Argumente gegen Stammtischparolen

Ab sofort im Programm von Radio FRO 105.0: das neue Argumentationstraining gegen Stammtischparolen in zehn Lektionen.

Immer wieder fallen Aussagen oder populistische Parolen, die andere Menschen oder Gruppen beleidigen und diskriminieren. Doch was kann in diesen meist überraschend auftretenden Gesprächssituationen getan werden? Solche Äußerungen kommen häufig unerwartet und überfallsartig aus der Mitte des Alltags heraus. Plötzlich sind sie da. Dann stellt sich ein Gefühl der Ohnmacht und Lähmung ein, angemessene Reaktionen fallen oft erst später, meistens zu spät ein. Das hängt damit zusammen, dass rechte Sprüche rigoros zugespitzt sind, eine aggressive Botschaft haben, selbstgerecht daherkommen und in ihrer ultimativen Aussage keinen Widerspruch dulden. Und vor allem sind sie so verallgemeinernd, pauschal verurteilend und emotional, dass es nicht möglich erscheint, rational und differenziert darauf zu antworten. Dem wollen wir Abhilfe schaffen.

 

Alle Lektionen, Podcasts und Texte im Überblick: argumente.fro.at

 

Wir wollen üben, rhetorische Mittel effektiv anzuwenden, um andere zu ermutigen zu intervenieren und den Menschenrechten ihre Stimme zu verleihen. Zielgruppe sind Erwachsene wie Jugendliche, denn rassistische, antisemitische und fremdenfeindliche Parolen findet man nicht nur am Stammtisch im Gasthaus unter Erwachsenen, sondern auch am Schulhof. Auch das Klassenzimmer und der Schulhof sind kein politikfreier Raum. Einstellungen aus dem familiären Umfeld der Schüler*innen, aus öffentlichen Diskussionen und aus den Peer -Groups spiegeln sich in Gesprächen und Äußerungen der Schüler*innen wieder, die teilweise ohne Zweifel aus der rechten Szene stammen.

 

Mit diesem Radioprojekt wollen wir eine Handreichung geben, diesen Parolen wirkungsvoll zu begegnen. Wir möchten ein Radio-Argumentationstraining in Form von 10 Kurzsendungen anbieten. Diese Kurzsendungen  (ca. 10 Minuten) tauchen, Stolpersteinen gleich, willkürlich im Programm von Radio FRO auf. Zunächst war den – Irritationen gleich – Stammtischparolen in den Raum bzw. in den Äther geworfen (denn auch im Alltag tauchen diskriminierende Sprüche häufig aus heiterem Himmel und überfallsartig auf). Direkt im Anschluss werden mögliche Repliken und Argumentationsansätze vorgestellt. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten zu argumentieren, mit politischen Sachargumenten oder über persönliche Erfahrungen, mit Nachfragen, Gedankenreisen oder Abgrenzung. Welche die bessere und welche die nicht so angebrachte Linie ist, hängt von den Voraussetzungen ab. Es muss aber eines klar sein: Wir sollten unbedingt Position beziehen, denn „Das Böse braucht das Schweigen der Mehrheit“ (Kofi Annan).

 

Ein Projekt von Radio FRO, 105,0 MHz in Kooperation mit Verein Land der Menschen - AUFEINANDER ZUGEHEN OÖ, dem Friedensbüro Salzburg und dem Verein SOS-Menschenrechte

13.01.2016