Nacht und Nebel
Co.Lab | Erinnerungsarbeit • ästhetisch-politische Praktiken
Kultur & Bildung spezial

Nacht und Nebel

Mit »Nacht und Nebel« hat der Filmemacher Alain Resnais den Versuch unternommen, das Undarstellbare der NS-Vernichtungspolitik zu zeigen und zu erzählen. Anläßlich des Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Jänner, widmet sich die Kunstuniversität Linz dem Thema in unterschiedlichen ästhetischen Denkweisen.

Ein Kultur- und Bildung-Spezial von RADIO FRO zur Veranstaltung an der Kunstuniversität Linz am Tag des Gedenkens der Opfer des Holocaust:

Der Film „Nacht und Nebel“ verwebt die NS-Vergangenheit mit der Perspektive der Überlebenden und der Institutionen, die sich der Erinnerung an die Deportationen und Opfer verpflichteten, im Frankreich der 1950er Jahre. Einzelne Bilder und Einstellungen des Films werden heute aus dem Zusammenhang gerissen, inflationär gebraucht und gehören zum allgemeinen Bildgedächtnis des Holocaust. Nicht nur in dieser Hinsicht stellt der Film eine Verbindung mit der Gegenwart her, auch filmästhetisch verschränkt er eine zeitlose Gegenwart mit der NS-Gewaltherrschaft und die „Landschaft der […] Millionen Toten“ mit einem gleichgültigen Heute.

»Nacht und Nebel« ist ein Film in Bewegung: Ursprünglich als Film über die Deportationen aus Frankreich geplant, ist er zu einem Film über den Holocaust geworden, er hat zahlreiche Rezeptions- und Gebrauchsweisen durchlaufen, ist in verschiedenen zensierten und Text-Fassungen erschienen und bewegt sich dramaturgisch zwischen Unfasslichkeit, Distanz, Schrecken, Vertrautheit und Irritation.

Wo steht »Nacht und Nebel«, der als filmisch-künstlerisches Werk groß gefeiert wurde, heute? Wie zeitaktuell ist er noch? Was sehen wir heute in ihm, wie gebrauchen wir ihn?

 

Begrüßung und Online Filmstream um 18.00 Uhr
Online Podiumsdiskussion um 18.45 Uhr mit
Margit Eschenbach (Filmemacherin, ehemals Zürcher Hochschule der Künste)
Tanja Seider (Politikwissenschaftlerin, Politische Bildung)
und Eva Hohenberger (Medienwissenschaftlerin)

Moderation: Sabrina Kern, Medienkulturwissenschaftlerin und Künstlerin.
Begrüßung: Angela Koch, Medienwissenschaftlerin.

 

Zuletzt geändert am 10.02.21, 20:19 Uhr

Gesendet am Fr 29. Jan 2021 / 17 Uhr

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