„Goodbye FM/AM – farewell analog TV“

Die Radio FRO Konferenz im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2007 in Linz hat den Titel "Goodbye FM/AM farewell analogue TV“ und lehnt sich damit nicht von ungefähr an den Titel des Festivals an, vielmehr gliedert sich die FRO Konferenz in die verschiedenen Konferenzen der ARS Elektonica 2007 ein und nimmt sich der Fragen rund um Privatheit, Öffentlichkeit und Grundrechte aus einem besonderen Blickwinkel, aus dem Zugang der freien, non-kommerziellen Medien an.

Die Konferenz wird Samstag 8. und Sonntag 9. September in Linz stattfinden. Die beiden Panels „Technik – Demokratie“ – „A Say in Technical Advances (Panel A), So. 12:30-14:30 und “Approaches to future's digital Community Media” (Panel B), So. 15:30-17:30 werden jeweils von „Birds of Feather“ Treffen, BOF A – „Black Box Technology“ 10:00 – 13:00 und BOF B – „Promoting Free Community Media“ 14:00 – 17:00, beide im Servus Clubraum in der STWST vorbereitet bzw. flankiert.

So wie die „Privatheit“ schwindet? – so ändert sich gerade die Rundfunklandschaft. Im TV Bereich schreitet die Digitalisierung der Übertragung rasch voran und auch im Hörfunk Bereich gibt es schon verschiedenste Erfahrungen, obwohl in diesem Bereich die Standards noch nicht absolut fixiert sind.
Zu den Ausgangspunkten gehört unter anderem eine Empfehlung des Ministerkomitees des Europarates von Ende Jänner in der den Mitgliedsstaaten empfohlen wird freie – non kommerzielle RundfunkbetreiberInnen zu fördern, weil damit sowohl die Demokratie durch wachsende Vielfalt an Meinungen gefördert wird als auch den Tendenzen von Medienkonzentrationen entgegen gewirkt wird.
Weitere Ausgangspunkte sind die Digitalisierungsbestrebungen auf EU – Ebene und auf den nationalen Ebenen innerhalb der EU, die Frage nach dem Zustande kommen von Standards (z.B. DAB = E 147 – EUREKA) aber auch Fragen nach Verhältnissen zwischen Anforderungen an Technologien seitens der Märkte und Anforderungen abseits der Märkte.

Die Konferenz wird Samstag 8 und Sonntag 9. September in Linz statt finden.
Die beiden Panels „Technik – Demokratie“ – „A Say in Technical Advances (Panel A), So. 12:30-14:30 und “Approaches to future's digital Community Media” (Panel B), So. 15:30-17:30 werden jeweils von „Birds of feather“ Treffen, BOF A – „Black Box Technology“ 10:00 – 13:00 und BOF B – „Promoting Free Community Media“ 14:00 – 17:00, beide im Servus Clubraum in der STWST vorbereitet bzw. flankiert.

BOF A: „Blackbox Technology“
wird bewusst technisch unbedarft an Technologien herangehen, und ausgehend davon was mit der/den Technologie(n) bezweckt werden soll, was soll damit erreicht werden, wozu und wem sollen sie dienen, Fähigkeiten und Möglichkeiten der Technologien formulieren, die dann in die Diskussion von Panel A eingebracht werden. Der Hintergrund für diese Herangehensweise ist, dass in der Geschichte (den Geschichten) Technologien oft von Theoretiker(I)nnen, entwickelt worden sind, und das nur nach den Vorgaben derer, die die Entwicklung finanzierten oder davon profitieren wollten. Die Serienreife aber wurde erst erreicht, wenn PraktikerInnen aus Erfahrung Nachbesserungen reklamiert und gefordert haben. Ähnliches im Bereich der Rundfunkdigitalisierung zu beobachten, mit einem bedeutenden Unterschied, die Entwicklung der Standards (DVB, DAB…..) ist mit öffentlichen Geldern, wenn auch von Firmenkosortien umgesetzt, finanziert worden, aber wer hat mitbestimmt was die Standards können und bieten? – Auf jeden Fall nicht freie Medien oder freier Rundfunk.

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Panel A, „Technik – Demokratie“ – „A Say in Technical Advances“
wird sich deshalb auch damit auseinandersetzen wie technologische Standards entwickelt werden, wer das finanziert, wer bestimmt wohin die Entwicklungen gehen sollen, wer erörtert und fixiert, welche Fähigkeiten neue Standards bzw. Medien haben sollen. Ebenso interessant ist aber wie das Verhältnis von Technologien, Medien und Demokratie aussieht bzw. wie es verbessert bzw. demokratisiert werden könnte. Das wird vor dem besonderen Hintergrund der Anforderungen und Ideen und Ansätze freien Rundfunks passieren, also aus der Sicht der dritten Rundfunksäule freier Rundfunk, die, wie etwa der Europarat immer wieder, zuletzt im Jänner 2007, betonte, eine zentrale Rolle bei der Gewährung von Informations- und Meinungsbildungsfreiheit ebenso, wie bei der Integration und Partizipation „gesellschaftlicher Randgruppen“, spielt. Deshalb wird immer mitgedacht werden, wie die Prinzipien offener, niederschwelliger Zugang zu den Medien und Autonomie der Medien weiterhin zumindest gewährleistet, besser jedoch auch verbessert werden können. Panel A wird sich also damit beschäftigen, wie und wo über Standards entscheiden wird, aber auch damit, welche unterschiedlichen Vorstellungen über Demokratie es gibt, um zu überlegen, ob Medien schon Medien oder noch Sprachrohre sind.

