200 Jahre Urfahraner Jahrmarkt; "Klima"-Gespräch mit Johann Kandler

Benjamin Gumpenberger war fürs Frozine bei der Eröffnung der Jahrmarktsausstellung im Linzer Nordico dabei. Und Erich Klinger führte am 13.2. ein längeres Gespräch mit dem Klimaschutzexperten Johann Kandler.

Der auch „Urfix“ genannte Urfahraner Markt wird heuer 200 Jahre alt und ist bzw. bleibt somit der älteste Jahrmarkt in Österreich. Nicht nur der räumlichen Nähe wegen – Radio FRO befindet sich auf dem Weg von der Straßenbahnhaltestelle Rudolfstraße zum Jahrmarktsgelände – war es also nahe liegend, fürs Frozine über diesen Markt und seine Geschichte zu berichten.

Zuckerwatte, Ringelspiel, verklebter Magen, flirten, Autodrom, der erste Rausch … wäre eine oberösterreichische Jugend überhaupt denkbar, ohne „Urfix“, wie der Urfahraner Markt liebevoll genannt wird?

Der Urfahraner Markt ist der älteste Jahrmarkt Österreichs und heuer gilt es sein 200-jähriges Jubiläum zu feiern. Das Nordico widmet dem beliebten Jahrmarkt eine Ausstellung (Zitat: Benjamin Gumpenberger)

https://cba.fro.at/334175

Etwas schwerere Kost bietet dann der zweite Beitrag, Auszüge aus einem Gespräch mit Johann Kandler, seit 1993 Mitarbeiter des Klimabündnis und von 1972 bis 1992 selbst in Brasilien lebend und seither durch Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit bzw. Bündnisse mit am Rio Negro lebenden Menschen darum bemüht, die Bedeutung des brasilianischen Regenwaldes sichtbar zu machen.

Es kann und soll uns aus mehrerlei Gründen nicht egal sein, was mit dem Regenwald in Amazonien und den dort lebenden Menschen passiert, ob die unter der abgesetzten Präsidentin Dilma Rousseff zumindest eingedämmte Abholzung des Regenwaldes nun wieder zügiger aufgenommen wird, wie es bereits 2016 der Fall war, als wiederum 8.000 km² gerodet wurden, eine Zunahme von 100% gegenüber 2015. 

Abgesehen von den globalen Auswirkungen auf das Klima gab und gibt es konkrete Zusammenhänge mit "unserem Lebensstil" in Mitteleuropa. Waren es in den 1970ern vor allem Edelhölzer, die nach Europa exportiert wurden, sind es inzwischen Futtermittel bzw. große Rinderweiden und verstärkt der Anbau von Zuckerrohr zur Herstellung von Biosprit, die zur Vernichtung des Regenwaldes wesentlich beitragen. Dass Brasilien auch bedeutender Exporteur von Aluminium ist, einem Werkstoff, der häufig für fragwürdige Zwecke eingesetzt wird, dessen Herstellung jedoch sehr energieaufwändig ist, was auch zum Bau des Belo-Monte-Staudammes, des weltweit drittgrößten Kraftwerkprojektes führte, erwähne ich, der Vollständigkeit halber, auch. 

Erich Klinger


16.02.2017