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Home Sweet Home- wie geht es Österreichs Frauen?

Gewalt in der Familie- 40 Jahre Frauenhausarbeit in Österreich verdeutlicht die Situation. Außerdem der 2. Linzer Frauenbericht ist erschienen und verdeutlicht den Handlungsbedarf in Richtung Geschlechtergerechtigkeit. Maria Rösslhumer, Autonome Frauenhäuser und Julia Schuster, JKU Linz berichten.

Home Sweet Home

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist die Dachorganisation autonomer Frauenhäuser in Österreich. Er wurde 1988 gegründet und stellt einen parteiunabhängigen Zusammenschluss der Mitarbeiterinnen autonomer Frauenhäuser in Österreich dar.                            Außerdem fungiert der AÖF als Träger für die Informationsstelle gegen Gewalt und für die bundesweite Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555. Sie war bis zu deren Einstellung 2011 auch zuständig für die Literaturdokumentation Gewalt in der Familie.                                                                                                        Der Verein AÖF ist auch Mitglied des europäisches Netzwerk WAVE (Women Against Violence Europe), welches bis 2014 auch unter dem Dach des Vereins AÖF war.

Dass für viele Frauen und Kinder ihr eigenes Zuhause der gefährlichste Ort ist, zeigen nicht zu letzt die jüngsten Mordopfer in Österreich. Das Ausmaß der Gewalt an Frauen ist auch nach 40 Jahren Frauenhausarbeit alarmierend hoch und bei Frauenmorden ist Österreich Schlusslicht in Europa (Statistik November 2018).

Auch die #metoo Debatte hat gezeigt, dass die Dunkelziffer bei Gewalt noch viel größer ist als angenommen. Hintergrund sind traditionelle Rollenbilder und Stereotypien und noch tief verwurzelte patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft.  Daher sind Frauenhäuser immer noch eine wichtige Hilfs- und Schutzeinrichtung, ja sie sind lebensrettend für viele Frauen und deren Kindern. 2017 waren es 3341 Frauen und Kinder, die Zuflucht und Schutz gesucht haben.  Frauenhäuser stärken und unterstützen die BewohnerInnen auf den Weg in ein gewaltfreies Leben.
Mutige Frauen setzen sich daher seit Jahrzehnten für andere Mädchen, Frauen und für deren Kinder ein. Anlässlich des Jubiläums 40 Jahre Frauenhausbewegung in Österreich beauftragte der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser die Filmemacherin und Regisseurin Susanne Riegler mit der Dokumentation dieses Engagements. 40 Jahre Frauenhausarbeit heißt Frauen und Kindern Schutz zu gewähren, um zu Verhindern, dass physische und psychische Gewalt und Mord geschehen kann.

FROzine Redakteurin Pamela Neuwirth spricht mit

  • Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser

Die Filmdoku Home Sweet Home gibt den Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser ebenso wie den schutzsuchenden Frauen und deren Kindern den Raum, um ihre Geschichten zu erzählen.
Jeder DVD-Kauf unterstützt die Arbeit der Frauenhäuser in doppelter Hinsicht: im Ausdruck der Solidarität und durch den Erlös. Erhältlich ist die DVD um € 15 im Online Shop des AOF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser zu bestellen.

Über Home Sweet Home: Der Film verschafft nicht nur einen Rückblick bis 1978, sondern zeigt vor allem die gesellschaftspolitische Dimension der Frauenhausarbeit für die Zukunft auf. Er beschreibt die Entwicklung, Bedeutung und Vielfalt der Frauenhäuser, in städtischen wie auch in ländlichen Gebieten.
Im Fokus stehen die Geschichten der Frauen und Kinder. Für sie beginnt in dem Moment, in dem sie Zuflucht und Schutz in einem Frauenhaus suchen, oft ein komplett neues Leben – ein Leben, das mit Hilfe der Frauenhausmitarbeiterinnen auf ein neues Fundament gestellt wird und zwar nicht nur materiell. Diesen enormen Kraftakt beiderseits, der nach außen hin praktisch nicht wahrgenommen wird, will der Film fassbar und begreifbar machen.

Zweiter Frauenbericht der Stadt Linz

Der zweite Linzer Frauenbericht ist erschienen. Was hat sich seit dem Erscheinen des Ersten 2011 für Linzerinnen verändert?

Frauenstadträtin Eva Schobersberger (Die Grünen) hat 2011 das Institut für Frauen- und Geschlechterforschung beauftragt die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten zu erheben und Erklärungszusammenhänge zu erheben, sowie Handlungsstrategien zur Verbesserung zu erstellen.

Die nun vorliegende Aktualisierung wurde von den Projektleiterin

  • Doris Weichselbaumer, Projektleiterin, Institut für Frauen- und Geschlechterforschung JKU
  • Julia Schuster, Autorin, Institut für Frauen- und Geschlechterforschung JKU

gemeinsam mit Frauenstadträtin Schobesberger und Jutta Reisinger, Frauenbeauftragte der Stadt Linz präsentiert. Der Bericht dient als Grundlage für Entscheidungsträgerinnen und -träger, politische Schwerpunkte in der Frauenpolitik zu setzen. „Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung sind die Basis für maßgeschneiderte frauenpolitische Maßnahmen in Linz. Nach sieben Jahren war es jetzt Zeit, die Situation erneut zu erfassen. Anhand der aktuellen Daten wird sichtbar, wo Frauen benachteiligt werden. Der Frauenbericht ist Handlungsauftrag an alle politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ebenen. Nur gemeinsam ist es möglich, das Ziel der geschlechtergerechten Gesellschaft zu realisieren“, erklärt die Frauenstadträtin.

Julia Schuster berichtet im Interview mit FROzine Redaktions-Leiterin Sigrid Ecker wie sich die Situation darstellt.

Diesen Beitrag hören sie hier.

Moderation: Sigrid Ecker

Zuletzt geändert am 31.01.19, 13:34 Uhr

Gesendet am Mi 23. Jan 2019 / 18 Uhr

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