Kann man ein Medium werden oder wird man als solches geboren?
Michael und David widmen sich in dieser Ausgabe des Frühen FROschs dem Thema Medien und Bildung und sprechen dabei auch über die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs "Medien".
Kritische Medienkompetenz spielt im öffentlichen Diskurs eine wichtige Rolle. Dazu hat die Verbreitung von Social Media beigetragen und in den vergangenen vier Jahren sehr stark die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.
Medienminister Andreas Babler will die kritische Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken, Bildungsminister Christoph Wiederkehr wünscht sich ein Unterrichtsfach „Medien und Demokratie“.
Dahinter steckt das Bewusstsein: Der Umgang mit Medien ist nichts, was selbstverständlich ist. Er muss erlernt und geübt werden. Und: Medien spielen eine wichtige Rolle für demokratische Gesellschaften. Denn nur, wer verlässliche Infos aus Medien gewinnen kann, kann sich eine Meinung bilden.
Die Vermittlung von kritischer Medienkompetenz spielt auch bei Radio FRO seit jeher eine große Rolle. Wie wir uns dem Thema annehmen, welche Bedeutungen der Begriff „Medien“ hat und was ein „Medium“ im Kontext paranormaler Phänomene von aufklärerischen Medien unterscheidet, diskutieren wir in dieser Folge.
Was sind Medien?
Der Begriff „Medium“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „die Mitte“ oder „der Mittelpunkt“. Später bezeichnete der Begriff allgemein „vermittelnde Elemente“.
Heutzutage wird der Begriff „Medien“ umgangssprachlich meist für „Massenmedien“ verwendet. Massenmedien sind Kommunikationsmittel, die Inhalte an eine große Masse von Empfänger*innen verbreiten. Und diese entwickelten sich ab dem Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, also grob gesagt um 1500 n. Chr.
Johannes Gutenberg hat um 1440 den Buchdruck mit beweglichen Lettern und Druckpressen erfunden. Dieses Ereignis hat wesentlich zur Entstehung von Massenmedien beigetragen. Das gedruckte Wort wurde dadurch nämlich zum entscheidenden Wissensvermittler und in der Neuzeit entstanden wie nie zuvor massenhaft Bücher und andere Druckschriften. Öffentliche Bibliotheken trugen zur Demokratisierung des Wissens bei und waren eine wichtige Voraussetzung für den Beginn der Aufklärung.
Die ersten Massenmedien, die am Beginn der Neuzeit entstanden, waren Zeitungen und Zeitschriften. Die vermutlich älteste Zeitung der Welt war die Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien. Diese erschien zwischen 1605 und 1667 in Straßburg.
Lange Zeit waren schriftbasierte Medien die einzigen Massenmedien. Im 19. und 20. Jahrhundert kamen dann audiovisuelle Medien dazu.
Heute zählt man zu den Massenmedien:
- Printmedien: Flugblatt, Plakat, Buch, Presse
- Audiovisuelle Medien: Film, Hörfunk, Fernsehen
- massenhaft verbreitete Speichermedien: CD, DVD
- Webseiten im Internet
Sind Soziale Medien Massenmedien?
Soziale Medien werden in der Wissenschaft von Massenmedien abgegrenzt. Ein paar Unterscheidungsmerkmale:
- Zugänglichkeit: Die Produktion und Verbreitung von Massenmedien erfolgt durch Medienunternehmen.
- Benutzerfreundlichkeit: Die Verbreitung von Inhalten auf Social-Media-Kanälen ist vergleichsweise niederschwellig.
- Kommunikationsrichtung: In klassischen Massenmedien kommunizieren wenige mit vielen (One-to-many-Prinzip), in Sozialen Medien können potenziell viele Sender*innen viele Empfänger*innen erreichen (Many-to-many-Prinzip).
Auch wenn Soziale Medien also nicht zu den klassischen Massenmedien gehören, spielen sie eine große Rolle in der Debatte um kritische Medienkompetenz.
Probleme und Risiken von Social Media
Denn mit der Nutzung von Social Media sind eine Reihe von Problemen und Risiken verbunden. Dazu gehören u.a. die Verbreitung von Falsch- und Desinformation, die Logik von Algorithmen, die die Entstehung von Echokammern, Filterblasen und die Verbreitung von Hass im Netz befördern, sowie das Sammeln und Verkaufen von Nutzer*innendaten.
Kritische Medienkompetenz – wozu?
Medienkompetenz bedeutet nicht nur, Medien für die Gewinnung von Informationen nutzen zu können. Es geht auch darum, die Hintergründe der Medienproduktion zu kennen, Machtstrukturen und Interessen der Akteur*innen zu durchschauen und auch selbst aktiv Medieninhalte gestalten zu können. Der Erziehungswissenschafter Dieter Baacke (1934-1999) unterschied in diesem Sinn vier Dimensionen von kritischer Medienkompetenz. Diese umfassen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.
Vermittlung kritischer Medienkompetenz bei Radio FRO
Die Angebote, die Radio FRO im Bereich Vermittlung kritischer Medienkompetenz bietet, bemühen sich, diesem Anspruch gerecht zu werden. Ein Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung liegt auf der eigenständigen Gestaltung von Medieninhalten. Seit kurzem steht uns hierfür ein neuer Workshopraum im UPunkt-Center in Urfahr zur Verfügung. Am 24. April findet dort eine Einweihungsfeier statt. Wir freuen uns auf euer Kommen!
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Massenmedien
https://de.wikipedia.org/wiki/Mediengeschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Medium_(Kommunikation)
https://erwachsenenbildung.at/magazin/22-44u45/08_peissl_sedlaczek.pdf
Zuletzt geändert am 08.04.26, 11:27 Uhr
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