Bisher haben für Panel A Golo Föllmer (University of Halle) Researcher and Organizer of Experiments in Audio/Radio Art (BRD), Emily Druiff (node london), Franco Berardi, Pionier im Bereich der freien Radios in Italen, Autor und Experte im bezüglich des Verhältnisse zwischen sozialen Bewegungen und Medien. Weiters werden Gabriele Kotsis, 2003-2007, Head der Austrian Computer Society und ab Herbst 2007 Vizerektorin für Forschung an der J.Kepler Universität Linz und Sebastian Loudon, Pressesprecher RTR (A) teilnehmen. Weiters hat Hans Kleinsteuber (D) fix zugesagt, er ist ein DAB Experte und nicht nur das und auch Reni Hofmüller daran teilnehmen.
Moderation von Panel A, Michael Schweiger, Radio FRO.

BOF B, „Promoting Free Community Media“
wird sich damit beschäftigen, was getan werden kann und muss, damit sich weder die nächsten, noch irgendwelche späteren Standards und deren Einführung, negativ auf den offenen, barrierefreien Zugang zu Medien auswirken und darüberhinaus auch damit was getan werden kann und sollte, damit dieser verbessert und ausgeweitet werden kann.
Es wird aber auch darum gehen zu hinterfragen welche Positionen freie Medien und auch deren Verbände und Dachorganisationen etc. derzeit einnehmen und welche möglichen anderen es gibt.

Panel B, “Approaches to Digital Community Media in the Future”
wird sich deshalb in erster Linie der Gestaltung von Rahmenbedingungen für eine positive Zukunft freier Medien widmen, die bisherigen Forderungen der letzten Jahre wieder einbringen und bekräftigen, aber auch neue Forderungen und Strategien und Konzepte diskutieren. Das wird vor dem Hintergrund verschiedener Erfahrungen passieren, die in unterschiedlichen Ländern gemacht worden sind und werden. Ziel ist es, dass sich ExpertInnen und RadioaktivistInnen über Erfahrungen mit verschiedenen Standards, DRM, DAB, DVB- (H, C, MHP…) und auch ihre Erfahrungen über die jeweilige nationale Politik und Rahmenbedingungen austauschen.
Es soll dabei auch verglichen werden wo welche Massnahmen zur Absicherung des freien Medienzugangs für Community Medien Anwendung finden, aber auch welche öffentliochen Finanzierungs- und Fördersysteme für freien Rundfunk und freie Medien vorhanden sind.

Panel B wird verschiedene Ebenen und Fortschritte der Rundfunkdigitalisierung in Europa vergleichen, dazu werden Radio und RundfunkaktivistInnen und AkteurInnen, aber auch ExpertInnen die etwas zu den verschiedenen Standards einbringen können, anwesend sein. Bisher haben Christian Jungwirth OKTO (non kommerzielles freies TV aus Wien) und Pieter de Wit, OLON (NL) Otto Tremetzberger (matrix e.V – experimentelles TV Projekt in Linz bzw. freies Radio Freistadt und VFRÖ),sowie Mojca Plansak, freie Forscherin aus Slowenien, (Gründungsmitglied des CMFE, Community Media Forum Europe – www.cmfe.net;…) zugesagt. Sie wird uns einen Überblick über Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Slowenien und Macedonien betreffend der Digitalisierungs Vorgänge im Rundfunkbereich in der Balkan – Region geben, was auch auf die Unterschiede zwischen EU – Europa und Nicht – EU Europa hinweisen wird. Als Vertreter der RTR, der österreichischen Rundfunk und Telekommunikations- Regulationsbehörde wird Sebastian Loudon, Pressesprecher RTR (A), auf dem Panel Platz nehmen und Jürgen Wutzeĺhofer wird über die Praxis der Landesmedienförderung in Wien berichten.
Weiters hat gerade eben Christoph Lindenmaier (CH) zugesagt, er kennt Freies Radio seit den Anfängen und hat viele der Freien radios in Österreich bei Frequenzanträgen etc.unterstützt. Er kann sicher über Gebührensplitting, aber auch über Rundfunkdigitaliserung (Sinn und Unsinn aus der Sicht freier Radios) bzw auch über freie Radios und Mediendiversität etc. berichten.

Moderation Panel B: Gabriele Kepplinger, matrix e.V).

Es handelt sich nicht um ein techniklastiges Vorhaben, sondern um den Versuch theoretisch getrennte aber praktisch ineinander verwobene Welten nebeneinander stehend, gleichzeitig aber ihre gegenseitigen Beeinflussungen bedenkend, zu betrachten. Das ist zwar ein ungewöhnlichen Ansatz, aber hoffentlich lassen sich dadurch, dass wohl niemand von den Geladenen auf allen Aspekten und Gebieten ExpertIn ist, ExpertInnen – „Streitigkeiten“ vermeiden und die Diskussionen werden etwas lockerer, wenn nicht alle ihren Boden der Expertise verteidigen müssen.

Michael Schweiger Radio FRO 105.0 Mhz.
m.schweiger@fro.at

http://www.fro.at/ars07

Zuletzt geändert am 01.09.07, 00:00 Uhr

Verfasst von Michael Schweiger

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