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Zu hören am Mo 23. Feb 2026 / 17 Uhr
Onda-Info

US-Repressalien gegen Kuba und regionale Solidarität

Der Angriff auf Venezuela, die Militarisierung der Grenze zu Mexiko, eine massiv ausgeweitete Marinepräsenz in der Karibik, Drohungen gegen Kuba und die offene Einflussnahme auf Wahlprozesse – so tritt Donald Trump’s Dominanzanspruch im westlichen Hemisphärenraum ganz offen zutage. Verbündete und kuschende Staaten werden belohnt, abweichende Staaten sehen sich Sanktionen, ökonomischem Druck, Drohungen oder gar Angriffen […]

Der Angriff auf Venezuela, die Militarisierung der Grenze zu Mexiko, eine massiv ausgeweitete Marinepräsenz in der Karibik, Drohungen gegen Kuba und die offene Einflussnahme auf Wahlprozesse – so tritt Donald Trump’s Dominanzanspruch im westlichen Hemisphärenraum ganz offen zutage. Verbündete und kuschende Staaten werden belohnt, abweichende Staaten sehen sich Sanktionen, ökonomischem Druck, Drohungen oder gar Angriffen gegenüber. Was die aktuelle US-Regierung antreibt, ist nicht mehr partnerschaftliche Kooperation, sondern die Durchsetzung strategischer Interessen und wirtschaftlicher Macht.

Was unter Trump schrill und unverblümt erscheint, fußt dabei auf einem über Jahrzehnte gewachsenen Geflecht aus militärischer Präsenz, ökonomischer Abhängigkeit und politischer Einflussnahme. Trump personalisiert eine Struktur, die ihm lange vorausgeht.

Ganz konkret sehen wir das derzeit in Kuba: Seit Washington Drohungen gegen Öl-Lieferanten ausgesprochen hat, ist das Land von Ölimporten abgeschnitten, was zu erheblichen Engpässen bei Energie, Transport, medizinischer Versorgung und Grundversorgung führt – eine humanitäre Krise, vor der auch die an den Rand gedrängten Vereinten Nationen warnen.

Nach dem Ausfall der venezolanischen Öllieferungen, steht nun Mexiko im Zentrum regionaler Solidarität. Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnet Trumps Politik als ungerecht und hat jüngst mehr als 800 Tonnen humanitäre Hilfe – Lebensmittel, Hygieneartikel und medizinische Güter – mit Marineschiffen nach Havanna geschickt, um die Not der Bevölkerung abzufedern. Gleichzeitig verhandelt Mexiko mit den USA darüber, ob man Öllieferungen auf diplomatischem Wege fortsetzen kann, ohne selbst unter US-Sanktionen zu leiden.

Solidarität mit Kuba, vor allem mit der kubanischen Bevölkerung ist derzeit wichtiger denn je. Dazu gehört auch die Forderung, das Embargo und die Treibstoffblockade zu beenden – denn der Mangel an Energie trifft nicht nur Krankenhäuser und Schulen, sondern auch den Alltag von Millionen Menschen.

Antje Vieth hat für dieses onda-info mit einer kubanischen Universitätsprofessorin über die Situation in Kuba gesprochen und nachgefragt, welche Strategien Regierung und Bevölkerung dem US-Ölembargo entgegensetzen. Carlos Ramos hat bei Fernando von der Hip-Hop-Gruppe 340 MS nachgefragt und dabei viel über die Sehnsucht der Kubaner*innen nach Veränderungen erfahren. Zum Schluss hören wir noch in einen aktuellen Podcast OHREN AUF LATEINAMERIKA  vom FDCL e.V. rein, in dem es um Tourismus in Kuba geht.

Wir beginnen aber mit einer Nachricht von Knut Hildebrandt, über eine Solidarität Mexikos, die Mut macht, aber zugleich Grenzen aufzeigt.

 

Zuletzt geändert am 23.02.26, 09:31 Uhr

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