10 Jahre Friedensabkommen Kolumbien
Im Weltempfänger des Infomagazins FROzine vier Themen: Kolumbien zehn Jahre nach dem Friedensabkommen, demokratische Wahlen in Bangladesch, Ausmaß der Veränderung in Ungarn, Pussy Riot im Exil
Kolumbien zehn Jahre nach dem Friedensabkommen
Nur rund 10.000 Stimmen erreichte die Partei der ehemaligen FARC-Guerilla „Comunes“ bei den Parlamentswahlen im März. Damit steht das politische Projekt der früheren marxistischen Kämpfer*innen vor dem Aus. Ihre Demobilisierung aber, sagt südnordfunk Redakteur Christian Conde, hat politische Räume für andere linke Kräfte in der kolumbianischen Politik geschaffen. Das zeige sich nicht nur am Wahlsieg des Linksbündnisses Pacto Histórico, sondern auch daran, dass der Kandidat Iván Cepeda als Favorit in den nun beginnenden Präsidentschaftswahlkampf geht. Ein Beitrag vom südnordfunk.
Erste demokratische Wahlen in Bangladesch
Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label „Gen Z“ internationale Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Juli-Bewegung von 2024 in Bangladesch. Schon im darauffolgenden August floh die Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien – 15 Jahre Regierung und autoritärer Umbau waren damit vorbei. Nach anderthalb Jahren Übergangsregierung erfolgten nun im Februar die ersten demokratischen Wahlen, welche die Bangladesh National Party gewann. Doch ist dies wirklich der demokratische Neuanfang den sich die vor allem auch von Frauen getragene Protestbewegung für das Land gewünscht hat? Südnordfunk von Radio Dreyeckland fragte nach.
Ausmaß der Veränderung in Ungarn
Noch ist das Ausmaß der Veränderung in Ungarn noch unklar. Die ungarische Bevölkerung hat sich für den Wechsel in der Regierung entschieden. Doch wie weitreichend dieser vonstattengehen kann, ist weiterhin ungewiss. Eine zwei Drittel Mehrheit für Tisaz, die Partei von Péter Magyar im Parlament besteht, ist für Veränderung notwendig. Denn nur so können viele unter Orbán in die Verfassung eingeschriebene nationalistische und autoritäre Gesetze wieder abgeschafft werden. Auch ist noch offen wie genau sich Tisza in vielen Fragen langfristig positionieren wird. Doch grundsätzlich herrscht in Budapest aktuell eine freudige Aufbruchstimmung. Im Gespräch mit Radio Corax berichtet die dort lebende freie Journalistin Gina Böni.
Pussy Riot wählt das Exil um nicht zu schweigen
Das feministische Kollektiv Pussy Riot gilt in Russland seit Dezember 2025 als extremistische Organisation. Anlässlich ihrer Tour durch Europa sprach Ursi Grimm von RaBe mit der Band über die Gründe für ihre Kriminalisierung und ihr Leben im Exil.
Moderation: Nora Niemetz
CC-BY Musik Ronald Kah
Zuletzt bearbeitet am 19.04.26, 08:18 Uhr