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Gesendet am Mo 02. Mai 2016 / 12 Uhr
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Costa Rica stellt sich gerne als friedliche Musterdemokratie in Lateinamerika dar. Wenn es aber um den Umgang mit der eigenen indigenen Urbevölkerung geht, verhält sich das mittelamerikanische Land nicht besser, als so manches postkoloniale, pseudodemokratische Regime auf dem Kontinent.

Natürlich sind auch Costa Ricas Indigene durch weiße Eroberungszüge an den Rand der Existenz gedrängt worden, so sehr, dass den meisten Ticos bis vor kurzem gar nicht bewusst war, dass in ihrem Land indigene Völker gibt. In den letzten Jahrzehnten hat man ihnen immerhin Territorien zugewiesen und sogar internationale Übereinkünfte für indigene Selbstbestimmung unterzeichnet. Trotzdem machen sich Siedler in den Territorien breit, vertreiben die indigenen Bewohner – und kommen damit durch. Der costa-ricanische Staat bleibt bestenfalls untätig. Und so drohen im Süden des Landes tödliche Auseinandersetzungen, vielleicht sogar ein indigener Aufstand.

Auch in Kolumbien kämpfen seit der Kolonialisierung die Indigenen um ihr Land – so wie die Nasa im kolumbianischen Departement Cauca. Das fruchtbare Land in den tiefen Talebenen wird inzwischen fast ausschließlich von multinationalen Konzernen und Großgrundbesitzenden für Zuckerrohrplantagen und seit kurzem auch für den Anbau von Biosprit genutzt. In den hohen Bergregionen bauen die indigenen Gemeinden in meist familiären Kleinbetrieben Kaffee an. Diesen verkaufen sie dann an die zentrale Kooperative der Indigenen des Cauca weiter. Seit Anfang des Jahres kann dieser Kaffee auch in Deutschland erworben werden: Das Kaffeekollektiv Aroma Zapatista aus Hamburg verkauft solidarisch gehandelten Kaffee von Kleinbäuer*innen. Onda sprach mit dem Kollektiv um zu erfahren, wie das genau funktioniert!

Zuletzt geändert am 02.05.16, 00:00 Uhr

Dorota Trepczyk

Verfasst von Dorota Trepczyk

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Gesendet am Mo 02. Mai 2016 / 12 Uhr

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