da24d573c304b36670a64f28423d4bbb.jpg

Dokumentarfilm „poco a poco“ über Menschenrechte und „Zapatistas“ in Mexiko.

Der Dokumentarfilm "poco a poco" von Doris Musikar und Alexander Vittorio Papsch wird am 3. November um 19.30 in Anwesenheit des Regieteams in der Arbeiterkammer in Linz gezeigt. Aus aktuellem Anlass bringen wir ein Interview mit der Regisseurin.

Der Dokumentarfilm „poco a poco“ berichtet von Solidarität und der Erkenntnis, dass durch gelebte internationale Vernetzung positive Veränderungen in lokalen Konflikten erreicht werden können. Er führt uns eine Realität vor Augen, die weit weg von unserem Alltag tagtäglich und hautnah passiert.

„Der Anspruch auf ‘Echtheit’ ist bei einem Dokumentarfilm, der als solches gekennzeichnet ist, sehr hoch. Mich faszinieren Filme, die Themen aufzeigen, mit denen sich der Zuschauer oder die Zuschauerin sonst vielleicht nicht auseinander gesetzt hätte.“ Doris Musikar

 Für ihre Filmdokumentation „poco a poco“ erhielt Doris Musikar, BSc MA aus Steyr heute den Kunstpreis 2010 der oberösterreichischen Arbeiterkammer. Der Preis wird jährlich an Studierende der Linzer Kunstuniversität verliehen, die sich im Rahmen ihrer Diplomarbeiten künstlerisch mit der Arbeitswelt oder mit aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen auseinandersetzen.

Die Vizepräsidentin der oberösterreichischen Arbeiterkammer Christine Lengauer überreichte heute der Preisträgerin den Kunstpreis im Rahmen einer Sponsionsfeier in der Linzer Kunstuniversität. Der Preis wird heuer bereits zum zehnten Mal verliehen.

Beeindruckender Dokumentarfilm

Die preisgekrönte Diplomarbeit von Doris Musikar ist ein 64-minütiger Dokumentarfilm mit dem Titel „poco a poco“. Er portraitiert in beeindruckender, klarer Bildsprache das Leben von Menschenrechtsbeobachtern/-innen in Mexico und erzählt von den Ungerechtigkeiten gegenüber der indigenen Bevölkerung im Süden des Landes und der im Jahr 1994 gegründeten sozialrevolutionären Bewegung der 'Zapatistas'.

In eindringlichen Passagen und Interviews beschreibt die Dokumentation die Emotionalität der Protagonisten/-innen, die oft von Selbstzweifeln geplagt sind. Zusätzlich bietet er ungeschönte Informationen über die Zusammenhänge, Ursachen und Auswirkungen eines jahrhundertelangen Konfliktes und den Umgang damit in einer demokratischen Bewegung. „poco a poco“ berichtet von Solidarität und der Erkenntnis, dass gelebte internationale Vernetzung positive Veränderungen in lokalen Konflikten erreichen kann.

Doris Musikar schreibt in der Einleitung zu ihrem Filmexposé: „Der Anspruch auf 'Echtheit' ist bei einem Dokumentarfilm, der als solcher gekennzeichnet ist, sehr hoch. Mich faszinieren Filme, die Themen aufzeigen, mit denen sich der Zuschauer oder die Zuschauerin sonst vielleicht nicht auseinander gesetzt hätte.“

Mit diesem Ansatz trifft die Preisträgerin auch die Intention der AK OÖ, komplexe, aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft und Arbeitswelt einem breiten Publikum erkenn- und verstehbar zu präsentieren. In einer kommerziellen Medienlandschaft, die Themen oft einseitig und unreflektiert darstellt und von einer weltweit agierenden PR-Maschinerie instrumentalisiert wird, ist das umso wichtiger. Der Film „poco a poco“ schafft es, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Er erfindet keine Geschichten, sondern wirft, durch das Befassen mit einem Teil der Wirklichkeit, Fragen auf und fordert die Betrachter/-innen zur Reflexion heraus.

Zuletzt geändert am 23.10.10, 00:00 Uhr

Avatar

Verfasst von Michael Gams

zur Autorenseite

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden von der Redaktion moderiert. Es kann daher etwas dauern, bis dein Kommentar hier erscheint. Wir behalten uns vor, diskriminierende oder diffamierende Kommentare, sowie solche, die straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, zu entfernen.