6bba2d1661e61778e7e18ee58691fc06.jpg Erich Klinger, 26.11.2013
Erich Klinger, 26.11.2013
Wegstrecken

Fahrplanwechsel per 15.12.2013; „Grenz-Beziehungen“

Neuerungen mit dem Fahrplanwechsel stehen auch diesmal im Mittelpunkt der Sendung.

In den Wegstrecken, Folge 198, wird diesmal, im dritten Anlauf, mein Kommentar zu den „Grenz-Beziehungen“, also den Verkehrsverbindungen zwischen NÖ, OÖ und der Tschechischen Republik zur Sprache kommen. Auslöser waren die beim Treffen von Zeman und Fischer Anfang November im Vordergrund stehenden Straßenverbindungen bzw. deren weiterer Ausbau und der Mangel an attraktiven Eisenbahnverbindungen abseits der derzeitigen Hauptachse Wien – Praha via Breclav.

Bei der Ybbstalbahn droht „hinter“ Gstadt der Abbau der Gleise bis Göstling, auch weiterhin wird am Radweg auf der Trasse der Ybbstalbahn festgehalten.

Als Fortsetzung bzw. Vertiefung der schon in der letzten Sendung begonnen Informationen zu den Änderungen mit vom 14. auf 15. Dezember 2013 erfolgenden großen Fahrplanwechsel  werde ich weitere Informationen vor allem zu den Regionalbahnen in OÖ bzw. zum Regionalverkehr auf der Westbahn auf Sendung bringen. „Natürlich“ auch so manches, was mir bei den neuen Fahrplänen anderswo aufgefallen ist.

Zum Bild, das diese Ankündigung illustriert: die LILO wird ab 15.12.2013 auch ab/bis Neumarkt-Kallham einen deutlich verbesserten Fahrplan umsetzen. Dazu wird auch künftig – im neuen Fahrplan von Montag bis Freitag, wenn Werktag und jeweils bis Mittag – der Einsatz des „Grazer“, eines Triebwagens älterer Bauart in den Relationen Neumarkt-Kallham – Niederspaching bzw. weiter nach Waizenkirchen oder Peuerbach nötig sein, weil alle neuen Triebwagen anderweitig im Einsatz sind.

Persönlich mag ich derartige Fahrzeuge, so sie gut instandgehalten sind (was bei obigem Beispiel eindeutig zutrifft), mir sind die auch die – noch nicht so alten – 5047er ÖBB-Dieseltriebwagen lieber als die doch mehr unbequemen Desiro, aber: aus Sicht der anzustrebenden Barrierefreiheit, des uneingeschränkten Zuganges für alle Menschen, sind Fahrzeuge mit hohen Einstiegen nicht wünschenswert, durchaus verständlich aus dem Blickwinkel jener, für die Stufen eine unüberwindliche oder nur schwer zu meisternde Barriere darstellen.

Mehr zum Thema Barrierefreiheit jedenfalls in der Sendung, bei der LILO ist man ja, was den Fahrzeugeinsatz angeht, mit den überwiegend eingesetzten niederflurigen Gelenktriebwagen ohnedies schon weiter als auf den meisten ÖBB-Strecken im Regionalverkehr, wo niederflurige Garnituren (Desiro, Talent) und Garnituren mit hohen Einstiegen abwechselnd eingesetzt werden, eine Ausnahme bildet die Donau-Ufer-Bahn, auf der – mit Ausnahme eines von Montag bis Freitag verkehrenden Zugpaares von Grein-Bad Kreuzen nach Linz – nur mehr niederflurige Desiro eingesetzt werden.

