Geschichte der freien Radiobewegung in Oberösterreich

1987 - 1991 - 1992 - 1993 - 1994 - 1995 - 1996 - 1997 - 1998


1998

Seit dem offiziellem Start am 17. Oktober betreut Radio FRO wöchentlich knapp 70 Programmpunkte mit kontinuierlicher Sendeleistung. Die Programmpunkte werden von Einzelpersonen und Personengruppen gestaltet - somit nutzen über 300 RadiomacherInnen in der FRO-Redaktion oder im offenen Zugang den Sender. Radio FRO betreut seine ProgrammacherInnen durch technische Hilfestellung, Programmachertreffen, inhaltliche Reflexion und Kritik der Sendungen.

16. - 20. November 1998: Black Market

Die internationale Performancegruppe "Black Market" gastiert in Linz und inszeniert verteilt auf einzelne Institutionen Workshops und Performance Acts. Das Studio von Radio FRO war Tatort einer fünftägigen Radioperformance, die auszugsweise auf Ö1 (Kunstradio) übertragen wird.

23./24. Oktober 1998: Friedens- und Begegnungstage

Radio FRO veranstaltet im Vorfeld einen Radioworkshop mit dem Titel "SOS Rassismus", an dem vorwiegend ausländische Mitbürger teilnehmen. Die Teilnehmer produzieren nach erfolgter Ausbildung, mit Unterstützung vonRadio FRO-Redakteuren eine Live-Sendung, die anläßlich er Veranstaltung am 23./24. Oktober nochmals präsentiert wird.

17. Oktober 1998: Radio FRO Eröffnungsfest

In der Nacht der offiziellen Radio FRO Eröffnung veranstaltet Radio FRO ein großes Fest mit einer Live-Radio-Show auf physischer Bühne im Stadtwerkstatt-Saal, auf terrestrischer Bühne im Linzer Raum und auf der virtuellen Bühne des WorldWideWeb - eine Vernetzung zwischen Netzteilnehmern aus Österreich, Deutschland, Holland, England und Australien war dramaturgischer Bestandteil der Eröffnungsfeier.

19. September 1998: Inter-Kultur-Preis 1998

Anläßlich des "Festes ohne Grenzen" im Posthof erhält Radio FRO für das eingereichte Projekt "Radio Multikulturell" einen Anerkennungspreis.

6. September: Sendestart

Nach fast zweijährigem Sendebetrieb von 31. Dezember 1996 bis September 1998 im Kabelnetz Urfahr und im Internet, startet Radio FRO seinen drahtlosen, terrestrischen Sendebetrieb auf der Frequenz 105,0 Mhz in Linz.

13. - 27. September 1998: EU-Radio

Im Rahmen des KUPF-Innovationstopfes mit Motto "EU-PHORIE - EU-PHOBIE" veranstaltete FRO ein Projekt. Vor der Sendereihe begab sich das Projektteam zur Eröffnung unter dem Motto "EUnTopf" auf eine kulinarische Recherche europäischer Eßgewohnheiten.

6. - 11. September 1998: ars radio

Radio FRO veranstaltet in Kooperation mit Ö1 Kunstradio ein ganztägiges Festivalradio zur Ars Electronica 98. Neben einer zusammenfassenden und reflexiven Berichterstattung von Geert Lovink, Stefan Weber und Marie Louise Angerer lag ein Schwerpunkt auf der Gestaltung und Entwicklung neuer Radioformate mit Hilfe der neuen Technologien. Radiopioniere der freien Szene wie Gordan Paunovic, Sergio Messina und Roberto Paci Dalo wurden zu diesem Zweck eingeladen. Der Radiomix wurde als kontinuierliches Stilmittel etabliert, ein eigens entwickeltes Signalsplitting machte es möglich das Symposium in originalsprache und Übersetzung zu übertragen. Der Hörer konnte zwischen beiden Versionen wählen. Im Nachtprogramm übertrug Radio FRO das Projekt "Super Collider" des Wieners Rupert Huber, in dem unter anderem die Sofa Surfers, Kruder & Dorfmeister, Scanner, Sam Auinger, u.v.a.m. auftraten.

10. Juni 1998: Projekt "Schallstadt statt Stahlstadt"

Mit Unterstützung des Kupf-Jugendinnovationstopf veranstalten Jugendliche in Kooperation mit Radio FRO das Projekt "Schallstadt statt Stahlstadt". Über mehrere Monate hinweg erarbeiten Jugendliche, nach vorheriger Ausbildung, eine Sound-Collage, die die Stadt Linz akustisch darstellt. Am 10. Juni 1998 wird das Ergebnis Eltern, Freunden, Lehrern, Chefs und jedem Interessierten im Rahmen eines Festes in der Stadtwerkstatt präsentiert.

