Zu Besuch bei Onkel Napoleon
Sama Maani im Studiogespräch
In seinem jüngsten Roman verknüpft Sama Maani zwei TV-Serien mit der jüngeren Geschichte Teherans und unserer Gegenwart. In Letzterer findet sich einer der Protagonisten der Kult-Serie ‚Mozart in the Jungle‘ infolge unsachgemäßen Umgangs mit Pilzen unversehens wieder. Ein Versuch, in seine gewohnte Existenz als Dirigent eines New Yorker Symphonie-Orchesters zurückzukehren, scheitert am geheimen Wunsch eines seiner Begleiter, der sich just im falschen (aus seiner Sicht richtigen) Moment mit aller Kraft in eine andere Serie wünscht: ‚Mein Onkel Napoleon‘. Gedreht und gesendet 1976 im damaligen Persien, drei Jahre vor der Islamischen Revolution, trotz aller Verbote durch das Regime bis heute fixer Bestandteil der iranischen Populärkultur und somit auch zum politischen Faktor geworden.
Abermals ist Sama Maanis Teheran ebenso wenig mit dem realen Teheran gleichzusetzen, wie das Teheran der einen oder das New York der anderen Serie mit dem jeweils gleichnamigen Ort gleichzusetzen ist. In ihrer Darstellung erfährt die Realität Veränderung: Phantasie überzeichnet, denkt hinweg oder hinzu, schafft prekäre Möglichkeiten, die verschwinden, wenn man nicht an sie glaubt. Doch tut man es, besteht die Chance, dass sie Gestalt annehmen, sich festigen und schließlich als stabil erweisen. Hat nicht jede weltverändernde Idee, im Guten wie im Schlechten, als Traum begonnen? Darauf ruht schlussendlich auch die letzte Hoffnung des verirrten des Dirigenten.
Im Studiogespräch schildert Sama Maani, wie seine Figuren durch Raum, Zeit und Serienwelten zu reisen pflegen und dennoch mit gegenwärtigen Realitäten verbunden sind.
Website Drava Zu Besuch bei Onkel Napoleon
Wikipedia Mozart in the Jungle
Wikipedia My Uncle Napoleon
Youtube Channel Religion, Sex, Israel
Website Spotify Religion, Sex, Israel
Website Deutsche Nationalbibliothek Sama Maani
Zuletzt bearbeitet am 05.07.26, 18:43 Uhr
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