Vorab und weil es in der Sendung diesmal nicht ausreichend Platz dafür geben wird: Ich bin für den Erhalt der Eisenbahnbrücke und jedenfalls gegen einen Brückenneubau mit 4 Fahrspuren für den Kfz-Verkehr. Ich finde es schon nahezu pervers, wenn ein Mitarbeiter der „Linzer Stadtentwicklung“ dafür eintritt, dem Kfz-Verkehr eine weitere Schneise zu schlagen (Gunter Amesberger hat sich am 5.12. bei einer Diskussion über die Zukunft der Eisenbahnbrücke für besagten Brückenneubau ausgesprochen). Wie wäre es, stattdessen dem nach Linz rollenden Autoverkehr sowie dem hausgemachten Verkehr endlich einmal im Sinne wirkungsvoller Eindämmung eben dieses Verkehrs Einhalt zu gebieten? Ich denke da an: Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, Ausweitung des Angebotes der Linz Linien, konsequente Parkraumbewirtschaftung, auch beispielsweise auf der Gugl, Schließen von Ausweichrouten – z.B. Stifterstraße, Roseggerstraße, die Route über den Freinberg – für den Durchzugsverkehr, Schaffung von Park and Ride-Plätzen an Verkehrsknoten mit Umsteigemöglichkeit auf den ÖV.

Und, ich bin einerseits aus pragmatischen Gründen, andererseits deshalb, weil es sich insgesamt um eine der schönsten Bahnstrecken Österreichs handelt, für den Erhalt der Mühlkreisbahn als normalspurige Eisenbahn auf der Gesamtstrecke von Linz-Urfahr bis Aigen-Schlägl. Ich bin gegen eine Umspurung der Mühlkreisbahn auf eine Regio-Tram in Spurweite der Linzer Straßenbahn, weil zu erwarten/befürchten ist, dass damit ein Streckenende in Rottenegg einhergehen würde, der „obere Abschnitt“ würde dann nur mehr mit Bussen betrieben.

Voraussetzung für eine zukunftsfähige Mühlkreisbahn abseits des derzeitigen Dahinwurschtelns wäre zum einen die Ertüchtigung der Strecke einschließlich einer Beseitigung sämtlicher immer noch existierenden Langsamfahrstellen, die Wiederbelebung von Bahnhöfen und Attraktivierung von Haltestellen inklusive, wo noch nicht vorhanden, der Schaffung von „niveaugleichen“ Bahnsteigen, die wenigstens zu den niederflurigen Desiros ein Ein- und Aussteigen ohne Hürden ermöglichen würde, allen voran der Umbau der Haltestelle Öpping, die derzeit aus Sicherheitsgründen – zu großer Abstand zwischen Ausstieg und Bahnsteigkante – nur von den älteren Triebwagen bedient werden kann.

Und dazu ein Fahrplan, der keine 4-Stunden-Lücke im Angebot bis Aigen aufweist. All dies könnte um einen Bruchteil jener Summe erfolgen, die derzeit für die Mühlviertler Schnellstraße S 10 von Freistadt Nord nach Unterweitersdorf aufgewendet wird, laut Asfinag 718 Mio. €, wozu man vermutlich einige Millionen dazurechnen kann und „darf“. Und, ein weiterer wesentlicher Punkt für den Erhalt der Mühlkreisbahn, auch wenn nicht damit zu rechnen ist, dass in absehbarer Zeit eine Art City-S-Bahn, also die Verbindung von Mühlkreisbahn und Hauptbahnhof zustande kommt: es muss auch in Zukunft eine normalspurige Donauquerung für Fahrzeuge der Mühlkreisbahn geben, ein „Inselbetrieb“, wie er schon von 1888 bis 1900, bis zur Fertigstellung der Eisenbahnbrücke existierte, würde meines Erachtens das Aus für die Mühlkreisbahn, egal welches Eisenbahnverkehrsunternehmen die Strecke befährt, bedeuten.

Erich Klinger, Redaktion Wegstrecken, 13. Dezember 2013

Zuletzt geändert am 13.12.13, 00:00 Uhr

Erich Klinger

Verfasst von Erich Klinger

zur Autorenseite
Gesendet am Di 17. Dez 2013 / 19 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden von der Redaktion moderiert. Es kann daher etwas dauern, bis dein Kommentar hier erscheint. Wir behalten uns vor, diskriminierende oder diffamierende Kommentare, sowie solche, die straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, zu entfernen.