Jänner bis Juli 1998

Nachdem bekannt wird, daß Radio FRO eine Frequenz zugesprochen bekommen hat, besteht ein sehr großes Interesse an den Radioseminaren. Es werden laufend Seminare für die unterschiedlichsten Zielgruppen organisiert: für Lehrlinge, Schulen, Studenten, Printjournalisten, Sozialarbeiter aber auch viele Seminare mit Leuten ohne Gemeinsamkeiten außer dem Willen selbst Radio zu machen.


1997

12. Jänner 1997: Startschuß für das Real Audio Projekt: Radio FRO sendet als zweites Radio in Österreich 24 Stunden täglich im Internet.

Dezember 1997:

Radio FRO wird offiziell die Frequenz "Linz 2" auf 105,0 Mhz mit einer Senderstärke von 100 Watt zugesprochen. Viele Mitkämpfer und Mitstreiter für ein Freies Radio in Linz feiern spontan bis in die frühen Morgenstunden. Erst am Morgen danach wird vielen bewußt wieviel Arbeit unter Zeitdruck das bedeutet, bis dann tatsächlich gesendet werden kann."

7. Juni 1997:

Gründung der Radio FRO GmbH.

11. Juni 1997:

Antragstellung für eine lokale und regionale Sendelizenz zur Veranstaltung von Hörfunk für Linz bzw. Oberösterreich.

25. Juli 1997:

Radiobeitrag für die "documenta X" in Kassel:
"Der Untergang des christlichen Abendlandes" oder "Die Verschiffung der Zukunft"


1996

Im Frühjahr gibt es Vorgespräche mit den Mediensprechern der politischen Parteien und mit Bundesminister Rudolf Scholten in seiner Funktion als Verkehrsminister.

Am 5. März startet der Verband Freier Radios, unter der Leitung von FRO, einen Protestaufruf um den Verhandlungen mit den zuständigenInstitutionen Nachdruck zu verleihen. Dabei werden an Landesregierungen,die Clubs der politischen Parteien, das Verkehrsministerium und dasBundeskanzleramt Protestschriften gegen die offensichtlicheHintertreibung Freier Radios gefaxt. Diese Aktion wird mitgetragen vonder IG Kultur, der IG Autoren, der österreichischen Sozialplattform, derösterreichischen Hochschülerschaft und der österreichischenJournalistengewerkschaft. Diesen Aufruf unterstützen über 100 Initiativenund Gruppen aus dem kulturellen, sozialen, gewerkschaftlichen, politischenund studentischen Bereich. Sogar aus dem Ausland (Kroatien, Deutschland,Schweiz, England) kommen Protestschriften.

Am 6. Mai gibt es den sogenannten Radiogipfel in Wien mit BM Rudolf Scholten, Abg. Josef Cap (SPÖ), Vertretern des VFR, F.E.R.L(Europaorganisation Freier Radios), AMARC (Weltorganisation FR's) undder Journalistengewerkschaft. Dabei sichern die Politiker zu, daß im neuenRRG Freie Radios dezidiert genannt werden und daß es genügendFrequenzen geben wird.

Am 4. Juli wird ein FRO-Benefizfest in der Stadtwerkstatt veranstaltet, beidem sich spontan sechs Bands bereiterklären gratis zu spielen. Es wird live-house-radio veranstaltet - das, bedingt durch die Lage - auch noch amLinzer Hauptplatz zu hören ist. Geladen und anwesend sind neben Leuten,die Interesse am Freien Radio haben, auch Prominenz aus Politik, Kunstund Kultur.

1996 steht auch im Zeichen konkreten Radiomachens. Die Radiowerkstatt beginnt zu arbeiten und erstellt Sendungen für das Offene Fenster in RadioOberösterreich und macht von September bis zum Dezember regelmäßig Hausradio vom Dachboden der Stadtwerkstatt ins Cafe Strom.

Im September 1996 erstellt Radio FRO eine Stellungnahme zum Entwurfzur Novelle des Regionalradiogesetzes und führt Verhandlungen fürVerbesserungen für Freie Radios.

Im Herbst 1996 werden die ersten Internet-Seiten von Radio FRO erstellt -beim Projekt @servus.at.

Am 31.Dezember 1996 ist es soweit: VORLAUF startet. Das erste Mal hatRadio FRO 24 Stunden am Tag Sendefläche - im Kabelnetz vonKabelTV Urfahr.


