fem.pop Juli 2026
In der Juli-Ausgabe von fem.pop Radio präsentieren wir aktuelle Veröffentlichungen österreichischer Künstlerinnen aus dem Bereich der elektronischen Musik.
Vier herausragende Elektronik-Künstlerinnen prägen das fem.pop Radio im Juli.
In der Juli-Ausgabe von fem.pop Radio präsentieren wir aktuelle Veröffentlichungen österreichischer Künstlerinnen aus dem Bereich der elektronischen Musik, wo es einmal mehr jede Menge zu entdecken gibt: Die Techno-Pionierin Susanne Brokesch verbindet elektronische Sounds mit ihrem Faible für die akustische Gitarre, während Christina Ruf die Möglichkeiten des Cellospiels auslotet und dabei in neue Klangsphären vordringt. Rent gestaltet mit den Klängen modularer Synthesizer-Systeme dunkle, pulsierende Filmmusikräume. Katharina Ernst wiederum entwickelt eine faszinierende Fusion aus Klang und Polyrhythmik. Mit fem.pop tauchen wir diesmal ein in eine florierende Szene zwischen großartigen Releases und eindrucksvollen Live-Performances.
Zu hören sind: Susanne Brokesch, Christina Ruf, Rent und Katharina Ernst.
Moderation: Sigrid Dibon
Redaktion: Wolfgang Dorninger
Playlist:
Susanne Brokesch – sunset valet – shelter me – Bandcamp
Rent – Kill A Phantom – Circle Breakdown – Bandcamp
Christina Ruf – Masks Between Trees – Schmelzpunkt – Bandcamp
Katharina Ernst – EXTRAMETRIC II – x_09 – Bandcamp
Katharina Ernst – EXTRAMETRIC II – x_10 – Bandcamp
Susanne Brokesch – sunset valet – u only – Bandcamp
Christina Ruf – To Disentangle Time – Drifts – Bandcamp
Rent – Kill A Phantom – Sentient Machine – Bandcamp
Susanne Brokesch – One minute you‘re here (the feeling is real) – Bandcamp
SR-Archiv österreichischer Popularmusik
fem.pop
Diese Ausgabe von fem.pop Radio kann auf FRF – dem Freien Radio Freistadt am Samstag, den 11.7. um 19 Uhr nachgehört werden. Tune in!

