Sammeln als Verantwortung
Was sammeln Museen – und warum? Dieser Frage ist man in einer Gesprächsrunde im Turm 9, dem Stadtmuseum Leonding nachgegangen.
In der letzten Folge von SCHAU! SAMMLUNG. Hör (gerne) zu wird museales Arbeiten und alles rund um Sammlungen besprochen. Am 10. Dezember 2025 fand im Turm 9 das Netzwerktreffen „Die Sprache der Dinge statt“. Mitarbeitende von Museen und Interessierte haben sich einen Nachmittag über Depots, Archive und deren Erhaltung und Fortführung ausgetauscht. In einem Talk hat Klaus Landa, der Geschäftsführer vom Verbund Oberösterreichischer Museen mit Thekla Weissengruber, bei der oberösterreichischen Landes-Kultur für Volkskunde und Alltagskultur zuständig, und Andrea Bina, Leiterin des Nordico Stadtmuseum linz, über Sinn, Strategien und Grenzen musealen Sammelns gesprochen.
Sie haben Einblick in ihre Aufgaben gegeben und angemerkt, wo noch Lücken im Bestand herrschen. Besonders Objekte aus Arbeiter*innen- oder Jugendkultur sind noch nicht oft anzutreffen. Auch die Vorlieben und Interessen von Museumsleiter*innen hatten Einfluss auf die Wahl der Objekte, die beschaffen wurden.
Museales Sammeln kann auch amüsant sein, Bina erzählt von einer Episode, wo sie Linzer Banken nach Sammlungen von den jeweiligen Sparbüchsen gefragt hat. Keine einzige hatte eine solche im Bestand. Erst mit einem Sammlungsaufruf konnten Spardosen für eine Ausstellung gefunden werden. Aufrufe an die Bevölkerung sind aufwendig und bräuchten Fingerspitzengefühl. Menschen sind sehr heikel auf ihre persönlichen Gegenstände und bei Leihgaben müsse man den Personen versichern, dass man sorgsam mit den Objekten umgehe. So viel Aufwand das auch ist, das Positive ist, dass man Personen ins Museum bringt, die sonst noch nie dort waren.
Veranstaltungshinweis:
Am Freitag, dem 23. Jänner 2026, von 15:00-16:30 Uhr begleiten die Kuratorinnen Bibiana Weber und Michaela Reisenberger zum letzten Mal Besuchende durch die Sonderausstellung Schau! Sammlung im Turm 9 in Leonding. Die beiden Ausstellungsmacherinnen erzählen von der Geschichte der Heimatkundlichen Sammlung Leonding und vom Sammeln, Inventarisieren und Bewahren von Objekten. Dabei wird die museale Arbeit, die sonst jenseits der Öffentlichkeit stattfindet, sichtbar gemacht. In einer der Ausstellungsstationen können Besuchende selbst aktiv werden und erfahren, was es heißt, ein Objekt zu inventarisieren.
Zuletzt geändert am 22.01.26, 14:06 Uhr
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