Mining Philippines Photo by Sebastian Pichler on Unsplash
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Berg(raub)bau auf den Philippinen

Adeline Angeles von der Umweltorganisation MACEC (Marinduque Council for Environmental Concerns) und Jimmy Khayog von CorDIS (Cordillera Disaster Response and Development Services) waren von 15. – 22. 04. 2018 auf Einladung von Welthaus Österreich in Oberösterreich zu Besuch. Unterschiedliche Veranstaltungen gaben die Möglichkeit zu Begegnung, Austausch und Diskussion und regten zum Nachdenken an. Zu Gast im FROzine Studio erzählen sie von den Auswirkungen des Bergbaus auf ihr Heimatland und was das mit uns in Europa zu tun hat.

Der Hauptfokus beider Gäste liegt auf dem Sichtbarmachen der ökologischen Auswirkungen und menschenrechtlichen Vergehen durch den exzessiven Bergbau auf den Philippinen. Die Inselgruppe gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Erde. Bereits seit Jahrhunderten wird, teils auch noch heute in kleinstrukturiertem Bergbau, Gold, Kupfer, Nickel, Platin und Silber abgebaut. Jedoch nur die indigenen Gruppen pflegen den Bergbau im Einklang mit der Natur als sogenannte small-scale-miner.

Dem gegenüber steht der industrialisierte Bergbau, der meist von internationalen Konzernen ohne Rücksicht auf Ökologie, indigene Gebiete bzw. Nachhaltigkeit. Der Tagbergbau hinterlässt verwüstete und verschmutzte Natur, die Rohstoffe werden unter Einsatz von toxischen Chemikalien aus den Erzen gewonnen und in großen Becken gesammelt. Durch Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Taifune, die auf den Philippinen keine Seltenheit sind, brechen Dämme und vergiften dabei Mensch und Umwelt. Dabei bleiben Entschädigungszahlungen der Konzerne, bzw. Reparaturleistungen zumeist aus. Ausführliche Hintergrundinformation findet sich in dieser Zusammenfassung: Fluch der Rohstoffe.

Kurz-Biographie der Studiogäste

Adeline Angeles lebt auf Marinduque, dem „Herzen der Philippinen“. Die Insel ist aufgrund seiner Kupfervorkommen seit den 60er Jahren Ziel von großangelegten internationalen Bergbauinvestitionen. Drei große Katastrophen, bei denen Dämme brachen, der Giftschlamm durch die Dörfer zog und alles Leben im Fluss bis heute zerstörte, führten zur Gründung der Umweltorganisation MACEC. AktivistInnen wie Adeline haben erreicht, dass ein 50-jähriges Moratorium für ein bergbaufreies Marinduque verhängt wurde.

Jimmy Khayog ist Leiter von CorDis, einer Organisation, die er nach einem verheerenden Erdbeben in den 1980ern gründete. Mit seinen MitarbeiterInnen kämpt er gegen den industriellen Bergbau in der Region der Kordilleren. Er stellt sich aber nicht nur gegen die Umweltschäden und den Raubbau der Konzerne, sondern auch gegen den Verlust der alten Traditionen der Volksgruppe der Igorot. Nach dem Motto von CorDis „We help people to help themselves“ ist er auch in den entlegensten Dörfern in der Gebirgsregion unterwegs, um mit der Bevölkerung gemeinsam an einer nachhaltigen Entwicklung zu arbeiten.

Im Interview (Englisch):

  • Adeline Angeles, Umweltorganisation MACEC, Philippinen
  • Jimmy Khayog, CorDIS, Philippinen

Moderation: Nora Niemetz
CC-Musik: Sergey Kovchik (Short Rain)

Zuletzt geändert am 10.07.18, 12:01 Uhr

Gesendet am Mi 02. Mai 2018 / 18 Uhr