Das Literaturarchiv
Ein Manuskript, so klein verfasst, dass man es nur mit Lupe lesen kann. Ein Manuskript fein säuberlich am Küchentisch zu Papier gebracht und ein Manuskript mit schwarzen Ausstreichungen, gefülltem Korrekturrand und abgelegten Seiten. All das gibt Einblick in die Arbeitsweise der Literaturschaffenden und wird im Literaturarchiv des Stifterhauses aufbewahrt und beforscht.
Im Literaturarchiv befinden sich derzeit etwa 90 Nach- und Vorlässe wichtiger Schriftstellerinnen und Personen aus dem Umfeld der Literatur, die entweder in Oberösterreich geboren wurden oder einen starken Bezug zu Oberösterreich haben und hatten. Diese beinhalten neben den Korrespondenzen und den Nachlassbibliotheken und persönlichen Unterlagen vor allem auch Schriftstücke wie Manuskripte und Skizzen zu den literarischen Arbeiten.
Im Gespräch erzählen der Stellvertretende Direktor des Stifterhauses Georg Hofer und sein Kollege Stefan Maurer über ihre Arbeit im Literaturarchiv und zeigen kuriose und seriöse Stücke aus der Sammlung des Stifterhauses. Sie zeigen das Manusskript von Stifters „Nachsommer“ mit den Korrekturen, Überarbeitungen und abgelegten Seiten, sowie Marlen Haushofers „Die Mansade“ welches eher einer Reinschrift gleicht, weil die Schriftstellerin, wie die beiden Forscher erklären sehr viel „Kopfarbeit“ leistet und wenig am Papier korrigiert. Wieder ganz anders ist Franz Riegers Manuskript, er verfasst ebenfalls mit kaum Korrekturen seinen im Druck 200 seitigen Roman auf zehneinhalb A4 Seiten in kleinster Handschrift.
Zwei besonders kuriose Gegenstände stellen Georg Hofer und Stefan Maurer vor: eine halbe Totenmaske mit konservierten Haaren und ein Schächtelchen mit der Aufschrift „Schmidts bewährtes Hühneraugenpflaster“ in der sich allerdings etwas anderes befindet.
Mehr von Stefan Maurer hören Sie auch in der Folge über die Ausstellung zu Brigitte Schwaiger vom Juli 2025, und in den Folgen „Walter Pilar Lebenssee IV Wandelalter“ vom Januar 2018 und „Walter Pilars Lebenssee“ vom Juni 2025 hören Sie Ausschnitte vom Werk Walter Pilars dessen Nachlass Georg Hofer in dieser Folge angesprochen hat.
Zuletzt geändert am 04.02.26, 17:04 Uhr
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