Gedenkstein für die Opfer der "Mühlviertler Hasenjagd" und deren Helfer in Ried in der Riedmark Gedenkstein für die Opfer der "Mühlviertler Hasenjagd" und deren Helfer in Ried in der Riedmark
Foto: Andreas Maislinger
FROzine

Auf den Spuren der Mühlviertler Menschenhatz

Michael Diesenreither im Gespräch mit Sabine Schatz, Bereichssprecherin für Erinnerungskultur im SPÖ-Parlamentsklub, über Erinnerungspolitik und die Zeitgeschichtliche Wanderung auf den Spuren der Mühlviertler Menschenhatz von der perspektive mauthausen. Sabine Schatz wird diese Zeitgeschichtliche Wanderung am Sa, 3.2. begleiten und einen Tag davor im FROzine einen kurzen Einblick geben.

Langfassung des Gesprächs auf Dorf tv ansehen:

Die perspektive mauthausen lädt ein zur Zeitgeschichtlichen Wanderung auf den Spuren der Mühlviertler Menschenhatz am Samstag 3. Februar 2018 um 13:00 Uhr. Treffpunkt ist beim KZ Gedenkstätte Mauthausen-Besucherzentrum.

In der Nacht von 1. auf 2. Februar 1945 versuchten ca. 500 zur Ermordung in das KZ Mauthausen eingewiesene, fast ausschließlich sowjetische Offiziere einen Fluchtversuch aus dem Lager. Direkt nach der Flucht begann unter dem Befehl „niemanden lebend ins Lager zurückzubringen“ eine Treibjagd auf die Entflohenen, bei der die SS, die Gendarmerie, Einheiten der Wehrmacht, SA-Abteilungen und Hitlerjungen, sowie Angehörige des Volkssturms und anderer Organisationen und einige Zivilisten teilnahmen. Nur 11 entflohene Häftlinge haben diese von den Nazis als „Mühlviertler Hasenjagd“ bezeichnete Menschenhatz überlebt.

Die inhaltlich begleitete Wanderung auf den Spuren der vor 73 Jahren entflohenen KZ-Häftlinge beginnt bei der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und erfolgt anschließend entlang der Hauptfluchtrichtung über Schloss Marbach und ein Waldstück bis nach Ried/Riedmark mit den Guides Franz Aigenbauer, Nationalrätin Sabine Schatz und Bernhard Mühleder. Erzählt werden viele unfassbare, dokumentierte Geschehnisse von damals: berührende, wie jene der Familie Langthaler, die unter Einsatz des eigenen Lebens 2 KZ-Häftlinge mehr als 3 Monate lang versteckt haben; aber auch unfassbare, wütend machende über Zivilisten, die sich damals an dieser Menschenhatz beteiligt haben.

Den Abschluss bildet im Gasthaus Kirchenwirt in Ried ein Zeitzeuginnengespräch mit Anna Hackl (geb. Langthaler).

Zu hören ist ein ausführliches Interview mit Sabine Schatz, Nationalratsabgeordnete und Sprecherin für Erinnerungskultur im SPÖ-Parlamentsklub, mit folgenden Themen:

Sabine Schatz, Foto: Parlamentsdirektion, PHOTO Simonis

Sabine Schatz, Foto: Parlamentsdirektion, PHOTO Simonis

 

Im Jahr 2015 habe ich ebenfalls an der Zeitgeschichtlichen Wanderung anlässlich 70 Jahre „Mühlviertler Hasenjagd“ teilgenommen und für Radio FRO eine Sendung der Reihe „Kultur & Bildung spezial“ gestaltet. Zu hören sind in dieser Sendung Ausschnitte aus der Wanderung mit Sabine Schatz, als auch O-Töne vom Zeitzeuginnengespräch mit Anna Hackl. Sendung nachhören

 

Am Ende der Sendung gibt es wie jeden Freitag den Wochenrückblick über die vergangenen FROzine-Sendungen der letzten Woche, diesmal zusammengestellt von Ben Gumpenberger.
Beitrag nachhören

Sendungsgestaltung: Michael Diesenreither

Zuletzt geändert am 13.02.18, 12:42 Uhr

Michael Diesenreither

Verfasst von Michael Diesenreither

ist seit 2014 FRO-affin: zunächst Lehrredaktion bei Radio FRO, seit Okt 2014 Mitglied in der FROzine-Redaktion, eigene Sendereihe "DAHOAMgrown - frischer Sound aus dem Alpenraum" (2015-2017), gelegentlich im Kultur- & Bildungskanal zu hören (z.B. seit 2015 fürs Crossing Europe).
Hat "Kommunikation, Wissen, Medien" an der FH Hagenberg studiert und anschließend Webwissenschaften mit dem Schwerpunkt "Web Art & Design" an JKU und Kunstuni.
Schwerpunkte in der FROzine-Redaktion: Verkehrspolitik, Stadtentwicklung, LGBT-Themen, Migrationspolitik.

Ideen und Feedback gerne an michael.diesenreither@fro.at.

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Gesendet am Fr 02. Feb 2018 / 18 Uhr

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