Max Pechstein. Abenteuer Expressionismus
Expressionismus und Südseesehnsucht. Eine ruhige und kritische Ausstellung im Lentos Kunstmuseum zu Max Pechsteins Lebenswerk als Maler.
Mit der Retrospektive zu Max Pechstein widmet sich das Lentos Kunstmuseum einem
Hauptvertreter der klassischen Moderne und beleuchtet zugleich ein ebenso faszinierendes
wie widersprüchliches Kapitel der Kunstgeschichte: Die Beziehung zwischen dem Maler und
seinem wichtigsten Förderer, dem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt, der den Grundstein der
Vorgängerinstitution des Lentos legte.

Die Ausstellung verfolgt Pechsteins Weg von den frühen Jahren in der Künstlergruppe „Brücke“ über die Südseereise bis in das Spätwerk nach 1945 und ist Teil einer internationalen Tournee von über 100 Werken aus den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum. Ausgehend davon entwickelte die Kuratorin Brigitte Reutner-Doneus ein Ausstellungskonzept, das einen Schwerpunkt auf die Verbindung zur Sammlung Gurlitt und damit zur eigenen Museumsgeschichte legt. Die Präsentation umfasst rund 150 Exponate, darunter Bestände aus den eigenen Sammlungen: 17 Arbeiten aus der Grafiksammlung des Lentos, vier Arbeiten aus der Sammlung Gemälde und Skulpturen sowie ein Werk aus der Sammlung des Nordico. Hinzu kommen Leihgaben privater Sammler:innen aus Deutschland und Oberösterreich. Die Retrospektive gliedert sich in vier Kapitel: Max Pechstein als prägender Künstler des Expressionismus, das Spannungsfeld von Förderung, Vermarktung und künstlerischer Selbstbehauptung, die Bedeutung von Zeit und Sprache zwischen den Kriegen und das Hauptkapitel: der Mensch und die Natur.
Im Annexraum, das sogenannte „Zimmer“ des großen Ausstellungsraums im 1. Stock des Lentos Kunstmuseum, sind Besucher:innen eingeladen sich noch intensiver mit den Fragen der Verbindung von Expressionismus und Kolonialismus auseinander zu setzen, eigene Fragen zu formulieren und aus Quellenmaterialien, Bildern und Begriffen De-collagen herzustellen, um sich in neuen Sichtweisen und Widerspruch zu üben. Es ist auch als eine Art Rückzugszone konzipiert, und als ein Raum für Lektüre.
In der Sendung zur Ausstellung sind die Kuratorin Brigitte Reutner-Doneus und Karin Schneider, ihres Zeichens Leiterin der Kunstvermittlung, zu hören.
Zuletzt bearbeitet am 13.05.26, 13:21 Uhr
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