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Migration und Pflege – von Chancen bis zur Kulturfalle

Welche Rollen spielen die Themen Ausbildung und Migration, um dem Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken?

Bis zum Jahr 2030 werden rund 30.000 zusätzliche Pflegepersonen benötigt. Einige Lösungsansätze werden immer wieder diskutiert: die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um das Berufsfeld attraktiver zu machen, mehr Ausbildungen und Weiterbildungen, aber auch die Einbeziehung von Migrant*innen in den Gesundheitsbereich. Zwei Expertinnen geben ihre Einschätzungen zu den Themen Ausbildung und Migration in der Pflege.

“Wir brauchen in der Pflege die Vielfalt”

Wilhelmine Steinbacher-Mittermeir ist Direktorin der Altenbetreuungsschule des Landes OÖ. An vier Standorten werden pro Jahr rund 500 Personen in verschiedenen Pflegeberufen ausgebildet. Steinbacher-Mittermeir spricht über Herausforderungen, aber auch Perspektiven in der Ausbildung und beruflichen Praxis.

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Migrant*innen in der Pflege stärken

Für Migrantinnen, die sich für eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich interessieren, bietet maiz den Lehrgang PreQual an, ein 5-monatiger Vorqualifizierungskurs, der Migrantinnen den Zugang zu Gesundheitsberufen und deren Ausbildungen erleichtern soll. Im September 2021 hat bereits die 17. Runde von PreQual begonnen. Der Kurs bietet u.a. Einblicke in das österreichische Gesundheitswesen, eine Berufsorientierung, Bewerbungstraining, berufsbezogene Sprachkenntnisse, Berufspraxis, aber auch eine transkulturelle Auseinandersetzung mit dem Thema Pflege und Gesundheit. In Reflexionen werden v.a. Diskriminierung und Rassismus am Arbeitsplatz thematisiert sowie Strategien entwickelt. Der Kurs soll die Möglichkeit bieten die Position von Migrant*innen zu stärken.

Für die Teilnehmerinnen bei PreQual geht es nicht nur um die Hürde einen Ausbildungsplatz zu bekommen, betont Florina Platzer. Migrant*innen sind mit vielschichtigen strukturellen und formalen Herausforderungen konfrontiert, sei es die Sorge um einen gesicherten Aufenthalt, eine leistbare Wohnung oder die Kinderbetreuung. All das beeinflusst die Entscheidung in einen Beruf einzusteigen oder nicht. Florina Platzer erzählt mehr über die Erfahrungen der Frauen.

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“Neue Schwierigkeiten nein zu sagen.”

So lautet der Titel einer Tagung des IFK und der Kunstuniversität Linz, die vom  20. bis 22. Oktober 2021 in Linz stattfindet. Konzeptioniert wurde sie von Karin Harrasser und Thomas Macho.

In einer Welt, die zu Protesten Anlass bietet, scheint es nicht überflüssig zu sein, diese Formel zu untersuchen. Nichts ist inhaltsleerer, allgemeiner als das Nein. Nichts ist einfacher, als immerfort »nein« zu sagen. Es sei denn, dass eine Ordnung besteht, die das Neinsagen unter Strafe stellt. Wie sage ich »nein« in einer Welt aus Schaum? Wie sage ich »nein« zu den Räumen, die mich zu verschlingen drohen?
Zitate aus: Klaus Heinrich, Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1964, S. 9 und 84.

Karin Harasser erklärt Sigrid Ecker, worum es dabei genau geht.

DIE TAGUNG FINDET HYBRID STATT. Für die Teilnahme in Präsenz ist ein 3G-Nachweis (geimpft, genesen, PCR-getestet), sowie eine Anmeldung per E-Mail an registration@ifk.ac.atnotwendig. Die Teilnehmer*innenzahl ist beschränkt.

Weitere Infos gibt es hier bzw. hier.
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Gestaltung: Marina Wetzlmaier

Zuletzt geändert am 19.10.21, 08:23 Uhr

Gesendet am Do 14. Okt 2021 / 18 Uhr

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