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Theater Phönix on air

Werther lieben

Sendung zum Stück "Werther lieben" (Thomas Arzt), das am 12.5. am Theater Phönix Premiere hatte.

Johann Wolfgang von Goethes Briefroman „Die Leiden des Jungen Werther“ sorgte bereits bei seinem ersten Erscheinen 1774 für Furore. Er scheint den Zeitgeist, beziehungsweise die Befindlichkeiten der damaligen Generation sehr genau getroffen zu haben. Aber auch in den seither vergangenen fast 250 Jahren war das Werk nicht nur Gegenstand mannigfacher literarischer – oder wenn man an die Oper denkt – musikalischer Be- und Verarbeitungen: Auch in Philosophie, Psychologie und bildenden Künsten finden sich vielfach Bezüge und Auseinandersetzungen. Zudem war der Briefroman literarische Vorlage für diverse Bühnen- und Filmfassungen, weshalb die Rezeptionsgeschichte mittlerweile einen veritablen Wust darstellt.
Der Grund für die anhaltende Präsenz des Werkes liegt wahrscheinlich weniger am Mangel an neuen Ideen, sondern eher daran, dass die in Goethes Werther formulierten Ein- und Ansichten nach wie vor aussagekräftig und relevant sind.

Zum Saisonende 2015/16 hat sich das Theater Phönix des Stoffes angenommen, indem es den 1983 geborenen Autor Thomas Arzt mit einer Bearbeitung beauftragte.
Das Ergebnis trägt den Titel „Werther lieben“ und ist seit der Premiere am 12. Mai ab 19:30 im Saal des Phönix zu sehen.
Themen dieser Ausgabe von Phönix on Air sind deshalb Entstehung, Charakter und Inhalt des Stücks. Zu Wort kommen dabei dessen Autor Thomas Arzt, der Regisseur der Inszenierung Johannes Maile, sowie der künstlerische Leiter des Phönix Harald Gebhartl. Dazwischen gibt es – sowohl sprachliche, als auch musikalische Auszüge aus der Aufführung zu hören.

Die Musik der Sendung ist der Inszenierung entnommen und stammt von Armin Lehner 

 

Gestaltung:

Claus Harringer

 

Werther lieben
von Thomas Arzt
mit David Fuchs, Markus Hamele , Felix Rank , Isabella Szendzielorz , Katharina von Harsdorf
Regie: Johannes Maile
Bühne: Georg Lindorfer
Kostüme: Elke Gattinger
Lichtgestaltung: Nico de Rooij
Musik: Armin Lehner
Video: Erik Etschel
Dramaturgie: Sigrid Blauensteiner

Uraufführung: 12.05.2016 Saal
Letzte Vorstellung: 01.07.2016
Dauer: 1h 45min

Charlotte und ihr Verlobter Max haben sich ein schmuckes Eigenheim auf dem Land gekauft und planen nun ihre Hochzeit. Alles gut. Eigentlich. Doch während Max selbstsicher und zielstrebig seinen Lebensplan verfolgt – Karriere, Haus, Hochzeit –, macht sich in Charlotte zunehmend eine diffuse Unruhe breit. Die Souveränität, mit der Max Charlottes Leben genauso mitbestimmt, wie er die immer neuen Umbauten am Haus plant, werfen in Charlotte immer mehr Fragen und Unsicherheiten auf. Verlockend anders scheint da der neue Nachbar Ulrich, der gerade die verfallende Mühle gegenüber gekauft hat, die Umbauarbeiten aber neben seiner Dissertation nur halbherzig vorantreibt und sich gegen zu viel Sicherheit in seinem Leben sträubt. Charlotte ist zwischen Max und Ulrich hin- und hergerissen, und plötzlich scheint ihr ganzes Leben auf dem Prüfstand zu stehen. Vergessene Lebenspläne und Sehnsüchte tauchen auf, die nie ausgesprochen wurden, jetzt aber für Zweifel sorgen. Lebt Charlotte die falsche Liebe oder ein falsches Leben?

Inspiriert von Goethes berühmter Dreiecksgeschichte „Die Leiden des jungen Werther“ stellt Thomas Arzt in „Werther lieben“ Charlotte ins Zentrum und erzählt mit der Sprache und den Mitteln der Gegenwart von den Ängsten und Sehnsüchten einer Generation, die gelernt hat, ihren eigenen Mittelschichtsträumen zu misstrauen.

 

Spielplan unter:

http://www.theater-phoenix.at/spielplan.php#181

Zuletzt geändert am 15.05.16, 00:00 Uhr

Verfasst von Claus Harringer

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Gesendet am Mi 18. Mai 2016 / 17 Uhr

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