten-Gesellschaft ist die Interaktivität allgegenwärtig, da wir ständig aufgefordert sind zu reagieren, zu interagieren, zu bewerten, zu wählen und zu beurteilen. Social Media spielen hier eine wichtige Rolle. Große Datenmengen, zunehmende Überwachung, der NSA-Skandal, Internetsicherheit, Quantified-Self-Trends und eine schnell wachsende Datenökonomie bringen neue soziale und kulturelle Herausforderungen mit sich.

Kunstschaffende waren schon immer Stimmungsmesser, was die Auslegung und Umsetzung neuer gesellschaftlicher Veränderungen betrifft. Die Teilhabe ist auch kein neuer Trend in der Kunst.
Bereits in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts war die Publikumsbeteiligung ein Element des Kunstschaffens, der Kunstrezeption und der kritischen Reflexion über die Gesellschaft im Allgemeinen. Seit den frühen 1990er Jahren bereiteten relationale Kunst und andere offene Kunstkonzepte den Boden für interaktive Kunst. Dabei stellt das Ars Electronica Festival eine der Haupttriebkräfte zur Förderung und Entwicklung dieser neuen Kunstform dar.

In dieser Sendung stellen wir ihnen den Lehrgang vor und sprechen mit Studierende über ihre Arbeiten die, wie jedes Jahr, Teil des Ars Electronica Festivals präsentiert wird.

Studierende in Reihenfolge: Enrique Tomas aus Spanien (in Englisch) über seine aktuelle Arbeit „Tangible Score“, Ivan Petrov aus Bulgarien über seine Arbeit „Mattress Bagpipe“, Veronika Kren (Preisträgerin des Gabriele Heidegger Preis 2014) aus Österreich und Ulrich Lantzberg ebenfalls aus Österreich über „60 flavors“. Zusätzlich können sie einen Ausschnitt von César Escudero Andaluz „Tapebook“ hören.

Tapebook“ist ein Projekt, das in der Medien-Archäologie angesiedelt ist. Es bestehend aus vertonten Textdaten, dieaus sozialen Netzwerkenextrahiert und auf Audio-Kassettenaufgezeichnet wurden.
„Tapebook“nimmt die Informationen direkt aus der grafischen Benutzerschnittstelle, ändert die Struktur des Hypertextsund ersetzt diese durch zeitliche Geradlinigkeit der Töne.
Der/die BenutzerIn kann zwischen Audio-Aufzeichnungen von PhilosophInnen, KünstlerInnen und SchriftstellerInnen, die in ihrem Profil über Medienkunst schreiben, wählen. Die Kasetten können auch erworben werden.

Weiters ein Interview mit Univ.-Prof. Dr. Christa Sommerer (Leitung Interface Cultures) und Univ.-Prof. Dr.techn. Laurent Mignonneau (Leitung Interface Cultures).

Alle Projekte sind am Hauptplatz 5 im Raumschiff bis 8. September 21 Uhr zu sehen.

Gestaltung und Interviews: Simone Boria

Mehr Infos hier sowie unter www.ufg.ac.at/index.php?id=1594&L=1

 

Zuletzt geändert am 02.09.14, 00:00 Uhr

Avatar

Verfasst von Veronika Moser

zur Autorenseite
Gesendet am Do 04. Sep 2014 / 17 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden von der Redaktion moderiert. Es kann daher etwas dauern, bis dein Kommentar hier erscheint. Wir behalten uns vor, diskriminierende oder diffamierende Kommentare, sowie solche, die straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, zu entfernen.