Griff nach Gold
Im Weltempfänger des Infomagazins FROzine drei Themen: Griff nach Gold und Fußball-WM, Kolonialismus-Erinnerung, Frauen und Kinder auf der Flucht über das Mittelmeer.
Griff nach Gold
Zusammen mit Glenn Jaeger hat Carlos Gomez das Buch „Griff nach Gold die andere Geschichte der Fußballweltmeisterschaft“ geschrieben. In dem Buch ordnen die Autoren die Fußball-WM als globales, politisches Ereignis ein. Dabei ist diese Literatur keine Sammlung von Sportanekdoten, sondern ganz im Gegenteil eine kritische Gesellschaftsanalyse. Machtinteressen und Kolonialismus werden ebenso in den Blick genommen wie Kommerz rund um das Turnier. Die Darstellung folgt dem Verlauf der Weltmeisterschaften von 1930 bis zum Turnier in Nordamerika 2026 in 23 Kapiteln. Jedes Kapitel startet mit dem historischen Hintergrund und setzt sich dann kritisch mit den sportlichen Entwicklungen auseinander. Nils Brock und Pamela Cuadros haben für den südnordfunk ein Interview mit Carlos Gomez geführt. Das Buch ist im Februar 2026 im PapyRossa Verlag erschienen.
Kolonialnismus-Erinnerung in Deutschland
Die deutsche Kolonialgeschichte wird bis heute nur am Rande erinnert, und das obwohl Initiativen und seit Jahrzehnten dafür kämpfen, dass koloniales Unrecht als Teil der deutschen Geschichte anerkannt wird. Im Mai haben Vertreter*innen verschiedener Organisationen einen offenen Brief im Bundestag übergeben. Ihre Forderung: Der Bund müsse endlich seiner Verantwortung gerecht werden und die Erinnerung an den deutschen Kolonialismus dauerhaft in der offiziellen Gedenkkultur verankern. Darüber sprach Radio Dreyeckland mit Tahir Della. Er ist Teil des Vorstandes von Decolonize Berlin e.V. und spricht für die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland.
Geflüchtete Frauen und Kinder auf dem Mittelmeer
Die Flucht über das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Migrationsrouten weltweit – besonders für Frauen und Mädchen. Viele von ihnen sind bereits vor oder während der Flucht massiver Gewalt ausgesetzt und geraten auf See in akute Lebensgefahr. Die zivile Seenotrettung von SOS Humanity versucht, genau dort einzugreifen: retten, versorgen, begleiten, und hinsehen, wo sonst nur wenige wirklich hinschauen wollen. Radio Dreyeckland sprach mit Jovita Pander, die selbst mehrfach als Menschenrechtsbeobachterin auf dem Rettungsschiff Humanity 1 im Einsatz war.
Moderation: Nora Niemetz
CC-BY Musik: Ronald Kah
Zuletzt bearbeitet am 20.06.26, 20:08 Uhr