1995

Im Jänner werden die Regionalradiolizenzen wie erwartet an die Verlagsgesellschaften vergeben.

Am 15. März bringt das "Freie Radio Oberösterreich" eineBescheidbeschwerde beim VfGH gegen die Lizenzvergabe ein. FRO regtden VfGH an, die Verfassungskonformität des Regionalradiogesetzes unddes Frequenznutzungsplanes zu prüfen.

Im Sommer beginnt FRO mit der Ausbildung von Mitgliedern undInteressentInnen im journalistischen und technischen Bereich.

Bei der Ars Electronica nimmt FRO am "horizontal radio" teil, bei dem 24 Stunden live und via Internet gesendet wird.

Der VfGH hebt am 27. September den § 2 des RRG auf, damit auch denFrequenznutzungsplan, der durch diesen Paragraphen geregelt wird.

Im Rahmen der Präsentation des Buches "Radiokultur von morgen" (Hg.: Johanna Dorer, Alexander Baratsits, Verlag Buchkultur) am19. Oktober im Theater Phönix, findet eine Podiumsdiskussion zum Themanicht-kommerzielle Radios in Österreich statt. Bei dieser von HermesPhettberg moderierten Diskussion erklären Politiker der SPÖ, ÖVP,GRÜNEN und LIF freie, nicht-kommerzielle Radios zu unterstützen,Fritz Hochmair (SPÖ) kündigt eine entsprechende Resolution imoberösterreichischen Landtag an.

Im Herbst wird der Verband Freier Radios Österreich (VFR) gegründet.

Durch die Nationalratsneuwahlen wird die Novellierung des RRG aufunbestimmte Zeit verschoben.


1994

Das Freie Radio Oberösterreich stellt am 8. April einen Antrag auf Erteilung einer Regionalradiolizenz - unterstützt von 60 Sozial-, Kultur-,Jugend- und sonstigen Initiativen.

Zugleich laufen in Linz Konzept- und Bündnisarbeiten für einen Lokalradiolizenzantrag an.

Der ORF baut das Programmfenster auf OÖ-Regional aus und die VHS Linz beginnt mit ihrem Radiokursprogramm.

Im August wird FRO als Verein "Freies Radio Oberösterreich - Verein zurFörderung von Freien Nicht-Kommerziellen Radioprojekten"neu gegründet.


1993

Wegen Repressalien und der aus rechtlichen Gründen im Untergrundverlaufenden Aktivitäten, die den Aufbau eines fixen und ständigenPublikums unmöglich machen stellen die Radioinitiativen dieSendetätigkeiten ein.

Im März findet das sogenannte Radiowochenende statt, in Form eines Standlmarktes, bei dem sich in- und ausländische Radioinitiativen präsentieren. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion werden auch dieMöglichkeiten für die Einführung nicht-kommerziellen Rundfunks inÖsterreich diskutiert.

Im Juli wird das Regionalradiogesetz (RRG), das künftig Privatradio inÖsterreich ermöglichen soll, verabschiedet. Daraufhin beginnen die erstenKonzeptarbeiten um eine Lizenz beantragen zu können. Die Diözese Linzbeginnt mit ihrem Radiokursprogramm.


1992

In diesem Jahr gestalten und senden die folgenden vier Radioinitiativen wöchentlich eine Viertelstunde Programm im "Offenen Radio": "Radio Wurstinsel" aus Wels, "Radio Schtarkschtrom" aus Steyr und ausGmunden "Radio Understone"

"Radiolabor" wirkt im Rahmen der Ars Electronica.


1991

PiratInnenradios in Linz und Schwertberg nehmen ihre Sendetätigkeit auf.

Die KAPU organisiert und veranstaltet Kassettenradio und das"Radiolabor" in Zusammenarbeit mit dem OFFENEN KULTURHAUS.Dabei werden die Geschichte des Radios in Österreich undnicht-kommerzielle Radiostationen aus dem Ausland vorgestellt. Eine ganzeWoche wird von Initiativen täglich ungefähr eine Stunde Programm fürden ORF erstellt. Daraus geht die Sendung "Offenes Radio" des ORF-Landesstudio OÖ hervor, einem Programmfenster mit offenem Zugang.


1987

Am 24. Nov. meldet sich "Radio ÖGB - Österreich Gehts Blendend" miteiner "Belanglos- und Niederhaltungssendung" zu Wort. Es werdenAnalysen über die Hintergründe der Verstaatlichtenpolitik, sowie dieSituation und Ansichten Betroffener gebracht.


1987 - 1991 - 1992 - 1993 - 1994 - 1995 - 1996 - 1997 - 1998