Fake as fake can?




Wien - Nach der Demonstration am Freitag Abend veröffentlichte die
österreichische "Kronen-Zeitung" am Samstag auf ihrer Titelseite ein
offensichtlich gefälschtes Bild. Ein Demonstrant wurde einen halben
Meter weiter vor ins Geschehen gerückt und sein Stock somit auf den
Körper eines Polizisten. Auf den branchenüblichen Verweis auf eine
Foto-Montage verzichtete die Kronen-Redaktion. Das Bild wird als
Reuters-Original ausgewiesen.

Urteilen Sie selbst (Links das Krone-Titelbild, rechts das
Reuters-Originalfoto von Leonhard Föger).

Der Standard, 7.2.00

Entschuldigung: Bedauerliches technisches Versehen

Die "Krone" hat in einem Teil ihrer Ausgabe vom 5. Februar auf Seite 1 ein Foto von jener Straßenschlacht in der Wiener Innenstadt gebracht, bei der dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt wurden. Zu sehen ist ein vermummter Demonstrant (oben), der mit einem Schlagstock gegen einen Polizisten ausholt. Durch ein äußerst bedauerliches Mißverstaendnis wurde das ursprünglich querformatige Bild spätnachts reprotechnisch so verzerrt, dass der Demonstrant etwas naeher bei der Polizei zu stehen schien, als dies tatsächlich der Fall war (rechts). Diese Montage geschah ohne Wissen der Chefredaktion. Wir bedauern diese technische Panne außerordentlich.

Neue Kronen Zeitung, 12.2.00

fake as fake can?


Vergleichen Sie selbst:
links das gefälschte Bild das in der Kronenzeitung zu sehen war.
rechts das Reuters Originalfoto von Leonard Föger.

Stellungnahme zur Rechtfertigung der Kronenzeitung

Daß das sg. "Mißverständnis" der Krone kein reprotechnisches Problem war,
sondern reine Absicht, ist leicht zu beweisen:
Es reicht ein kurzer Blick auf die Person mit der knallblauen Jacke im Hintergrund.
Im Kronebild ist sie auf der linken Bildseite zu sehen, auf dem Original auf der rechten Seite.
Falls das Bild wirklich verzerrt worden wäre (was offensichtlich nicht der Fall ist),
dann wäre die Person in der blauen Jacke trotzdem noch auf der rechten Bildseite.

Kommentar: Ingo Leindecker