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FROzine

Mann oh Mann!

Das FROzine begeht den internationalen Männertag am 19.11.2015.

Jährlich wird am 19. November der internationale Männertag begangen. Sinn dieses Tages ist es, auf die Leistungen von Männern für das Funktionieren unserer Gesellschaft hinzuweisen und ihren Einsatz für Familie, Ehe und Kinderbetreuung zu würdigen sowie auf Benachteiligungen von Männern hinzuweisen. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Männer- und Jugendgesundheit gelegt, da es vor allem in diesem Bereich massive Missstände gibt.

 

Zahlen 

Laut dem OECD-Report „Skills for Social Progress: The Power of Social and Emotional Skills“ aus 2015 wird in Österreich jeder fünfte Bub (21%) gemobbt. Die höchste Rate aller 27 untersuchten Länder deren Schnitt bei 11% liegt. Buben werden stärker diszipliniert, bekommen mehr Strafen, müssen öfter zu/r/m Betreuungslehrer*in und bekommen mehr Psychopharmaka verabreicht. Nur ein Drittel der Gesundheitsausgaben in Österreich kommen Männern zugute. Dem entsprechend sterben sie auch wesentlich früher als Frauen. Die Selbstmordrate bei Männern ist dreimal höher als bei Frauen. Von hundert Männern die sterben haben sich zwei bis drei (2,5%) selbst aus dem Leben befördert (Statistik Austria). 

Fakten 

Männer sind so, überspitzt formuliert, Verschleißteile der Gesellschaft, das Schmiermittel einer Hochleistungsgesellschaft. Die Geringschätzung männlichen Lebens ist zudem über Jahrhunderte eingeübt worden und alltagskulturell verankert. Nicht zuletzt wurde sie auch von den Männern selbst verinnerlicht. So erklärt sich auch der oft ans Fahrlässige grenzende Umgang mit der eigenen Gesundheit.

Klischees

Auch die Darstellung von Gewalt an Männern genießt eine hohe Toleranz in unserer Gesellschaft. Kein Tag vergeht an dem männliche Körper in diversen Vorabendserien nicht verprügelt, erschossen, zerquetscht oder in die Luft gesprengt würden. Schon Jugendliche lernen hier ein hohes Maß an Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt an Männern. Viele Männer ertragen diese Zustände in Ritterlichkeit. Sie können scheinbar vieles ertragen, nur nicht Opfer zu sein. Sowohl auf dem Feld der wissenschaftlichen Beschäftigung als auch bei Fördermaßnahmen befinden wir uns derzeit in massiver Schieflage zu Ungunsten der Männer.

Männerforschung 

In dieser Ausgabe des FROzine sollten einmal die Männer und ihr Leben im Mittelpunkt stehen. Wir beschäftigen uns mit dem Männerbildern in ihrem Wandel, stellen eine neue Väterzeitschrift vor und diskutieren mit dem Soziologen und Männerberater Dr. Richard Schneebauer. Schneebauer ist im Übrigen erstmals seit 15 Jahren wieder einmal Studiogast bei Radio FRO. Außerdem, die Stimme aus dem Off: der Psychotherapeut Michael Neuwirth wird für diese Sondersendung die dark side zeitgenössischer Männerbilder erhellen.

Durch die Sendung führen Ingrid Rieger und Andi Wahl.

Zuletzt geändert am 18.11.15, 00:00 Uhr

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Verfasst von Manuel Dicketmüller

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Gesendet am Do 19. Nov 2015 / 18 Uhr

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