PROGRAMMHEFT 03
Vornehme Menschen und verstocktes Pack Der vornehme Mensch so schrieb der wegen seiner schwächlichen Konstitution bereits mit 35 Jaahren in Frühpenison gegangene Friedrich Nietzsche, der sodann von seiner Mutter und seiner Schwester versorgt und gepflegt werden musste. Der vornehme Mensch also Ehrt in sich den Mächtigen, auch den welcher Macht über sich selbst hat, (...) der mit Lust Strenge und Härte gegen sich übt und Ehrerbietung von allem Strengen und Harten hat: (...) Leben ist wesentlich Aneignung, Verletzung, Übrewätligung, Härte, Aufzwängung eigner Formen, Einverleibung und mindestens, mildestens Ausbeutung. (Jenseits von Gut und Böse Vorspiel einer Philosophie der Zukunft, 1886). Ganz schön vollmundig für einen Menschen, den man gemeinhin als Schwachoni bezeichnen würde und der sein halbes Leben auf die Güte und Milde von der ihn versorgenden Personen angewiesen war. Aber, dass Menschen Aussagen treffen, die, wenn man sich in Beziehung zu ihrer Persönlichkeit oder ihrem Leben stellt, höchst befremdlich anmuten, ist ein Phänomen, das einerm ja öfter begegnet.