Begegnungen am Schienenstrang. Von Oberwart nach Oberschützen.
Flaneur und Distel spazieren entlang einer aufgelassenen Bahnstrecke in Südburgenland.
Flaneur und Distel spazieren entlang einer aufgelassenen Bahnstrecke in Südburgenland.
Land Art, botanische Illustrationen und Ökoaktivismus im Film Im Höllental wird die Landschaft zur Leinwand, wenn Eva Gruber auf den Kiesbänken der Schwarza mit Steinen, Blättern, Zweigen oder Eis Kunstwerke schafft. Wir begleiten die Land Art-Künstlerin in ihr „Freiluft-Atelier“. Weniger verspielt geht es in der „Wiener Schule der botanischen Illustration“ zu. Hier arbeiten die Künstlerinnen und Künstler im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und künstlerischer Freiheit. Magareta Pertl erzählt, unter welchen Strapazen sie in Madagaskar das bislang einzige Bild einer seltenen Orchideenart gemalt hat, und Petra Hudler erklärt, warum botanische Illustrationen auch im Zeitalter der Fotografie unverzichtbar sind. Dazu gibt es eine Exkursion in die Welt des Kinos: Wir stellen Spielfilme vor, die sich dem Ökoaktivismus widmen.
Die Lobau trocknet aus. Wo bleibt das Wasser? Der Anblick blühender Seerosen ist für viele Menschen ein schönes Naturerlebnis. In der Lobau sind Seerosen ein alarmierendes Zeichen für das langsame Sterben einer Wasserlandschaft. Der Au geht das Wasser aus. Wir befragen LobaukennerInnen und Wissenschafter über die Hintergründe und über mögliche Rettungsmaßnahmen. Foto: Hirschkühe in der Lobau (c) www.kurt-kracher.at
Das Marchfeld – die langweiligste Landschaft Österreichs? Nicht mit unserer neuen Sendung im Ohr! Wir betrachten das Marchfeld durch die Augen des Krimi-Schriftstellers Roman Klementovic, lassen uns von der Bio-Archäologin Michaela Binder erklären, wie man anhand von Skeletten und Knochen den Gesundheitszustand von Soldaten diagnostiziert, die vor über 200 Jahren im Marchfeld verscharrt worden waren, und besuchen Hans Frey, den wissenschaftlichen Leiter der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee, der 16 Jahre mit einem Bartgeier "verheiratet" war.
In dieser Sendung geht es um Intellektuelle, die zurück zu einem Leben mit Plumpsklo wollen, um einen Seifensieder, der Miles Davis in der Vogelwelt wiederfindet und um die Besonderheiten der estnischen Sauna. Kaja Tampere lebt den Sommer über auf dem Anwesen ihrer Vorfahren auf der Insel Saaremaa. Fließendes Wasser gibt es hier keines, und statt zu duschen geht man in die Sauna. Arbeiten kann sie hier trotzdem – kabelloses Gratis- Internet ist in Estland ein Grundrecht. Stephen Greenwood hat sich mit seiner Famile auf Saaremaa niedergelassen, um „GoodKaarma“ Seifen herzustellen. Er erzählt, wie sich der Klang der Landschaft im Lauf der Jahreszeiten verändert, und warum es im Frühling mit einem Schlag laut wird. Madis und Florian Raspel sind ein estnisch-österreichisches Ehepaar. Sie plaudern über den Unterschied in der Gesprächskultur und warum Esten beim Debattieren gerne schwitzen. Zum Abschluss entführen Daniela Lipka und Hartmut Schnedl die HörerInnen in eine akustische Sauna.
