Bericht zur Klimagerechtigkeit
Im Weltemepfänger des Infomagazins FROzine drei Themen: Klimagerechtigkeit - wer trägt die Verantwortung, Frauen am Verhandlungstisch bei Friedensgesprächen und die Rettung der Vielfalt.
Klimagerechtigkeit: Verantwortlichkeit bei der Klimakatastrophe
Klimagerechtigkeit beschäftigt sich unter anderem mit der historischen Verantwortung der Klimakrise und beleuchtet dabei ebenso Menschenrechte, soziale Gleichheit und globale Fairness. Die reichsten 0,1 % der Weltbevölkerung – etwa 8 Millionen Menschen – verursachen mehr Emissionen als die ärmsten 3,5 Milliarden. Das ist eine der klaren Erkenntnisse, welche Oxfam in ihrem aktuellen Bericht „Disaster Divide“ präsentiert. Der Bericht zeigt auf, wie die Emissionen dieser Superreichen die Klimakrise anheizen und wie diese Ungleichheit dazu führt, dass Katastrophen noch tödlicher sind, während einige der Reichsten daraus ihren Profit schlagen. Für den Bericht hat Oxfam unter anderem das Investitionsverhalten und dessen Folgen in den Blick genommen. Darunter auch die hohe Umweltbelastung durch Privatjets. Die Veröffentlichung am 27. Oktober erfolgt dabei nur kurz bevor die COP31 in Antalya begann, wo eine der zentralsten Fragen ist, wer für die Kosten der Klimakrise eigentlich aufkommen soll. Radio CORAX sprach über den neuen Bericht von Oxfam mit Leonie Petersen. Sie ist Referentin für sozial-ökologische Transformation bei Oxfam.
Frauen an den Verhandlungstisch
Im Oktober 2000 hat der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1325 verabschiedet. Sie verlangt, dass Frauen an Friedensprozessen beteiligt werden. Am Verhandlungstisch sitzen sie bis heute jedoch selten. Wer über Frieden entscheidet, entscheidet auch darüber, was er bedeutet. Für viele Frauen heißt Frieden in erster Linie, das Haus verlassen zu können, ohne Gewalt zu leben. Sie behandeln Verletzte, vermitteln bei Spannungen und dokumentieren Menschenrechtsverletzungen. Das Geld dafür fehlt: Weniger als ein Prozent der weltweiten Mittel für Gleichstellung erreicht Frauenrechtsorganisationen vor Ort. Unter anderem darüber hat Eva Gutensohn mit Jarai Sabally und Katrina Avilla gesprochen. Sie sind stellvertretende Geschäftsführerinnen des Frontline Women’s Fund in New York, der Frauengruppen in Krisengebieten direkt unterstützt – in Afghanistan, im Kongo, in Libyen und in Syrien.
Rettet die Vielfalt
Von 19. Oktober bis 30. Oktober 2026 fand im armenischen Jerewan die 17. Konferenz der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt (COP 17) unter dem Motto „Handeln für die Natur“ statt. Und seit einigen Tagen läuft die Weltklimakonferenz. Ist es wichtig, was auf solchen Konferenzen besprochen wird oder sind das doch eher bloße Absichtserklärungen ohne ausreichende tatsächliche Wirkung? Darüber sprach Radio Blau mit Katrin Böhning-Gaese. Sie ist wissenschaftliche Geschäftsführerin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, zuletzt ist von ihr das Buch „Rettet die Vielfalt. Manifest für eine biodiverse Gesellschaft“ im Klett-Cotta Verlag erschienen.
Moderation: Nora Niemetz
CC-BY Musik: Ronald Kah, love
Zuletzt bearbeitet am 08.11.26, 11:08 Uhr