Christina Ruf – pic by Erik Emil Eskildsen

Rent – pic by Verena Mayrhofer

Katharina Ernst – pic by Michael_Breyer
Titel:
Susanne Brokesch Platte: sunset valet Titel: shelter, 2026
https://susannebrokesch.bandcamp.com/album/sunset-valet
Die im Februar 2026 erschienene Platte „Sunset Valet“ der Wienerin Susanne Brokesch, die seit langem in New York lebt, geht ähnlich unter die Haut wie ihr 1997 auf Disco B erschienenes Meisterwerk „Sharing The Sunhat“. Im Stück „shelter“ legt sie Worte wie „Asyl“, „Unterschlupf“ und „Schutz“ aus dem politischen Wording frei und schafft so eine Stimmung, die ihnen wieder Bedeutung, Menschlichkeit und Würde zurückgibt. Der murmelnde Gesang scheint aber auch die Hölle der Zuflucht aufzuzeigen, das Eingeengt-Sein, die Einsamkeit und die fehlende Perspektive. Sie hören Susanne Brokesch mit „shelter“.
Rent Platte: Kill A Phantom Titel: Circle Breakdown, 2024
https://rent-music.bandcamp.com/album/kill-a-phantom
Rent ist das Pseudonym der Künstlerin und Ökologin Katrin Euller. Ihre elektronisch generierte Musik ist dicht, langsam, ausladend und brachial. Im folgenden Stück „Circle Breakdown“ türmen sich dystopische Soundwelten, als würden wir tief in die Klangmäuler kollabierender Ökosysteme hineinhören. Es folgt das Stück „Circle Breakdown“ von Rent.
Christina Ruf Platte: Masks Between Trees Titel: Schmelzpunkt, 2026
https://christinaruf.bandcamp.com/album/masks-between-trees
Christina Ruf pendelt zwischen Wien und Dänemark. Sie ist Cellistin, Komponistin und betreibt ihr eigenes Label im Vertrieb von Bandcamp, wo sie mehr als 30 Tonträger veröffentlicht hat. Ihre Musik ist ein spannendes Wechselspiel aus Komposition, Improvisation und extremer Soundmodulation, die sie selbst immer wieder aufs Neue überraschen und sie in unbekannte Klangszenarien führen. Zum Stück „Schmelzpunkt“ sagt Christina Ruf: Ich eröffne mit einer E-Cello Sphäre, begleitet von (Neben-)Geräuschen am und des Cello-Körpers, dazu verweben sich Cello- und Vokalstimmen zu einer beinah schwebenden Komposition.“
Katharina Ernst Platte: EXTRAMETRIC II Stück: x_09, Stück: x_10, 2025
https://katharinaernst.bandcamp.com/album/extrametric-ii
Katharina Ernst ist eine multidisziplinäre Künstlerin, Komponistin und Schlagzeugerin. Sie lebt in Berlin und hat 2025 ihr eigenes Label „Extrametric Records“ gegründet. Katharina beschreibt ihre Musik als „eine noch tiefere Erkundung der Polyrhythmik auf akustischen Schlagzeugen und elektronischen Geräten“ und fügt ihrem sich weiterentwickelnden Sound damit neue Ebenen hinzu. In den hintereinander abgespielten Stücken „x_09“ und „x_10“ entfalten sich zwei spannende treibende Suiten aus rhythmischen Ritualen, Stimmen und Klängen üppiger filmischer Reisen, wo ab und an auch ein bisschen Pop durchblitzt. Sie hören „x_09“ und „x_10“ von Katharina Ernst.
Susanne Brokesch Platte: sunset valet Titel: u only, 2026
https://susannebrokesch.bandcamp.com/album/sunset-valet
„u only“, Du allein! Das will man gerne hören, und hört man es, dann entstehen auch schon kleine Dissonanzen, wie im Stück „u only“ von der Platte „sunset valet“ von Susanne Brokesch, wo ein pulsierender Bass den Ton angibt, Dub-Elemente frech herumtänzeln und der Gesang alle Ebenen von „u only“ auslotet. Sie hören „u only“ von Susanne Brokesch.
Christina Ruf Platte: To Disentangle Time Stück: Drifts, 2026
https://christinaruf.bandcamp.com/album/to-disentangle-time
„Drifts“ von Christina Ruf ist das erste Stück des Albums “To Disentangle Time” – zu Deutsch: Zeit-Entflechtung. Das Album ist eine Sammlung von Live-Aufnahmen (One-Takes) mit E-Cello und Elektronik, die für das Album gekürzt und editiert wurden. Und wie es beim Entflechten gerne vorkommt, wird man fortgetragen: Das Knäuel verschwindet, während die auseinanderlaufenden Linien uns zu neuen Situationen und Kontexten führen. Hier kommt „Drifts“ von Christina Ruf.
Rent Platte: Kill A Phantom Titel: Sentient Machine, 2024
https://rent-music.bandcamp.com/album/kill-a-phantom
Beim Stück „Sentient Machine“ hören wir tief in den Klangraum einer empfindungsfähigen Maschine hinein. Hätte man dieses Stück in Ridley Scotts „Alien“ eingesetzt, wäre das Publikum im Kinosaal womöglich in eine neue Lebensform transzendiert – oder schlicht kollabiert. Düsterer lässt sich ein Soundtrack kaum mehr anlegen. Rent ist auch Mitglied der Ö-Supergroup Exit Void mit Anja Plaschg aka Soap&Skin, doch dazu mehr in einer der nächsten fem.pop Radio Ausgaben. Es folgt „Sentient Machine“ von Rent aka Katrin Euller aus Wien.
Susanne Brokesch Platte: shallow blues Titel: One minute you‘re here (the feeling is real), 2024
https://susannebrokesch.bandcamp.com/album/shallow-blues
Nach dem super darken Soundtrack von Rent betreten wir nun den Klangraum Folk von Susanne Brokesch. Wir kennen alle dieses Gefühl: Du bist plötzlich da, so als gäbe es keinen anderen Moment als diesen und es fühlt sich wirklich an. „One minute you‘re here (the feeling is real)“ aus dem Jahr 2024 von der Platte „shallow blues“ von Susanne Brokesch.
Zuletzt bearbeitet am 12.07.26, 20:08 Uhr