Daniela Lipka und Hartmut Schnedl stellen einen Regenwaldretter vor, lassen Auswanderer zu Wort kommen und heften sich an die Fersen von Osa-Blindwühle und Gladiatorfrosch. Sie haben das Land im Dezember 2016 bereist. Der Naturalist-Guide Ely Lopez erklärt, warum der Regenwald für ihn ein Boxring ist. Der Initiator vom „Regenwald der Österreicher“, Michael Schnitzler schildert, welche Strategien ein erfolgreiches Umweltprojekt vorantreiben. Mit seiner Hilfe können Betriebe, die einen CO2-Emissionsausgleich machen wollen, die Wiederbepflanzung von Regenwaldflächen in Costa Rica unterstützen. Martin Wild ist Zivildiener und hat sich für den Auslandsdienst in Costa Rica entschieden. Er wohnt und arbeitet in der Tropenstation La Gamba, wo er als Nicht-Biologe und ehemaliger Florianer-Sängerknabe lernt, mit giftigen Lanzenottern, bissigen Ameisen und schimmligen Unterkünfte zu leben. Er erzählt von dem (gar nicht so große) Mentalitätsunterschied zwischen Costa Ricanern und Österreichern und dass er sich trotz ewigen Sommers nach dem Wechsel der Jahreszeiten sehnt. Heinz Müller lebt seit 18 Jahren in Costa Rica und führt eine Fremdenpension nahe dem pazifischen Strand. Er braucht zwar weder Heizöl noch Winterstiefel, reich geworden ist er hier allerdings auch nicht. Rund um die Forschungsstation La Gamba unternimmt der Biologe Michael Franzen nächtliche Streifzüge. Er beobachtet seltsame Lebensformen und nimmt ein Regenwald-Klischee unter die Lupe. Hartmut Schnedl hat den Geräuschen in Costa Rica gelauscht und zieht den Schluss: Hier herrscht eine Angst vor Stille – sowohl im Regenwald als auch in den Städten. Regenwald der Österreicher: www.regenwald.at
Flaneur und Distel streifen durch das Wendland. Zwischen Hamburg und Berlin, an den Unterlauf der Elbe geschmiegt liegt eine der dünnstbesiedeltsten Regionen Deutschlands, in der alteingesessene Landwirte auf alternative Aussteiger aus der Stadt treffen. Lüchow ist der Verwaltungssitz der Region. Hier begegnen Flaneur und Distel Traudl und Eugen Treichl aus Salzburg, die schon drei Monate mit ihren Lamas durch Deutschland ziehen. Sie erzählen vom Rausch der Langsamkeit, während in der Nähe radioaktive Zeitbomben ticken. Denn schon seit 40 Jahren kämpft eine Dorfgemeinschaft gegen das Atommüll-Endlager Gorleben. Der kreativen Widerstand vereint Bauern, Wissenschafter, Anwohner und Künstler. Es ist eine bemerkenswerte Allianz, in deren Windschatten energieautarke Initaiven, Bio-Landwirtschaft und gesellschaftliche Experimente wuchern und blühen. Warum das Öko-Bohemiens aus den Städten anlocken, verrät Torben Klages von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Zwischen zwei Terminen erklärt Wolfgang Ehmke, vielbeschäftigte Sprecher der Bürgerinitiative, wie Staat und Atomindustrie nach wie vor versuchen, die störrische Region mürbe zu machen. Birgit Huneke vom Gorleben-Archiv in Lüchow erinnert sich an den kreativen Widerstand von früher und erzählt, welche Rolle Torten auf Bahngleisen und falsche Hochzeitsgesellschaften dabei gespielt haben. Aber nicht nur Atommüll erhält in diesem Landstrich einen Sarkophag für die Ewigkeit. Auch E-Gitarren verbringen hier ihren wohlverdienten Ruhestand – gesammelt und gehegt von Ulli Schröder, der in Lüchow das weltweit einzige Rolling-Stones-Fanmuseum betreibt.
Auf ihrer Reise durch die USA hat es Daniela Lipka und Hartmut Schnedl in ein entlegenes Eck im Nordwesten von Colorado verschlagen. Hier ist die Zeit der berüchtigten Outlaws noch nicht ganz vorbei. Sie treffen die Wildhorse Warriors for Sand Wash Basin, eine Gang aus vorwiegend weiblichen Aktivistinnen, die sich für das Überleben der frei lebenden Mustangs einsetzen. Und sie machen die Bekanntschaft einer älteren Dame, die ihnen in Meeker den Frontier-Spirit näherbringt.
In der kommenden Stunde geht es um Waffennarren und Naturromantiker, um das Gefühlt zwischen Angst und Freiheit und um eine Gesellschaft voller Widersprüche inmitten atemberaubender Natur. "Flaneur und Distel" haben im Juli/August 2018 Wyoming bereist und mit dem Mikrofon auch die Bisons im Yellowstone Park belauscht.
Die Rückkehr der Wölfe nach Österreich stellt die Bevölkerung auf einen Prüfstand. In einer Umfrage des WWF haben sich 74 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für den Verbleib der...
Eine Sendung über todbringende Pflanzen, us-amerikanisches Naturverständnis zwischen Kreationismus und Schutz der Wildnis und über einen österreichischen Tabakbauern und Zigarettenfabrikanten....
Flaneur und Distel begeben sich an das Ufer des Kamps. Das hölzerne Flussbad in Stiefern liegt im Dornröschenschlaf, der Steg führt in den Schlamm. Der Wissenschaftsjournalist Manfred Christ, der den Fluss seit 50 Jahren wie seine Westentasche kennt, erzählt, was dort geschehen ist und warum der Kamp nur mehr so tut, als sei er ein Fluss. Kann ein Fluss Persönlichkeitsrechte haben? Moremi Zeil von der Alpen-Adria Universität geht dieser Frage am Beispiel des Rio Atrato in Kolumbien nach. Er erzählt von den vielen Sprachen des Flusses und fordert einen Naturschutz, der sich nicht an bestehenden Besitzgrenzen orientiert. Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen ist zuständig für die Vermessung Österreichs. Präsident Wernher Hoffman erzählt von den Herausforderungen der ersten landesweiten Vermessung im 19. Jahrhundert und erklärt, wie das Dokumentieren von Grundstücksgrenzen einen gesellschaftlichen Wandel begleitet hat.