1007bd9adc779a6e2278718fad26dba3.jpg Dieter Draxl; Mauthausen - Inschrift Bert Brecht
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Die Nachwirkungen des Nazi-Regimes

"Auf allen Gebieten gibt es unter dem Vorwand, daß jeder das Recht auf eine eigene Meinung habe, eine Art Gentleman’s Agreement, dem zufolge jeder das Recht auf Unwissenheit besitzt – und dahinter verbirgt sich die stillschweigende Annahme, daß es auf Meinungen nun wirklich nicht ankommt. Dies ist in der Tat ein ernstes Problem, nicht allein, weil Auseinandersetzungen dadurch oftmals so hoffnungslos werden […], sondern vor allem, weil der Durchschnittsdeutsche ganz ernsthaft glaubt, […] dieser nihilistische Relativismus gegenüber Tatsachen sei das Wesen der Demokratie". [aus: Hannah Arendt "Besuch in Deutschland"]

„Wir“ Österreicher/innen sind es gewöhnt, dass Zivilcourage so gut wie nicht existiert. Als Jüdin in Wien aufgewachsen, ist es für mich weiters normal, nur bestimmten Menschen gegenüber offen zu sein. Darüber nachzudenken, ob es „sicher“ ist, Familienherkunft, religiöse Traditionen und Gewohnheiten zu erwähnen oder gar zur Diskussion zu stellen, und doch die meiste Zeit darüber zu schweigen bzw. so zu tun als gäbe es diesen Aspekt meiner Persönlichkeit gar nicht, ist Alltag. […] Der Wissensstand in Österreich ist erschreckend niedrig; die größten „Kritiker“ Israels waren noch nie im Land und die vehementesten Gegner von „Religion, egal welcher“, sind zu Weihnachten bei Mama und Papa. [aus: Hannah Fröhlich „Von Wien“]

Inwieweit der Nationalsozialismus in den Familien weiter wirkt, versuchten Simone Bader und Jo Schmeiser in ihrem Film „Liebe Geschichte“ zu erfahren. Der Film „Liebe Geschichte“ zeigt die weibliche Sicht auf die NS-Vergangenheit.

Gestaltung: Daniela Schopf

Zuletzt geändert am 27.03.13, 00:00 Uhr

Verfasst von Daniela Schopf

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Gesendet am Mi 27. Mr 2013 / 18 Uhr

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