
"Angriff auf die Freiheit" von Juli Zeh und Ilija Trojanow ist bereits ein Klassiker der modernen "Aufklärungsliteratur". Die deutsche Schriftstellerin hat die Thematik zu einer Komödie verdichtet, die am 27. Jänner in der Regie von Esther Muschol ihre österreichische Erstaufführung feierte.
Nach dem großen Erfolg der ersten Aufführungsserie wurden acht Zusatzvorstellungen angesetzt - diese sind leider auch schon ausverkauft! Restkarten gibts nur in seltenen Fällen an der Abendkassa.
Jochen Dürrmann, GSG 9, ist ein echter Coup geglückt. Vor einem Frankfurter Blumenladen hat er einen international gesuchten Terrorverdächtigen festgesetzt und mit Hilfe des jungen Streifenpolizisten Cem aufs Revier gebracht, wo er verhört werden soll.
Dass es sich bei dem mutmaßlichen Al-Kaida-Kämpfer um einen großen Kaktus handelt, beschäftigt weder Cem noch Dürrmann, auch nicht die Polizeianwärterin Susi, die bald hinzustößt. Zu groß ist die Euphorie über den Fahndungserfolg, zu verworren sind die Zuständigkeiten, zu ablenkend lästige Fragen wie die nach den Grenzen des Rechtsstaates.
Da der Gefährder, wie bei Kakteen üblich, hartnäckig schweigt, wird ihm nachdrücklich Folter angedroht, erst recht, als Dr. Schmidt vom BKA herbeieilt und Gefahr im Verzug meldet. Die erfolgreiche deutsche Autorin Juli Zeh zeigt in ihrem neuen Stück auf grotesk-satirische Weise demokratische Polizeiarbeit in der Zwickmühle zwischen Staatssicherheit und Menschenrechten.